Schorndorf

WIR-Projekt an Schorndorfer Grundschulen: Warum Lernbegleiter in Corona-Zeiten wichtig sind

Kinderschutzbund
Sie machen sich für Kinder stark: WIR-Projektleiterin Ulrike Wohland, Magdalena Hecker-Rost, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Schorndorf/Waiblingen, Ines Pfeil-Bürkle, Bereichsleiterin Kinderreich, und Vorstandsmitglied Simona Lindacher (von links) © ALEXANDRA PALMIZI

Die vierte Corona-Welle droht – und mit ihr weitere Schulschließungen in den Herbst- und Wintermonaten. Noch hoffen alle, dass es so weit nicht kommt. Schließlich haben, das ist das Ergebnis einer aktuellen niederländischen Studie, Schülerinnen und Schüler im Distanzunterricht wenig bis nichts gelernt – vor allem, wenn sie in einem schwierigen sozialen Umfeld aufwachsen. Für diese Kinder ist das WIR-Projekt des Deutschen Kinderschutzbundes Schorndorf/Waiblingen ein Segen: Mittlerweile unterstützen 20 Lernbegleiter an acht Schorndorfer Grundschulen 150 Mädchen und Jungen, Lerndefizite aufzuholen und Verhaltensauffälligkeiten auszugleichen.

Von 2017 bis 2020 war die Finanzierung des Projekts über den Integrationsfonds der Stadt Schorndorf gesichert. Dazu kamen – bis vor zwei Jahren – Einnahmen aus dem Altstadtlauf. Nachdem mit Corona auch die Firmenspenden eingebrochen sind, ist die Dankbarkeit für einen Zuschuss in Höhe von 46 000 Euro groß, den der Gemeinderat für die kommenden zwei Jahre beschlossen hat. „So können wir das WIR-Projekt fortführen“, sagt Geschäftsführerin Magdalena Hecker-Rost und ist überzeugt, dass das Engagement der Lernbegleiter in Zeiten des ständigen Wechsels zwischen Lockdown, Fern- und Wechselunterricht letztlich der ganzen Gesellschaft nutzt.

Für schwache Schüler und für starke mit Defiziten

Und tatsächlich kommt die Eins-zu-eins-Förderung im Unterricht nicht nur schwachen Kindern zugute, sondern auch stärkeren, die vielleicht nur in der deutschen Sprache Defizite haben. Und Projektleiterin Ulrike Wohland kann einige Erfolgsgeschichten erzählen: Von Emma, die nur einen Fehler im Mathe-Kurztest hatte, nachdem eine Lernbegleiterin mit ihr 20 Minuten lang Auf- und Abrunden geübt hat. Von Matteo, der mit Unterstützung Häkeln gelernt hat. Oder von Jad aus Syrien, der zwar in Deutsch gut ist, in Mathematik aber Hilfe bei den Grundlagen brauchte. Und manchmal braucht’s auch nur etwas Unterstützung, um Ordnung ins Chaos unter dem Tisch zu bringen – und sich insgesamt besser organisieren zu lernen.

Zehn Ehrenamtliche während der Schulschließung gewonnen

Durch den Lockdown, weiß Ulrike Wohland, hat der Bedarf an Lernbegleiterinnen noch einmal zugenommen. Zehn Ehrenamtliche konnte der Kinderschutzbund während der Schulschließungen gewinnen. Wunschziel wäre, dass jede Klasse mindestens zwei Stunden pro Woche von dieser Unterstützung profitieren könnte. Weitere Engagierte sind also gesucht. Um einen ständigen Wechsel zu vermeiden und Kontinuität in der Begleitung zu gewährleisten, gibt es eine Aufwandsentschädigung von neun Euro pro Stunde. „Das macht“, sagt Kinderreich-Bereichsleiterin Ines Pfeil-Bürkle, „das Projekt zwar teuer, aber auch erfolgreich.“ Beliebt ist das Projekt nicht zuletzt auch bei den Schulleiterinnen und -leitern. Hat das niederschwellige Angebot doch einen entscheidenden Vorteil – etwa im Vergleich zum „Rückenwind“-Projekt des Kultusministeriums: Die Organisation und die Betreuung der Ehrenamtlichen übernimmt der Kinderschutzbund.

Info

Wer das WIR-Projekt mit Spenden unterstützen möchte, kann dies auf dem Konto des Deutschen Kinderschutzbundes bei der Kreissparkasse Waiblingen tun, IBAN DE61 602 500 1000 150 769 33, Verwendungszweck WIR-Projekt.

Die vierte Corona-Welle droht – und mit ihr weitere Schulschließungen in den Herbst- und Wintermonaten. Noch hoffen alle, dass es so weit nicht kommt. Schließlich haben, das ist das Ergebnis einer aktuellen niederländischen Studie, Schülerinnen und Schüler im Distanzunterricht wenig bis nichts gelernt – vor allem, wenn sie in einem schwierigen sozialen Umfeld aufwachsen. Für diese Kinder ist das WIR-Projekt des Deutschen Kinderschutzbundes Schorndorf/Waiblingen ein Segen: Mittlerweile

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