Schorndorf

Wolfgang Kelch, der große Förderer der Forscherfabrik Schorndorf, wird 90

90. Geburtstag Kelch
Körperlich und geistig fühlt er sich noch gut: Wolfgang Kelch wird 90 Jahre alt. © Alexandra Palmizi

Dreimal die Woche trainiert er im Fitness-Studio der SG im Sportpark Rems, geistig hellwach ist er sowieso: Wolfgang Kelch, der große Förderer der Schorndorfer Forscherfabrik, feiert an diesem Montag seinen 90. Geburtstag – mit der engeren Familie, zu der seine Frau,  Sohn und Tochter sowie drei Enkelinnen gehören. Eine größere Feier im Freundeskreis wird, sobald es die Corona-Situation zulässt, nachgeholt. „Ich fühle mich gut“, sagt Kelch, auch wenn altersbedingt natürlich nicht mehr alles geht. Das Bergwandern und Skifahren hat er aufgegeben. Und vor zwölf Jahren sind er und seine Frau Helga vom Einfamilienhaus mit großem Garten am Mozartweg in eine seniorengerechte Wohnung an der Damaschkestraße gezogen. „Aus Vernunftgründen“, wie Kelch sich ausdrückt.

Seit 24 Jahren im Ruhestand, aber noch immer mittendrin

An Schorndorf, an den kommunalpolitischen Themen und den weltpolitischen Entwicklungen ist er nach wie vor interessiert. Intensive Zeitungslektüre: für ihn eine Selbstverständlichkeit. Vor vier Jahren gehörten er und seine Frau auch zu den Unterzeichnern des Schorndorfer Aufrufs gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. „Wir sind“, sagt Wolfgang Kelch, „noch mittendrin.“ Und dabei ist er seit 24 Jahren schon im Ruhestand: Bis 1998 hat er das von seinem Vater gegründete Maschinenbau-Unternehmen geleitet. Der Übergang ins Rentenalter war, wie er selbst sagt, dank seiner Ehrenämter im Vorstand des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie und im Verband deutscher Maschinenbauer „sanft“. Acht Jahre lang war er obendrein Präsident des Golf- und Landclubs Haghof.

Wolfgang Kelch verwaltet nach wie vor die von seinem Vater ins Leben gerufene Friedrich-Kelch-Stiftung, die sich für Bildung und soziale Belange einsetzt. Und er kümmert sich um die Vermietung der ehemaligen Fabrikgebäude in der Wiesenstraße, in der nicht nur eine Flüchtlingsunterkunft untergebracht ist, sondern auch die von Kelch initiierte, 250 Quadratmeter große Fahrradwerkstatt für Bedürftige sowie Lagerräume und ein Büro der Paulinenpflege Winnenden. Der Mietvertrag für das Asylbewerberheim läuft Ende des Jahres aus, doch die Chancen stehen gut, dass er verlängert wird

"Richtig, echte Schorndorfer"

Wolfgang Kelch und seine Frau fühlen sich als „richtig, echte Schorndorfer“, auch wenn sie nicht in der Daimlerstadt geboren und aufgewachsen sind: Wolfgang Kelch kam mit 19 Jahren nach Schorndorf, nachdem sein Vater 1949 mit der Maschinenfabrik aus Leonberg hergezogen war. Seine Frau Helga, in Schweinfurt geboren und dort aufgewachsen, ist seit 65 Jahren hier. Beide leben gerne in Schorndorf, das aus ihrer Sicht im Lauf der Jahre immer schöner geworden ist.

Und weil sie vor allem in Dankbarkeit auf ihr Leben zurückblicken, weil sie froh sind über die erfolgreichen Jahre und glücklich, so viel technische Entwicklung und durchgängig Frieden erlebt zu haben, wollen sie der Gesellschaft etwas zurückgeben: Seit fünf Jahren unterstützt die Wolfgang-Kelch-Stiftung darum die Forscherfabrik mit 80 Prozent ihres Ertrags und unterstützt damit den laufenden Betrieb finanziell.

Kelchs Finanzierungszusage war Initialzündung der Forscherfabrik

Kelchs Zusage, sich für die Science-Erlebniswelt im Arnold-Areal finanziell einzubringen, war überhaupt die Initialzündung für das vom damaligen Oberbürgermeister Matthias Klopfer und CDU-Landtagsabgeordneten Claus Paal vorangetriebene Projekt. Dass Kinder hier spielerisch an Technik herangeführt werden, davon ist Kelch noch immer begeistert – und auch davon, dass aus der wenig erfolgreichen Technik-Galerie etwas Sinnvolles entstanden ist.

Und weil er gerne und oft im Aichenbach spazieren geht, kam er anlässlich seines runden Geburtstags auf die Idee, auch dort Gutes zu tun: Er spendet 90 Bäume und zwei Sitzbänke. Und er hätte sich auch für den Erhalt der Schönblickhütte starkgemacht. Doch andere waren schneller: „Da habe ich zu lange überlegt“, sagt Kelch und freut sich, dass auf Initiative von Jagdpächter Marcus Seibold genug Geld für die Rettung der Schutzhütte zusammengekommen ist: „Das ist ein gutes Beispiel für Bürgersinn.“

Mit 90 Jahren, sagt Wolfgang Kelch, schaue man weniger nach vorne, eher zurück. Er tut es mit Dankbarkeit. Wünsche für die Zukunft hat er trotzdem: Ganz persönlich, dass sein Leben einmal ohne große gesundheitliche Probleme zu Ende gehen möge. Und für die jüngere Generation, dass es auch ihr – trotz Klimawandel und geopolitischer Probleme – vergönnt ist, „ein so gutes Leben zu haben, wie wir es hatten“.

Dreimal die Woche trainiert er im Fitness-Studio der SG im Sportpark Rems, geistig hellwach ist er sowieso: Wolfgang Kelch, der große Förderer der Schorndorfer Forscherfabrik, feiert an diesem Montag seinen 90. Geburtstag – mit der engeren Familie, zu der seine Frau,  Sohn und Tochter sowie drei Enkelinnen gehören. Eine größere Feier im Freundeskreis wird, sobald es die Corona-Situation zulässt, nachgeholt. „Ich fühle mich gut“, sagt Kelch, auch wenn altersbedingt natürlich nicht mehr alles

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