Schorndorf

Wo steht Schorndorf beim Ausbau des Glasfasernetztes?

Glasfaserausbau
Mit der Glasfasertechnologie sind sehr schnelle Internetverbindungen möglich. © Benjamin Büttner

Anstatt sich beim Breitbandausbau auf die Telekom zu verlassen, haben der Aufsichtsrat der Stadtwerke und der Gemeinderat 2018 entschieden, dass die Stadtwerke das Glasfasernetz selbst ausbauen sollen. Inbegriffen ist im Hinblick auf die Elektromobilität auch die Verstärkung des Stromnetzes. Rund 50 bis 60 Millionen sollten in den darauffolgenden zehn Jahren investiert werden (wir berichteten). Sprich: Bis 2028 hat jedes Gebäude einen Glasfaseranschluss – wenn man diesen möchte. Vieles konnte seit der Entscheidung umgesetzt werden, einiges liegt aber noch im Argen.

Transformation, Innovation und Digitalisierung sind die Themenschwerpunkte des SPD-Projekts „Zukunftsstadt Schorndorf“, mit dem der Strukturwandel in der Region aktiv begleitet wird. Mit dem Thema „Stand und Perspektiven des Glasfaserausbaus in Schorndorf“ haben sich nun die Fraktion und weitere Interessierte befasst und von Bodo Skaletz, Geschäftsführer der Stadtwerke Schorndorf, via Zoom-Konferenz mit rund 40 Teilnehmern Impulse und Informationen erhalten.

Die ersten Meilensteine sind gelegt

Fragen gebe es laut SPD-Stadtrat Hans-Ulrich Schmid zuhauf: Wie ist der Stand beim Glasfaserausbau in Schorndorf? Welche Gebiete werden als nächstes adressiert? Wie setzen sich die Kosten zusammen und wie ist der Nutzen für Bürger bei der Beauftragung eines Anschlusses?

Die Stadtwerke Schorndorf seien ein zentraler Akteur im Bezug auf den Glasfaserausbau, so Schmid. Mit der Frage „Wo steht Schorndorf?“, erteilte Schmid das Wort an Referent Skaletz, der zunächst auf die Wichtigkeit des Gigabyte-Zeitalters und die Vorteile des Glasfasernetzes einging: „Glasfaser ist leistungsfähig, beständig, störungsunempfindlich und zukunftssicher.“ Die ersten Meilensteine seien gelegt: „In den Teilorten Schorndorfs ist der Bedarf größer als in der Kernstadt“, so Bodo Skaletz. Der Glasfaserausbau in Schlichten sei bereits abgeschlossen, Miedelsbach (590 Hausanschlüsse) sei zur Hälfte ausgebaut. In Planung derzeit seien Oberberken und Unterberken (580 Hausanschlüsse), da müssen sich laut Skaletz noch genügend Unternehmen finden, damit man im zweiten Quartal 2021 loslegen könnte. In den Dürrwiesen in Haubersbronn sei der Ausbau erledigt, in Haubersbronn - mit mehr als 1000 Hausanschlüssen - wolle man mit der Planung Anfang des Jahres beginnen. Auch im Kernnetz will man tätig werden. Bodo Skaletz: „Von Schlichten bis zum Gewerbegebiet Siechenfeld sind die Netze geplant. Die Versorgung muss gewährleistet sein.“ Denn sollte mal ein Fehler oder Ausfall auftreten, beispielsweise durch einen Baggerbiss, müsse die Umschaltung sofort greifen, wie bei einem Stromausfall.

Die Kosten des Glasfaserausbaus seien „moderat gehalten“. Beispiel: Gehe man von einem Wohnhaus aus (1- und 2-Familienhaus) liegen die Berechnungen bei 950 Euro (brutto); für ein Wohnhaus ab drei Wohneinheiten werden rund 1190 Euro angesetzt, für eine Gewerbeimmobilie 1670 Euro. Auch wie der Glasfaserausbau im Innenhaus ablaufen könnte, wurde den Videoteilnehmern dargestellt. Dazu habe man ein Handbuch mit allen Möglichkeiten erstellt, das man bei den Stadtwerken erhalten kann. Bei den Privatkundentarifen habe man sich am Markt orientiert – vorerst. „Nachjustieren“ sei immer noch möglich, wenn man sehe, „wie der Bedarf ist“. Visionen, was man mit einem gut ausgebauten Glasfasernetz anfangen könne, gebe es viele. Die Nutzung der Kommunikationswege in der Zukunftsstadt, der sogenannten „Smart City“, seien vielfältig und würden von öffentlichem WLAN über modernes Wohnen, interaktive Bildung und smarte Abfalleimer bis hin zu E-Ladesäulen und smarte Mobilität reichen.

Was einige der Gesprächsteilnehmer erschreckt hat: Erst 2028 soll jedes Gebäude über einen Glasfaseranschluss verfügen. Fragen kamen da schnell auf: Warum nur „stückchenweise“ geplant werde und was man benötige, um schneller fertig zu werden. Glasfaser bedeute Tiefbau und man benötige viel mehr Personal, wenn man das Tempo erhöhen wolle, so die Antwort: „Glasfaser ist die Zukunft. Aber der Ausbau ist nicht nur eine politische Entscheidung. Damit verbunden ist auch eine ausgefeilte Logistik und Planung mit Bautrupps.“ Bodo Skaletz stimmte die Zuhörer aber positiv: „Vielleicht werde man tatsächlich schneller fertig. Das hängt von einigen Faktoren ab.“ Auf die Frage, warum die Kernstadt beim Glasfaserausbau zurückstehen muss, obwohl dort die Internetgeschwindigkeit zu wünschen übrig lässt, betont Skaletz: „Die Stadt ist trotz allem noch besser aufgestellt als die Teilorte, die sind schlechter dran. Da ist der Bedarf wirklich höher. Deshalb müssen wir schauen – trotz noch weiterer Herausforderungen, die anstehen – dass wir den Glasfaserausbau schnell vorantreiben.“

Anstatt sich beim Breitbandausbau auf die Telekom zu verlassen, haben der Aufsichtsrat der Stadtwerke und der Gemeinderat 2018 entschieden, dass die Stadtwerke das Glasfasernetz selbst ausbauen sollen. Inbegriffen ist im Hinblick auf die Elektromobilität auch die Verstärkung des Stromnetzes. Rund 50 bis 60 Millionen sollten in den darauffolgenden zehn Jahren investiert werden (wir berichteten). Sprich: Bis 2028 hat jedes Gebäude einen Glasfaseranschluss – wenn man diesen möchte. Vieles

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