Schorndorf

Wie sicher ist Schorndorf? In welchen Bereichen Straftaten zu- und abnehmen

Polizei Marktplatz
Polizeistreifen sind in Schorndorf nicht nur in der Innenstadt, sondern täglich auch am Bahnhof und in den Parks unterwegs. © Benjamin Büttner

Schorndorf ist nicht nur wunderschön, hier lässt sich’s auch gut und sicher leben. Diesen Eindruck hat Marc Henninger, seit Anfang Oktober Leiter des Polizeireviers, schon kurz nach seinem Amtsantritt gewonnen. Da die Polizei in diesem Jahr coronabedingt und wegen des Wechsels in der Revierleitung nicht, wie sonst im Sommer üblich, mit einer Kriminalitätsstatistik in den Gemeinderat gekommen ist, gibt Henninger im Pressegespräch Einblick in die Zahlen, die aber keineswegs Geheimsache sind, sondern auch auf der Homepage der Polizeidirektion Aalen in der „Polizeilichen Jahresstatistik“ veröffentlicht sind.

Die Tendenz ist für Henninger eindeutig: Die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren ist, was die Straftaten angeht, insgesamt rückläufig. Dass es im Jahr 2019 – nach 1874 Fällen im Jahr zuvor – einen leichten Anstieg auf 2071 Fälle gab, könnte der Remstal-Gartenschau mit ihren vielen Besuchern geschuldet sein, mutmaßt Revierleiter Henninger. In der Summe aber ist die Anzahl der Straftaten, die 2016 im Stadtgebiet noch bei 2102 Fällen lag, auf 1872 Fälle gesunken. Und auch wenn die Polizei für 2021 noch keine Zahlen veröffentlicht: „Dieser Trend“, sagt Marc Henninger, „setzt sich 2021 fort.“

Rückgang bei den Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung

Von 2019 bis 2020 zurückgegangen sind außerdem die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (von 23 auf 18), die Zahl der einfachen Körperverletzungsdelikte (von 303 auf 264) sowie insgesamt die Häufigkeit sogenannter Rohheitsdelikte, zu denen auch Raub und räuberische Erpressung, gefährliche sowie schwere Körperverletzung gehören. Gesunken ist auch die Anzahl der Diebstahlsdelikte (von 551 auf 440) und der Wohnungseinbrüche (von 15 auf neun). Die Vermögens- und Fälschungsdelikte, hierunter fallen auch Betrugsdelikte, sind, nachdem sie mit 318 Fällen im Jahr 2016 zunächst leicht gesunken sind und im Jahr 2019 mit 407 Fällen in der Fünf-Jahres-Betrachtung einen Höchststand erreichten, wieder auf 326 Fälle zurückgegangen.

Warum gibt es einen Anstieg bei den Rauschgiftdelikten?

Von 2019 auf 2020 gibt es in Schorndorf aber einen Anstieg im Bereich der Rauschgiftdelikte – von 84 auf 127 Fälle. Grund dafür könnte, vermutet Marc Henninger, die Corona-Pandemie sein und die Tatsache, dass die Polizei allgemein mehr kontrolliert. Zudem gab es im Jahr 2020 ein größeres Rauschgiftverfahren in Schorndorf, das mehrere Folgeverfahren nach sich zog. Der Trend für 2021 ist aber: „Es geht wieder etwas nach unten.“ Bei den Sachbeschädigungen durch Graffiti verzeichnet die Kriminalitätsstatistik eine Zunahme – und das Niveau für 2021 bleibt hoch. Eine Zunahme der Fälle häuslicher Gewalt ist in der Betrachtung der vergangenen fünf Jahre ebenfalls zu beobachten: von 35 Fällen im Jahr 2016 auf 66 Fälle im Jahr 2020. Und der Trend für 2021 ist unverändert. „Dazu hat Corona sicher beigetragen“, sagt Marc Henninger: Es gab im häuslichen Umfeld mehr Platz für Reibungspunkte und weniger Ausweichmöglichkeiten. Zudem ist dieses Thema nach Henningers Dafürhalten stärker in die öffentliche Wahrnehmung gerückt.

Straftaten im öffentlichen Raum – entscheidend fürs Sicherheitsgefühl

Straftaten im öffentlichen Raum, die gemeinhin großen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Menschen haben, gibt es mal mehr, mal weniger, von 2019 bis 2020 ist aber, betont Henninger, ein Rückgang von insgesamt vier Prozent zu beobachten. Und der Trend für 2021 zeige ebenfalls einen Rückgang. Einfluss darauf hat nach Henningers Dafürhalten die 2018 von Stadt und Polizei entwickelte Konzeption „Sichere Innenstadt“ mit verstärkter Präsenz von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst. Die Polizei, betont Henninger, sei täglich mit Streifen unterwegs und schaue regelmäßig im Schloss- und Stadtpark sowie im Alten Friedhof nach dem Rechten. Dass es 2019 zu einem Anstieg der Zahlen kam, führt der Revierleiter ebenfalls auf die Remstal-Gartenschau und das Plus an Besucherinnen und Besuchern in der Stadt zurück.

Mehr Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum

Einen Anstieg gab es auch bei den Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum – von 124 im Jahr 2016 auf 141 im Jahr 2020 – und zwar bei der Gewalt- und Rauschgiftkriminalität sowie bei Sexualdelikten, die für Henninger aber immer noch „im Normbereich der letzten fünf Jahre liegen“. Dass es insbesondere im Bahnhofsbereich zu kriminellen Handlungen kommen kann, will der Polizeioberrat gar nicht verhehlen: „Dort treffen sich auch viele Menschen.“

Was ist aus den auffälligen Jugendgruppen geworden?

Zu jugendlichen Mehrfach- und Intensivtätern kann Henninger zwar keine Zahlen bieten, doch ein paar grundsätzliche Aussagen machen: Um die Jugendgruppe, die 2020 in Schorndorf durch Sachbeschädigungen und Gewaltdelikte Schlagzeilen gemacht hat, „ist es ruhig geworden“. Der Grund: Drei der Jugendlichen, von der Polizei als Hauptakteure identifiziert, sitzen in U-Haft. Eine neue Jugendgruppe, die Anfang dieses Jahres auch durch Pkw- und Autokennzeichen-Diebstähle sowie Falschgelddelikte aufgefallen ist, konnte offenbar ebenfalls unter Kontrolle gebracht werden: Ein Jugendlicher wurde festgenommen, zwei sind ins Jugendliche-Intensivtäter-Programm der Kriminalpolizei aufgenommen, weitere Hauptakteure aus Schorndorf weggezogen. Und auch wenn minderjährige Flüchtlinge von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gerne pauschal kriminalisiert werden: In den Jahren 2020 und 2021 gab es laut Henninger „keine Auffälligkeiten“. Eine leichte Zunahme gab es aber in den Bereichen „Entwicklung nichtdeutsche Tatverdächtige“ (von 354 im Jahr 2019 auf 361 im Jahr 2020) und „Tatverdächtige Flüchtlinge/Zuwanderer“ (von 101 im Jahr 2019 auf 113 im Jahr 2020). „Im Vergleich“, so Henninger weiter, „liegen diese Zahlen jedoch unter dem Mittelwert der letzten fünf Jahre.“

Revierleiter beklagt zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte

Zugenommen haben auch die Fälle von „Gewalt gegen Polizeibeamte“: 2016 weist die Statistik 24 Fälle auf, 2018 zehn und 2020 insgesamt 26 Fälle – der Trend für dieses Jahr weist sinkende Zahlen im Stadtgebiet Schorndorf auf, Sorgen macht er dem Revierleiter aber trotzdem. „Die Zahlen befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau.“ Und das, obwohl die Polizei seit zwei Jahren zur Abschreckung sogar mit Body-Cams ausgestattet ist, die immer dann zur Deeskalation eingeschaltet werden, wenn beispielsweise ein tätlicher Angriff auf Polizeibeamte zu erwarten ist.

Vorsicht: Falsche Bankmitarbeiter und falsche Inkassobriefe

Jenseits der Betrachtung des öffentlichen Raums will der Revierleiter aber auch auf folgende Phänomene aufmerksam machen: Falsche Bankmitarbeiter, die in Schorndorf nicht nur PIN- und TAN-Nummern erfragt haben, sondern diese samt EC-Karte bei den Opfern zu Hause abgeholt haben. „Da ist Misstrauen und Vorsicht angezeigt“, mahnt Henninger und weiß, dass im Moment auch viele falsche Inkassobriefe in Umlauf sind. „Die Polizei betreibt diesbezüglich bereits verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, um Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren“, so Henninger.

Insgesamt zeigt die Fünf-Jahres-Betrachtung aber einen Rückgang der Vermögens- und Fälschungsdelikte – von 407 im Jahr 2019 auf 326 im Jahr 2020.

Schorndorf ist nicht nur wunderschön, hier lässt sich’s auch gut und sicher leben. Diesen Eindruck hat Marc Henninger, seit Anfang Oktober Leiter des Polizeireviers, schon kurz nach seinem Amtsantritt gewonnen. Da die Polizei in diesem Jahr coronabedingt und wegen des Wechsels in der Revierleitung nicht, wie sonst im Sommer üblich, mit einer Kriminalitätsstatistik in den Gemeinderat gekommen ist, gibt Henninger im Pressegespräch Einblick in die Zahlen, die aber keineswegs Geheimsache sind,

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