Schorndorf

Wie sicher sind die Corona-Schnelltests in den Schorndorfer Kitas?

Schnelltest Coronatest Kind Kita Kindergarten Symbolfoto
Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

Seit dem 10. Januar gilt in den Schorndorfer Kitas eine Testpflicht: Dreimal die Woche müssen Kinder vor ihrem Besuch der Einrichtung auf das Coronavirus getestet werden. Doch bei den Eltern werden Zweifel laut: Bringen die Lutschtests, die von der Stadt zur Verfügung gestellt werden, überhaupt was? Wie zuverlässig ist das Ergebnis, das angezeigt wird? Wir haben die Stadt mit den Sorgen der Eltern konfrontiert.

Eltern müssen den Test per Unterschrift bestätigen

Markus Weiß, der Fachbereichsleiter für die Kindertagesstätten bei der Stadt Schorndorf sagt: „Ich klopfe auf Holz.“ Und das Geräusch dazu ist am Telefon zu hören. Derzeit sei man in der glücklichen Lage, dass es in den Schorndorfer Kitas keine Schließungen von Gruppen oder Quarantänemaßnahmen durch Corona-Fälle gebe. Stand Mittwochnachmittag hatten zwar laut Weiß zwei Träger positive Fälle in ihren Einrichtungen. Dadurch müssten dort nun alle täglich getestet werden. „Zu einer Schließung kam es dadurch aber nicht.“

Ansonsten gilt in allen Kitas im Land seit Montag, 10. Januar, eine Testpflicht: Dreimal die Woche müssen alle Kinder zu Hause vor dem Besuch der Einrichtungen einen Antigen-Schnelltest machen. Zwar führen die Eltern die Selbsttests bei ihren Kindern wie schon zuvor gewohnt zu Hause durch. Allerdings müssen sie nun mit der verordneten Testpflicht dreimal in der Woche per Unterschrift bestätigen, dass sie das auch wirklich getan haben und das Ergebnis negativ war.

Geteilte Reaktionen: Manche Eltern lassen ihre Kinder zu Hause

Ob jemand seine Unterschrift gebe, obwohl das Kind nicht getestet sei, lasse sich natürlich nicht überprüfen, sagt Markus Weiß. „Man muss das mit seinem Gewissen vereinbaren.“ Die Eltern müssten sich jedoch klarmachen, warum es die Vorschrift gebe: „zum Eigen- und Fremdschutz.“ Zudem tue man damit etwas für die Gemeinschaft: „Unser oberstes Ziel ist es, die Kitas offenzuhalten.“ Je mehr Eltern sich an die Regel halten, umso wahrscheinlicher könne das Ziel erreicht werden. Die große Masse an Eltern sei froh über diese Regelung: „Viele Eltern sind sehr zufrieden damit, dass dreimal die Woche getestet wird.“

Weiß betont aber auch: „Es gibt Eltern, die ihre Kinder seit der Testpflicht nicht mehr in die Kita geben.“ Das sei aber auch ihr gutes Recht, meint der Verwaltungsfachmann. „Natürlich gibt es immer wieder Einzelne, die über das Vorgehen nicht begeistert sind, jedoch haben uns die Kita-Leitungen allgemein ein positives Bild geschildert“, sagt der Fachbereichsleiter.

Die Tests bekommen die Eltern von der Stadt über die Kitas zur Verfügung gestellt. Doch zuletzt wurde unter den Eltern Kritik an den verwendeten Lutschtests laut. Man sei verunsichert angesichts der Wirksamkeit der Tests. Bei vielen Kindern habe der Lutsch-Test ein negatives Ergebnis angezeigt, obwohl der PCR-Test bereits positiv war, hört man von einzelnen Eltern. Sind die Tests, die von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt werden, also wirklich sicher?

Stadt versichert: Lutschtests sind sicher - wenn man sie richtig anwendet

„Wir wissen aus den Kitas, dass der Lutsch-Test durchaus kritisch gesehen wird“, bestätigt Weiß. „Die Sicherheit, die sich manche Eltern wünschen, bekommt man aber eigentlich nur mit einem PCR-Test.“ Ob ein Selbsttest bei einer Corona-Infektion ein positives Ergebnis anzeige oder nicht, liege auch immer an der Viruslast des Getesteten. „Das ist das Grundproblem bei den Selbsttests, das lässt sich nicht ändern.“

Die Stadt jedenfalls tue alles, um die richtigen Tests zu beschaffen. „Wir bestellen um die 100.000 Tests pro Monat – aber für die gesamte Verwaltung“. Bei einer solch großen Bestellmenge gehe es in erster Linie nicht um den Preis, beschwichtigt der Fachbereichsleiter. „Wir schauen natürlich darauf, dass wir wirksame Tests bestellen.“ So würde die Stadt nur Tests zur Verfügung stellen, die vom Paul-Ehrlich-Institut für die Kita-Altersgruppen zugelassen wurden. Deshalb betont Weiß auch: „Es sind offizielle und sinnvolle Tests, die wir ausgewählt haben.“

Daher plane man auch in Zukunft mit Lutschtests in den Kitas. Eine Umstellung auf Tests mit Nasenabstrich sei nicht geplant. Ein solcher Test komme auch deshalb nicht in Frage, weil dieser bei einem zweijährigen Kind nicht durchgeführt werden könne. „Egal ob zwei oder fünf Jahre – es sollen alle Kinder in den Kitas denselben Test verwenden.“ Auch, um den Aufwand der Eltern so gering wie möglich zu halten.

Im Endeffekt liege die Wirksamkeit eines Selbsttests aber immer an der richtigen Durchführung, erklärt Markus Weiß. „Egal ob Lutsch- oder Nasentest: Es hängt immer von der richtigen Anwendung ab.“ Und da sei eben jedes Elternteil selbst dafür verantwortlich. „Wenn der Lutsch-Test richtig durchgeführt wird, wird er bei der überwiegenden Mehrheit ein richtiges Ergebnis anzeigen.“

Vorsicht geboten: Lage kann sich schnell ändern

Bisher habe die Nutzung der Selbsttests auch gut geklappt, meint Weiß. Man könne sich „glücklich schätzen“, dass es in letzter Zeit keine coronabedingten Gruppen- oder Einrichtungsschließungen in der Stadt gegeben habe. Eine Erzieherin sei in den Weihnachtsferien positiv getestet worden. Wegen der Ferien habe sie aber keinen Kontakt zu Kindern gehabt, wodurch keine Maßnahmen nötig geworden seien.

Weiß ist aber Realist und sagt angesichts des aktuellen, allgemeinen Infektionsgeschehens auch: Die Lage könne sich schnell ändern. „Wir warten eigentlich täglich darauf.“

Seit dem 10. Januar gilt in den Schorndorfer Kitas eine Testpflicht: Dreimal die Woche müssen Kinder vor ihrem Besuch der Einrichtung auf das Coronavirus getestet werden. Doch bei den Eltern werden Zweifel laut: Bringen die Lutschtests, die von der Stadt zur Verfügung gestellt werden, überhaupt was? Wie zuverlässig ist das Ergebnis, das angezeigt wird? Wir haben die Stadt mit den Sorgen der Eltern konfrontiert.

Eltern müssen den Test per Unterschrift bestätigen

Markus Weiß,

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