Schorndorf

Wieslauftalbahn erfasst 15-Jährigen in Haubersbronn: Was war der Grund?

Schorndorf-Haubersbronn: 15-jaehriger uebersieht Zug und wird erfasst - Rettungshubschrauber im Einsatz
An dieser Haltestelle hat sich am Montagnachmittag der schwere Bahnunfall ereignet. © SDMG / Boehmler

Möglicherweise hat der 15-Jährige, der am Montag bei einem Bahnunfall in Haubersbronn schwer verletzt worden ist, Kopfhörer getragen und deshalb den Zug nicht gehört. Laut Polizei-Pressesprecher Rudolf Biehlmaier gibt es entsprechende Hinweise. Ein Rettungshubschrauber hatte den Jugendlichen in eine Klinik gebracht. Er hatte am Montag gegen 14.30 Uhr in der Straße „An der Wieslauf“ die Gleise an einem unbeschrankten Bahnübergang an der Haltestelle Haubersbronn-Mitte überqueren wollen. Eine Wieslauftalbahn, die in Richtung Oberndorf unterwegs war, erfasste den 15-Jährigen. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang sind noch nicht abgeschlossen.

Tödliche Unfälle, weil Passanten den Zug nicht hören

Auf die Gefahren von Kopfhörern weisen Unfallforscher regelmäßig hin. Mit Stöpseln in den Ohren unterwegs zu sein, ist weit verbreitet – und höchst gefährlich. Moderne Züge sind sehr leise und selbst dann relativ spät zu hören, wenn man sich unbeeinträchtigt von Kopfhörern an Gleisen oder Bahnübergängen aufhält. Immer wieder geschehen Unfälle, weil Personen mit Kopfhörern einen Zug nicht bemerkt haben. Vor knapp einem Jahr starb ein 18-Jähriger in Emmendingen. Er hatte Kopfhörer getragen und nicht gehört, dass sich ein Zug näherte. Dem jungen Mann blieb keine Überlebenschance. An einem Bahnübergang in Wesel starb ein 20-jähriger Radfahrer im Frühjahr 2019. Ein ICE hatte den jungen Mann erfasst. Am Unfallort fanden die Ermittler Kopfhörer.

Wieslauftalbahn „tendenziell etwas lauter“

Die Züge der Wieslauftalbahn sind viele Jahre alt und deshalb „tendenziell etwas lauter“, sagt Jens-Ulrich Beck, Geschäftsführer der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft mbH, welche die Wieslauftalbahn betreibt. Über den Unfallhergang möchte Jens-Ulrich Beck „nicht spekulieren“, eins ist aber klar: Bahnübergänge werden regelmäßig von Expertenteams begutachtet. Die Schau an jener Haltestelle Haubersbronn-Mitte liege erst kurze Zeit zurück, und es sei nichts Auffälliges festgestellt worden.

„Der tragische Unfall macht uns betroffen“, sagt Leonie Ries, Pressesprecherin am Landratsamt. Der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ist der folgenschwere Vorfall in Haubersbronn bereits gemeldet worden, bestätigt Sprecher Gerd Münnich. Ob weitere Ermittlungen folgen, sei noch nicht entschieden. Grundsätzlich befasst sich die Bundesstelle mit schweren Bahnunfällen, etwa Zugkollisionen oder Entgleisungen.

Senior starb vor gut zwei Jahren am Bahnübergang Rudersberg

Gut zwei Jahre ist es her, als ein Senior mit seinem Pedelec an der Neuen Zumhofer Straße in Rudersberg die Bahnlinie überqueren wollte, obwohl die Halbschranke geschlossen war und das rote Warnlicht leuchtete. Die Wieslauftalbahn erfasste den Mann. Er war sofort tot. Der Übergang entspreche den gesetzlichen Vorschriften, hieß es seinerzeit. Davor hatten Experten den Übergang routinemäßig im Mai 2017 überprüft. Seinerzeit gab es nichts zu beanstanden.

Im Sommer 2019 ist die Situation am Bahnübergang Neue Zumhofer Straße in Rudersberg deutlich verbessert worden, berichtet Leonie Ries. Die Schranke wurde bahnparallel gedreht, damit Verkehrsteilnehmer, die aus der Brühlstraße kommen, sie besser wahrnehmen können. Bei einer Überprüfung des Bahnübergangs diesen September gab es keine Beanstandungen.

Deutschlandweit 55 Bahnübergangsunfälle

Laut dem Sicherheitsbericht des Eisenbahn-Bundesamtes ist es im vergangenen Jahr bundesweit zu 298 Bahnunfällen gekommen. 114 Menschen erlitten schwere Verletzungen, 136 wurden getötet. 34 von ihnen starben an Bahnübergängen. Die Zahl der Bahnübergangsunfälle beziffert das Bundesamt auf 55.

Möglicherweise hat der 15-Jährige, der am Montag bei einem Bahnunfall in Haubersbronn schwer verletzt worden ist, Kopfhörer getragen und deshalb den Zug nicht gehört. Laut Polizei-Pressesprecher Rudolf Biehlmaier gibt es entsprechende Hinweise. Ein Rettungshubschrauber hatte den Jugendlichen in eine Klinik gebracht. Er hatte am Montag gegen 14.30 Uhr in der Straße „An der Wieslauf“ die Gleise an einem unbeschrankten Bahnübergang an der Haltestelle Haubersbronn-Mitte überqueren wollen. Eine

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