Schorndorf

Zeugnisse nach Corona-Jahr: Noten nicht zu ernst nehmen

Coronavirus - Friedrichshafen: Schulferien beginnen
Am letzten Schultag vor den Ferien werden die Zeugnisse verteilt. Das gilt heute für rund 4000 Schorndorfer Kinder und Jugendliche. © DPA/Felix Kästle

Endlich ist es so weit: Die Sommerferien stehen vor der Tür. Doch vor den endlos langen schulfreien Wochen werden heute am letzten Schultag die Zeugnisse verteilt. Für Kinder und Jugendliche, die in der Schule Probleme haben, ist das immer ein harter Tag, besonders schwer ist er aber in diesem krisengeschüttelten Pandemie-Jahr, in dem Kinder und Jugendliche über lange Perioden allein zu Hause lernen mussten.

Schlechte Noten, schlechte Stimmung

Schlechte Noten bedeuten in vielen Familien auch schlechte Stimmung. Doch der Kinderschutzbund rät, auf das Zeugnis kein großes Gewicht zu legen. „Die Kinder haben im vergangenen Schuljahr vieles versäumt“, erinnert Magdalena Hecker-Rost, Geschäftsführerin des Schorndorfer Kinderschutzbundes. Eltern sollten mit ihren Kindern ins Gespräch gehen, sie motivieren und bestärken, anstatt sie zu kritisieren und damit zu demotivieren. „Sie sollten den Schwerpunkt darauf legen, wie gut es ihre Kinder gemacht haben. Denn was die Kinder geleistet haben, ist an Zahlen gar nicht messbar.“

Alle Kinder und Jugendlchen haben eine Auszeichnung verdient

Fest steht: Die Schüler und Schülerinnen hatten es im Lockdown besonders schwer. Geschlossene Schulen, keine Treffen mit Gleichaltrigen, lange Tage nur zu Hause. Familien, in denen sich keiner ausweichen konnte. „Die Kinder mussten in der Pandemie so vieles tragen“, sagt auch Magdalena Hecker-Rost. Nicht jedes Kind, jeder Jugendliche könne mit Wechselunterricht und Ängsten gleich gut umgehen. Viele Eltern hätten mit Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit gekämpft. Der Stress in den Familien war enorm und das Lernen schwierig. Angesichts dessen, sagt Magdalena Hecker-Rost, sollten die Zeugnisse heute einfach nur gefeiert werden: „Alle Kinder und Jugendlichen haben eine Auszeichnung verdient.“

Kinder einfach in den Arm nehmen

So sieht es auch Eva-Maria Schäfer, ehemalige Schulleiterin der Staufer-Gemeinschaftsschule Waiblingen und Mitarbeiterin des Schorndorfer Kinderschutzbundes. „Eltern sollte ihr Kind in den Arm nehmen, Schule Schule sein lassen und die Ferien genießen“, sagt sie. Ein Kind sei mehr als seine Noten, und Zeugnisse würden generell überschätzt. „Das Kind gibt sein Bestes. Davon muss man immer ausgehen“, ist Eva-Maria Schäfer überzeugt. Noten hätten einen viel zu hohen Stellenwert. Verbale Beurteilungen sollten sich die Eltern ansehen und gegebenenfalls nach den Ferien Kontakt mit den Lehrern aufnehmen. Die Kinder sollten sie damit aber in Ruhe lassen.

Und was rät die Pädagogin noch? „Nicht mit dem Finger auf das zeigen, was ein Kind nicht kann. Kinder müssen gestärkt werden.“

Endlich ist es so weit: Die Sommerferien stehen vor der Tür. Doch vor den endlos langen schulfreien Wochen werden heute am letzten Schultag die Zeugnisse verteilt. Für Kinder und Jugendliche, die in der Schule Probleme haben, ist das immer ein harter Tag, besonders schwer ist er aber in diesem krisengeschüttelten Pandemie-Jahr, in dem Kinder und Jugendliche über lange Perioden allein zu Hause lernen mussten.

Schlechte Noten, schlechte Stimmung

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