Schorndorf

Zum Tag der Komplimente (24.01.): Warum wir alle mehr loben sollten

Tag der Komplimente Kuss
Tut der Seele gut: Ein Handkuss als Kompliment. © Palmizi

Wann sind Sie das letzte Mal gelobt worden? Und wann haben Sie das letzte Mal jemanden gelobt? Wann haben Sie Ihrer Frau oder Ihrem Mann das letzte Mal ein Kompliment gemacht? – Schön, wenn Sie sich erinnern können. Meistens gerät so eine Geste oft in den Hintergrund. Ein Lob hört jeder gern – oder besser noch zwei, drei oder vier – jeden Tag. Vielleicht wird deshalb am 24. Januar ganz bewusst der Welttag der Komplimente begangen. Erfunden haben ihn die beiden US-Amerikanerinnen Kathy Chamberlin und Debby Hoffman.

Ihr Ziel war es, dass man nahestehenden Personen an diesem Tag zeigt, dass sie gemocht werden. Das Kompliment selbst ist eine „wohlwollende und nette Äußerung einer anderen Person gegenüber, die sich auf deren Leistungen oder Eigenschaften beziehen kann“. Der Tag der Komplimente ist übrigens nicht mit dem Welttag des Kompliments zu verwechseln, der jährlich am 1. März begangen wird.

Körper schüttet Endorphine aus

Der Umgang mit ausgewählten, bewundernden Worten ist nicht jedermanns Gabe. Allein schon die Reaktion auf ein Lob kann unterschiedlich sein. In der Psychologie gilt es als erwiesen, dass Komplimente Glücksgefühle steigern. Das bestätigt zum Beispiel Michael Bäuchle, Regionalgeschäftsführer der Krankenkasse Barmer in Schorndorf: „Wenn wir ein Kompliment bekommen, dann schüttet unser Körper Endorphine aus. Das sind Glückshormone, die den Opioiden sehr ähnlich sind. Dadurch fühlen wir uns gut. Und jemanden etwas Nettes zu sagen, hat den Effekt, dass man sich selbst als herzliche Person wahrnimmt. Deshalb tun Komplimente auch denjenigen gut, die sie aussprechen.“

Doch obwohl Komplimente kostenloser Balsam für die Seele seien, gingen viele Menschen eher sparsam mit wohlwollenden Worten um. Sei es aus Unsicherheit, aus Sorge, sie könnten missverstanden werden oder die Situation könnte peinlich enden. „Das ist schade, denn Komplimente sind wichtig für unser Zusammenleben. Sie könnten Beziehungen verbessern, uns motivieren und den Alltag schöner machen.“ Schon kleine Anlässe würden sich anbieten, um Konfetti für andere regnen zu lassen. Etwa die Kollegin wissen lassen, dass man gerne mit ihr zusammenarbeitet. Oder den Eltern sagen, dass man auch mit Mitte 40 noch gerne nach Hause kommt. Weil es bei ihnen am schönsten ist.

Wissenschaftler hätten herausgefunden, dass vor allem Komplimente von aufrichtigen Absendern gut ankommen, die das Verhalten oder die Leistung eines Menschen würdigten. „Also einfach mal genau hinschauen, was eine Person Gutes getan hat und sie dafür loben. Dafür muss man auch kein Poet sein. Normale Worte reichen völlig aus, um anderen zu sagen, wie toll sie sind“, so der Barmer-Regionalgeschäftsführer. Auch Fremde würden sich über ein Kompliment freuen. Man müsse sich nur trauen. Und wie reagiert man am besten, wenn man selbst ein Kompliment bekommt? Bäuchle: „Freuen, lächeln, Danke sagen und weitermachen wie bisher.“

Andere Länder, andere Komplimente

Übrigens: Auf der ganzen Welt herrscht eine jeweils eigene, bisweilen auch kuriose Komplimente-Kultur. Beispiel Japan: Die Bewohner des Inselstaats sind ein sehr zurückhaltendes Volk, daher werden Komplimente nur selten vergeben. Ausländern gegenüber gehört es aber zum guten Ton, aufmerksam zu sein und etwa die guten Sprachkenntnisse zu loben.

Für eine Frau ist es zum Beispiel ein Kompliment, wenn ihr der Mann sagt, sie habe ein kleines Gesicht. Ebenso darf sich eine Frau freuen, wenn ihr eine weiße Haut und eine große Nase bescheinigt werden. In Kamerun bedient man sich gerne Metaphern, um Wertschätzung auszudrücken. So kann jemand auch schon mal als alter Topf bezeichnet werden. Das ist dann keine Beleidigung, sondern dem Gelobten werden große Kochkünste zugesprochen. Denn ein Kameruner findet, dass alte Töpfe das beste Essen hervorbringen. Und wird man nach einem imposanten großen Baum Baobab gerufen, dann hat man eine gute Leistung erbracht und gilt als respektierte Person.

In Indien beweist man beim Aussprechen von Komplimenten ebenso viel Fantasie. Auf Hindi sagt man zu einer vorbeigehenden Frau schon mal „Gaja Gamini“, sie geht wie ein Elefant. Denn aus indischer Sicht sind die Dickhäuter keine ungeschickten Trampel, sondern schreiten langsam und graziös daher.

Wann sind Sie das letzte Mal gelobt worden? Und wann haben Sie das letzte Mal jemanden gelobt? Wann haben Sie Ihrer Frau oder Ihrem Mann das letzte Mal ein Kompliment gemacht? – Schön, wenn Sie sich erinnern können. Meistens gerät so eine Geste oft in den Hintergrund. Ein Lob hört jeder gern – oder besser noch zwei, drei oder vier – jeden Tag. Vielleicht wird deshalb am 24. Januar ganz bewusst der Welttag der Komplimente begangen. Erfunden haben ihn die beiden US-Amerikanerinnen Kathy

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