Schorndorf

Worauf Bärlauch-Sammler achten müssen

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Klaus Reuster pflückt am liebsten am Schornbach seinen Bärlauch. © ZVW/Gabriel Habermann

Schorndorf. Ein feiner Knoblauchgeruch weht Radfahrern und Spaziergängern derzeit an vielen Orten entgegen. Die Ursache: Bärlauch. Er grünt derzeit vor allem dort, wo es feucht und schattig ist. Unter anderem am Ufer des Schornbachs wächst die Pflanze, die kulinarisch einiges zu bieten hat.


Hier geht es direkt zu den Rezeptideen mit Bärlauch. 


„Das ist mein Bärlauchrevier“, erklärt Klaus Reuster, während er am Schornbach entlangspaziert. Vor ihm wuchert der Bärlauch. Der Vorsitzende der Naturfreude Schorndorf ist gerne mit dem Rad unterwegs und kennt die Plätze in der Region, an denen es Bärlauch gibt. Er empfiehlt, an dem schmalen Bach entlang zu sammeln. Seit kurzem wächst die Pflanze wieder in rauen Mengen, vor allem da, wo es schattig und feucht ist, sagt der Vorsitzende der Naturfreunde.

Am Freiackerweg gibt es besonders viel davon. Wer selbst neue Plätze entdecken will, der ist gut beraten, an Bachläufen entlang oder im Wald Ausschau zu halten. Aber auch in der kleinen Gasse, die den oberen und den unteren Teil der Weinbergstraße miteinander verbindet, wächst derzeit jede Menge Bärlauch. Im Unterschied zu Pilzen muss man nach Bärlauch nicht einmal suchen, freut sich der Naturfreund und Schorndorfer Gemeinderat.

Den Bärlauch da pflücken, wo Hunde ihr Geschäft nicht verrichten

Reuster empfiehlt Stellen, an denen es für Hunde schwierig ist, ihr Geschäft zu machen, etwa an steil abfallenden Stellen in Richtung Bachlauf. Er zupft die Blätter ab, sie riechen nach Knoblauch, ein klares Zeichen dafür, dass es sich um die gesuchte Pflanze handelt. Anhand des Geruchs können Sammler sich sicher sein, dass es sich nicht um eine andere Pflanze, womöglich sogar um giftige Maiglöckchen handelt. Beachten sollten sie außerdem, den Bärlauch zu ernten, bevor er blüht. Danach verliere er deutlich an Geschmack. Außerdem rät der 62-jährige Reuster, nur die zarten Blätter der Pflanze zu verspeisen, denn der Stiel der Pflanze schmecke nicht. Wer Bärlauch gerne zum Würzen, etwa für den Salat benutzt, dem gibt er sogar den Tipp, eine ganze Pflanze auszugraben und sie in einen Topf umzupflanzen. Wie Schnittlauch oder Basilikum können Hobby-Köche dann direkt auf dem Balkon oder der Terrasse den Bärlauch ernten. Außerdem sollten sie den Bärlauch unmittelbar vor dem Kochen sammeln: „Je frischer die Blätter, desto besser“, erklärt er. Die Pflanze habe er auch schon versucht einzufrieren, das sei allerdings nicht zu empfehlen, meint er. Lediglich mit eingefrorener Bärlauch-Butter habe er gute Erfahrung gemacht. „Die auf einem Steak, das schmeckt toll“, schwärmt er. Ein besonderer Vorzug von Bärlauch sei, dass man im Vergleich zum Knoblauch weniger stark nach dem Gewürz rieche, betont Reuster. Als Vorsitzender der Naturfreunde findet er das Sammeln besonders toll: „Das hat eine gewisse Ursprünglichkeit, naturnäher geht es nicht.“ Voraussetzung beim Sammeln sei jedoch, dass die Natur gesund und nicht verdreckt sei. „An der Rems würde ich beispielsweise keinen Bärlauch sammeln“, sagt er.


Rezeptideen mit Bärlauch

Klaus Reuster hat drei seiner Lieblingsrezepte mit Bärlauch verraten.

Bärlauch-Pesto: Bärlauch und reichlich Olivenöl mit dem Stabmixer zu einem Mus zerkleinern. 20-30 g geriebener Parmesan und 10 g Pinienkerne hinzugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Im Topf mit Spaghetti mischen und servieren.

Bärlauch-Pfannkuchen: Bärlauch hacken und in fertigen Pfannkuchenteig einrühren und ausbacken.

Bärlauch-Butter: Bärlauch zerkleinern und unter die Butter rühren. Die Butter lässt sich gut einfrieren.