Schorndorf

Wofür sich Kai Käfer als Schorndorfs Inklusionsberater einsetzen will

Kai Käfer in seinem Rollstuhl hat große Probleme auf dem Weg Beim Brünnele in Schorndorf, 07.10.2020.
Als Rollstuhlfahrer weiß Kai Käfer, was in Schorndorf in Sachen Barrierefreiheit noch getan werden muss. © Benjamin Beytekin

Vor fünf Jahren wurde Kai Käfer Schorndorfer und fühlt sich hier mit seiner Familie sehr wohl. Aufgrund einer Erkrankung besitzt er inzwischen einen Schwerbehindertenausweis und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Da er aber ein sehr aktiver, sozialer Mensch ist, entspricht es nicht seinem Naturell, die Füße stillzuhalten. Darum stellte er sich bei der Stadtverwaltung Schorndorf vor. Seine Erkrankung und die Kenntnis über beide Lebenswelten, jene ohne und jene mit Behinderung, prädestiniert ihn für den Posten des ehrenamtlichen Inklusionsberaters.

Seit Ende 2020 ist Kai Käfer offiziell ehrenamtlicher Inklusionsberater. Auch davor war er schon aktiv. Er hat einen privaten Instagram-Kanal und veröffentlicht dort unter dem Namen huerdenlosblogkai_rollifahrer Themen, die ihn bewegen. Er bedauert, dass durch die Corona-Pandemie alle möglichen Tätigkeiten ins Stocken geraten sind. „Ich bin bereit und möchte endlich was tun“, kommentiert Kai Käfer die Situation. Viele Projekte hat er trotzdem ins Laufen gebracht. Er hat Kontakt zur Grafenbergschule und referiert dort über das Thema Leben mit Behinderung. Für die Zukunft wünscht sich Kai Käfer weiteren Kontakt zu Schulen und auch zu Kindergärten, um Kinder schon früh für das Thema zu sensibilisieren.

Legosteine gesucht für Rampen in der Innenstadt

In Sachen Barrierefreiheit hat er sich über das Projekt „Hürdenlos“ schulen lassen. Es fehlen jedoch noch weitere Ehrenamtliche, die bereit sind, sich schulen zu lassen und öffentliche Gebäude zu vermessen. Unter Projekt Hürdenlos | Stadt Schorndorf gibt es weitere Infos dazu.

Ebenfalls zum Thema Barrierefreiheit setzt Kai Käfer sich für den Bau von Legorampen für die Kernstadt ein. Dabei handelt es sich um kleine portable Rampen aus echten Legosteinen für die in der Innenstadt häufig vorhandenen Eingangsstufen. Er sucht für die vielen gesammelten Legosteine noch einen vorübergehenden Lagerort. Auch Legospenden sind willkommen.

Des Weiteren beschäftigt sich Kai Käfer mit Alltagsproblemen von Menschen mit Behinderung. Beispielsweise hat er bei Lidl und Aldi angeregt, einen Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer anzuschaffen. Inzwischen gibt es diesen in beiden Supermärkten.

Ziel: Ruhige Einkaufsstunde

Ein Ziel von ihm ist die ruhige Einkaufsstunde. Für Menschen mit Wahrnehmungsstörungen oder Autismus ist der Einkauf im Supermarkt oft eine Belastungsprobe. Für eine festgelegte Stunde in der Woche werden das Piepsen der Kassen und alle anderen unnötigen Geräusche ausgeschaltet sowie das Licht gedämmt. In manchen Großstädten gibt es das schon. Mit positiver Resonanz.

Kai Käfer hat zahlreiche Ideen und Projekte, die er unermüdlich vorantreibt. Darüber hinaus möchte er auch für alle Schorndorfer Bürgerinnen und Bürger ein offenes Ohr haben und ist deshalb gerne Ansprechpartner. In aktiver Zusammenarbeit mit den Inklusionsbeauftragten der Stadt Schorndorf, Lillemor Nähr und Lena Rosteck, treibt er das Thema Inklusion voran und setzt sich für eine offene Gesellschaft ohne Diskriminierung ein.

Vor fünf Jahren wurde Kai Käfer Schorndorfer und fühlt sich hier mit seiner Familie sehr wohl. Aufgrund einer Erkrankung besitzt er inzwischen einen Schwerbehindertenausweis und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Da er aber ein sehr aktiver, sozialer Mensch ist, entspricht es nicht seinem Naturell, die Füße stillzuhalten. Darum stellte er sich bei der Stadtverwaltung Schorndorf vor. Seine Erkrankung und die Kenntnis über beide Lebenswelten, jene ohne und jene mit Behinderung, prädestiniert

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