Schorndorf

Zum Schulstart muss sich jede Schule selbst um ihre Schnelltests kümmern

Rainbrunnenschule
Endlich wieder in der Schule: Die 5 a der Gemeinschaftsschule Rainbrunnen mit Maske, Abstand und an Einzeltischen im Klassenzimmer. © Gaby Schneider

Gemischte Gefühle zum Schulstart am Montag: Obwohl an den Grundschulen alle Klassen und an den weiterführenden Schulen die Fünft- und Sechstklässler sowie die Abschlussklassen wieder im Präsenzunterricht sind und die Wiedersehensfreude bei allen Beteiligten groß ist, Testmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler gibt es erst mit zeitlicher Verzögerung – und nur auf Eigeninitiative der Schulen.

An der Gemeinschaftsschule Rainbrunnen wusste Rektorin Karola Gross am Freitagvormittag noch nicht, ob und wie es ab dieser Woche Schnelltests geben kann. Mittlerweile hat die Schule mit der Hausarztpraxis Dr. Szantay einen Kooperationspartner gefunden, der nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer, von denen mittlerweile fast die Hälfte geimpft ist, jede Woche montags und donnerstags auf das Coronavirus testet, sondern künftig, sofern das Einverständnis der Eltern vorliegt, dienstags auch die Schülerinnen und Schüler.

Aufgeteilt werden müssen die Klassen in der Rainbrunnenschule nicht. „Die geforderte Abstandsregel kann im Klassenzimmer eingehalten werden, da unser Mobiliar sehr flexibel ist und die Schüler an Einzeltischen sitzen können“, sagt Rektorin Karola Gross und ist froh, dass die Klassen mit im Schnitt 20 Schülerinnen und Schülern nicht rappelvoll sind. Die Abschlussklassen, die schon seit 22. Februar Präsenzunterricht haben, stecken gerade mitten in den praktischen Prüfungen.

Apotheker kommt zum Test an die Realschule und ans Burg-Gymnasium

An der Gottlieb-Daimler-Realschule sind am Montag 240 Fünft- und Sechstklässler nach drei Monaten Home-Schooling ins Schulhaus zurückgekehrt. Damit die Abstände eingehalten sind und sich maximal 15 Schülerinnen und Schüler in einem Raum aufhalten, werden die Klassen aufgeteilt – in eine Gruppe, in der Unterricht stattfindet, und in eine, in der Aufgaben unter Aufsicht bearbeitet werden.

Bereits seit Anfang Februar kommt Apotheker Thorsten Leiter zweimal die Woche an die Schule, um die Lehrerinnen und Lehrer zu testen. Zunächst war in dieser Woche nur ein Probelauf bei den zehnten Klassen geplant. Mittlerweile ist die Kooperation mit der Uhland-Apotheke ausgeweitet: Diesen Mittwoch, kündigt Rektorin Beate Flemming-Nikoloff an, gibt es mit dem Apotheker freiwillige Selbsttests mit allen Sechsern und den Zehnern. Danach wird es zweimal die Woche Schnelltests unter Anleitung für alle Präsenz-Schüler geben.

Auch am Burg-Gymnasium, wo bereits 70 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer zumindest das erste Mal geimpft sind, ist Apotheker Thorsten Leiter zweimal die Woche aktiv. Und täglich kommen weitere Anfragen von Schulen hinzu, die nach einer Testmöglichkeit suchen, weil es vom Kultusministerium bisher nur diese Vorgabe gibt: Bis zu den Osterferien sollen sich die Eltern darum kümmern, dass ihre Kinder getestet werden.

Kinderarzt testet am Max-Planck-Gymnasium 

Da diese Strategie nicht funktionieren kann, hat auch das Max-Planck-Gymnasium über persönliche Kontakte einen eigenen Weg gefunden: Kinderarzt Dr. Ralf Brügel, der bereits zweimal die Woche die Lehrerinnen und Lehrer testet, kommt jetzt auch für Schüler-Schnelltests (im vorderen Nasenbereich) in die Grauhalde. Und auch wenn Brügel um die Kritiker weiß, er sieht in den freiwilligen Tests auch von Kindern an weiterführenden Schulen „eine Chance, die Schulöffnung zu retten“. Auch, weil er eine Fortführung des Lockdowns gerade für Kinder für unzumutbar hält. Ganz grundsätzlich vermisst er in Sachen Schulöffnungen aber ein Gesamtkonzept – und sieht es kritisch, den Fokus nur auf die Inzidenzzahlen zu richten: In Österreich und Frankreich seien die Inzidenzen etwa viel höher als hierzulande und die Schulen dennoch seit Wochen geöffnet. Und auch das muss in der Diskussion nach seinem Dafürhalten bedacht werden: Selbst das Robert-Koch-Institut hat erst jüngst festgestellt, dass die Schulen keine Treiber der Corona-Pandemie sind.

Verschärfend kommt hinzu: Sollte in einer Klasse eine Corona-Mutation auftreten – was im Rems-Murr-Kreis mittlerweile bei 60 Prozent der positiven Tests der Fall ist –, muss, darauf hat MPG-Schulleiter Markus Wasserfall auch in einem Elternbrief hingewiesen, nicht nur die ganze Klasse, sondern auch der gesamte Haushalt jedes Schülers 14 Tage in Quarantäne. Da laut Kulturministerium kein förmliches Abstandsgebot gilt, hat Wasserfall darum gebeten, dass die Schülerinnen und Schüler einen medizinischen Nasen-Mund-Schutz tragen. Schließlich kann eine Quarantäne, das erklärt Martina Keck, Pressesprecherin im Landratsamt, nur dann vermieden werden, wenn alle Hygieneregeln eingehalten sind.

Gemischte Gefühle zum Schulstart am Montag: Obwohl an den Grundschulen alle Klassen und an den weiterführenden Schulen die Fünft- und Sechstklässler sowie die Abschlussklassen wieder im Präsenzunterricht sind und die Wiedersehensfreude bei allen Beteiligten groß ist, Testmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler gibt es erst mit zeitlicher Verzögerung – und nur auf Eigeninitiative der Schulen.

An der Gemeinschaftsschule Rainbrunnen wusste Rektorin Karola Gross am Freitagvormittag

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