Schorndorf

Zensus 2022: Wie weit man in Schorndorf mit der Befragung vorankommt

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Zensus 2022: Aktuell zufrieden mit dem Verlauf der Befragung sind der Leiter der Schorndorfer Erhebungsstelle, Marcel Zimmer, und drei seiner „Mitstreiter“: Simone Killian, Udo Goller und Johanna-Maria Eberhardt (von links). © Gaby Schneider

Marcel Zimmer ist zufrieden: „Wir sind mittendrin in der Zensus-Befragung. Es läuft sehr gut.“ Der Leiter der Schorndorfer Erhebungsstelle ist vor allem über eine Tatsache positiv überrascht: „Zehn von 28 Erhebungsbeauftragten sind mit ihren Bezirken schon fertig.“

Mit Stichtag 15. Mai ist der Zensus gestartet. „Wir pflegen derzeit die uns schon vorliegenden fertig ausgefüllten Unterlagen der Erhebungsbeauftragten in das Computersystem ein“, erläutert Marcel Zimmer. Auch Online-Unterlagen gingen mittlerweile ein. „Wir haben uns das interne Ziel gesetzt, am 15. Juli mit den Befragungen fertig zu sein“, so Zimmer, „und so wie es angelaufen ist und bisher läuft, sieht es im Moment so aus, dass wir das schaffen.“ Gab es bisher irgendwelche Probleme? Marcel Zimmer nickt: „Ein ganz großes Thema, das zu Beschwerden und Irritationen geführt hat, war die Gebäude- und Wohnungszählung. Die Briefe dafür wurden zeitgleich vom Statistischen Landesamt versendet, so dass manche Personen dann verwirrt waren, warum sie zweimal befragt werden.“ Die Unterscheidung sei nicht gleich klar gewesen, so dass Marcel Zimmer und sein Team Aufklärungsarbeit leisten mussten: „Da war viel Erklärungsbedarf vorhanden.“

Erhebungsbeauftragte: „Hier und da wurde sogar Kaffee für uns gemacht“

Das Prozedere darstellen, erklären, warum ein persönlicher Besuch eines Erhebungsbeauftragten nötig ist, das musste in den vergangenen Wochen Simone Killian des Öfteren. Die 22-Jährige ist Auszubildende bei der Stadt Schorndorf und unterstützt Marcel Zimmer im Büro. „Den einen oder anderen Anruf mit Nachfragen gab und gibt es.“ Für die Stadt hat der Zensus eine große Bedeutung. Er liefert verlässliche Bevölkerungszahlen, die wichtig sind, um Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu treffen. Wie viele Menschen leben in Schorndorf, wie wohnen und arbeiten sie? Das ist ein Teil dessen, was beim Zensus abgefragt wird. Dafür wurden Haushalte nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und benachrichtigt (wir berichteten).

Doch wer zieht als Erhebungsbeauftragte in seiner Freizeit durch das Stadtgebiet? Udo Goller (75) und Johanna-Maria Eberhardt (27) zum Beispiel. Die beiden sind zwei der 28 ehrenamtlichen Erhebungsbeauftragten der Stadt Schorndorf, die eigens für diese Befragung an der Haustüre geschult wurden. „Die Mitarbeiter sind ausdrücklich angehalten, die Befragung an der Haustüre oder im Treppenhaus durchzuführen – außer der Bürger bittet sie in die Wohnung“, erklärt Marcel Zimmer.

Und dass die Bürger die ehrenamtlichen Mitarbeiter in die Wohnung beziehungsweise ins Haus gebeten haben, das sei mehrfach vorgekommen, werfen Udo Goller und Johanna-Maria Eberhardt ein: „Hier und da wurde sogar Kaffee für uns gemacht.“ Nur: Die Befragung war meist schneller erledigt, als der Bürger oder die Bürgerin angenommen hatten. „Zwischen drei und fünf Minuten hat das gedauert, dann war ich fertig“, sagt Goller.

Unfreundlich abgewiesen oder gar frech beschimpft, nein, das sei den beiden eigentlich nicht widerfahren. „Manchmal gab es die eine oder andere Diskussion. Aber wenn ich dann gemerkt habe, dass man sich nicht einig werden kann, habe ich das gesagt und bin gegangen“, erzählt Johanna-Maria Eberhardt. Für sie hätten sich grundlegend keine unlösbaren Probleme bei der Befragung aufgetan. „Der Vorteil ist: Das Team im Rathaus ist toll“, lobt Johanna-Maria Eberhardt den Leiter der Erhebungsstelle und dessen Kollegen. „Sie sind jederzeit für uns erreichbar, und die Erhebungsbeauftragten können Vorfälle melden oder ihre Probleme, wenn sie denn welche haben, schildern.“ Dann werde das Team sofort aktiv und versuche zu helfen oder Thematiken zu klären.

Kinder haben für ihre Eltern gedolmetscht

Nette Begegnungen habe sie gehabt, sagt die 27-Jährige. Ein Bürger sei regelrecht aufgeregt gewesen, weil er für die Befragung ausgesucht wurde. „Am Ende hat er dann gemerkt, dass das ja gar nicht schlimm war“, lacht die junge Mutter.

Udo Goller ist es ähnlich ergangen. Als Ruheständler habe er sich erkundigt, was als Erhebungsbeauftragter zu machen ist, und habe sich dann entschieden, sich dieser Aufgabe zu widmen. Spaß habe es gemacht, gibt er zu. Manchmal sei er sogar überrascht gewesen, wie schnell die Befragung erledigt war: „Zu 95 Prozent lief alles positiv ab. Man ist mir sehr freundlich begegnet.“ Er habe gute „Vorarbeit“ geleistet, als er die Terminzettel eingeworfen habe. Mehrfach sei er in und an den Häusern gewesen: „Im Durchschnitt dreimal – vorgesehen sind zweimal. Aber das hat mir nichts ausgemacht.“ Viele ältere Menschen und Bürger verschiedener Nationalitäten seien in seinen Bereich gefallen, erzählt der 75-Jährige. Was ihn dabei am meisten beeindruckt hat: „Es war sehr schön mit anzusehen, wie Kinder für ihre Eltern gedolmetscht und dann den Bogen ausgefüllt haben.“

Richtig Ärger habe es nicht gegeben. Denn natürlich hätte man damit rechnen können, dass sich manch ein Bürger in seiner Privatsphäre gestört fühlt, sich wehrt, seine Daten erfassen zu lassen, und den Ehrenamtlichen beschimpft.

Was das Zensusgesetz 2022 regelt: Wer Post bekommen hat und für den Zensus ausgewählt wurde, ist verpflichtet, an der Befragung teilzunehmen. Maßnahmen, wie das Mahnverfahren oder die Möglichkeit der Zwangsgeld-Androhungen, wolle man eigentlich nicht nutzen müssen, heißt es aus der Erhebungsstelle.

„Das erste Mahnschreiben ist eine Art Erinnerungsschreiben, da wir einige Auskunftspflichtige nicht angetroffen haben und sie so erreichen oder überzeugen wollen.“ Es seien nur Einzelne, die sich weigern und im weiteren Prozedere mehr als ein Erinnerungsschreiben erhalten werden.

Marcel Zimmer ist zufrieden: „Wir sind mittendrin in der Zensus-Befragung. Es läuft sehr gut.“ Der Leiter der Schorndorfer Erhebungsstelle ist vor allem über eine Tatsache positiv überrascht: „Zehn von 28 Erhebungsbeauftragten sind mit ihren Bezirken schon fertig.“

Mit Stichtag 15. Mai ist der Zensus gestartet. „Wir pflegen derzeit die uns schon vorliegenden fertig ausgefüllten Unterlagen der Erhebungsbeauftragten in das Computersystem ein“, erläutert Marcel Zimmer. Auch

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