Schorndorf

Ziel: Jeden Schwimmer im Blick haben

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Chris Milonas freut sich jedes Jahr, wenn er wieder draußen am See arbeiten kann. Bis zu 3000 Besucher kommen am Tag, © M. Kölbl / ZVW
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© M. Kölbl / ZVW

Schorndorf. Sonnengebleichtes Haar, dunkle Gläser auf der Nase, lässiges Shirt. Wenn er durch das Ziegeleiseebad läuft, kommt er aus dem Grüßen kaum heraus. Chris Milonas ist hier Bademeister. Und er liebt es, sommers draußen zu arbeiten. Die frische Luft, der viele Platz, die Arbeit in der Natur, das Seewasser machen jeden Arbeitstag zu einem schönen.

Video: Chris Milonas über seine Arbeit als Bademeister.

Die Schorndorfer sind zaghaft, findet Chris Milonas, der seit 16 Jahren als Fachangestellter für Bäderbetriebe im Oskar-Frech-Seebad arbeitet. „Die brauchen erst mal drei schöne und richtig sonnige Tage, bevor sie sich hier rausbewegen“, weiß er. Dann aber ist’s pickepackevoll im Ziegeleiseebad. So voll, dass es schwer ist, einen Parkplatz zu finden. Allerdings dank der großen Wiese jenseits des Chlorbeckens ist im Freibad Platz für jeden. Und auf jeden geben die Bademeister acht. Sechs von ihnen sind stets vor Ort und beobachten die Gäste im Wasser. Teils handelt es sich um Saisonkräfte, teils um Festangestellte.

Jeden Schwimmer im Wasser bewusst wahrnehmen

Ist der Badbesuch eher spärlich, zählt Chris Milonas immer wieder die Köpfe durch, die durch das Wasser schweben. So sorgt er dafür, dass er jede Person, die im Wasser ist, anschaut. Ist mehr los, teilen sich die Kollegen die Wasserfläche in Abschnitte auf, betrachten diese ausführlich und auf unvorhergesehene und unregelmäßige Bewegungen. So würde jemand in Not auffallen. Zudem wechseln die Kollegen regelmäßig ihre Beobachtungstandorte, damit sie nicht betriebsblind werden. Und: Nach maximal acht Stunden ist Schluss.

Ob er schon Leute herausziehen musste? „Klar, aber glücklicherweise nicht so oft“, berichtet der Familienvater. Wiederbeleben musste er in den vergangenen 16 Jahren nur einmal einen älteren Herren. Dessen Kreislauf war im See zusammengebrochen. Milonas rannte zum Wasser, sprang hinein, zog den Schwimmer heraus. Weder Atmung noch Herzschlag konnte er damals feststellen. Und so startete er mit der Herz-Kreislauf-Massage. „Schon nach zweimal beatmen und einigen Herzstößen war er wieder da“, erinnert Milonas sich.

Zum Glück wird’s derartig dramatisch nur selten. Das liegt auch daran, dass das Aufsichtspersonal eher vorausschauend agiert. „Wir sind immer präsent und setzen unsere Regeln hartnäckig um“, erzählt Milonas. Wer Steine wirft oder die Rutsche hinaufläuft, wird verwarnt. Nach mehrfachem Regelverstoß gibt’s dann auch mal Hausverbot. Allerdings – ab und an muss schon ein Krankenwagen angefordert werden, weil ein Badegast einen Hitzschlag oder Sonnenstich erwischt hat. Noch häufiger sind aber Wespen- oder Bienenstiche, die verarztet werden müssen. Für solche Fälle haben die Bademeister einen Kühlschrank voller Kühlkissen.

Aber nicht nur fürs Verarzten von großen und kleinen Verletzungen ist er zuständig. Zum Job gehört auch das Instandhalten des Beckens, der Sprunganlagen, das Reparieren von kleineren Baustellen. Der See muss gepflegt, das Schilf geschnitten werden. Der Sandstrand für die Kleinen will gepflegt, die Filter im Chlorbecken müssen regelmäßig gereinigt werden.

Wunsch an den Gast

Was sich Milonas von seinen Gästen wünscht? Zuerst, dass sie gute Laune mitbringen und Spaß haben.

Dann sollten sie sich aber grad an heißen Tagen um ausreichen Sonnenschutz kümmern, das Trinken nicht vergessen und sich so oft wie möglich im Schatten aufhalten.