Schorndorf

Zurück zur 3G-Regel in den Geschäften: Das sagen Einzelhändler in Schorndorf

1/3
MaskenEinzelhandel
Sarah Schäfer, Filialleiterin in der Buchhandlung Osiander. © Gaby Schneider
2/3
MaskenEinzelhandel
Barbara Mühleck, Geschäftsführerin im Modehaus Schill. © Gaby Schneider
3/3
MaskenEinzelhandel
Klaus Dobler in seinem Elektrofachgeschäft. © Gaby Schneider

Die Freude und Erleichterung sind groß. Im Einzelhandel gilt wieder die 3G- statt der 2G-Regel. Damit haben auch Ungeimpfte mit einem aktuellen Corona-Test wieder Zugang zu Geschäften. Der Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Regel für den Einzelhandel gekippt, weil das Einfrieren der Alarmstufe II durch die Corona-Verordnung der Landesregierung voraussichtlich rechtswidrig sei. Das hebt die Stimmung unter den Einzelhändlern, die sich zwischen Einlassregeln und FFP2-Maskenpflicht teilweise ganz schön aufgerieben fühlen.

Härle: „Der Verbraucher weiß nicht mehr, was Sache ist“

Jochen Härle, Inhaber vom Modehaus Kraiss, hat mit Ungeduld auf die in Aussicht gestellten Lockerungen des Landes gewartet. Auch wenn die meisten Kunden und Kundinnen in seinem Modehaus geboostert seien, freut es ihn nun, dass auch wieder ungeimpfte Personen mit einem Test in den Geschäften shoppen dürfen. „Aussperren ist nicht mehr zeitgemäß“, findet der Modehändler, der die Corona-Politik des Landes zuletzt nicht mehr nachvollziehbar gefunden hatte. „Ich hoffe, dass die 3G-Regel nun wieder mehr Frequenz in die Stadt bringt“, sagt er. Das Geschäft im Januar sei dieses Jahr besonders zäh verlaufen, weil die Menschen von den wechselnden Corona-Regeln verunsichert gewesen seien. „Der Verbraucher weiß nicht mehr, was Sache ist“, sagt Härle. Kein Problem sei in seinem Laden indes die verschärfte Maskenpflicht gewesen: Seit Mitte Januar gilt die Vorschrift, dass im Einzelhandel und in der Gastronomie FFP2-Masken getragen werden müssen. Darüber habe es mit seinen Kunden nie Diskussionen gegeben.

Verhalten verlief der Januar auch im Modehaus Schill. Statt drei sind derzeit nur zwei Verkäuferinnen im Einsatz. „20 Prozent der Kunden haben wegen 2G gefehlt“, konstatiert Geschäftsführer Carl Schill. Umso mehr freut er sich nun über die Lockerungen, die auch Ungeimpften den Zutritt ermöglichen. Ob sich durch die Rückkehr zu 3G weniger Leute impfen lassen werden? „Das glaube ich nicht“, sagt Schill. Wer sich bisher nicht impfen lassen wollte, lasse sich wohl auch durch 2G nicht überzeugen. Was gut geklappt hat, war nach Angaben seiner Schwester und Mit-Geschäftsführerin Barbara Mühleck die Einführung der FFP2-Maskenpflicht. Für Kunden ohne das verpflichtende Teil hat Schill einen Vorrat mit Masken parat.

Ortswechsel in die Buchhandlung Osiander. Eine ältere Dame mit hellblauer medizinischer Maske betritt den Laden. Filialleiterin Sarah Schäfer weist sie freundlich auf die FFP2-Maskenpflicht der Kunden hin, worauf die Frau die gewünschte Maske aus der Tasche zieht und aufsetzt. Generell läuft die FFP2-Maskenpflicht auch bei Osiander ganz gut, erzählt Sarah Schäfer. Zu 100 Prozent sei die Regel bei den Kunden allerdings noch nicht angekommen. Diese Kunden würden im Laden darauf hingewiesen und sie reagierten darauf mit Verständnis. „Immer wieder gibt es aber auch Ärger wegen der Corona-Regeln“, sagt Sarah Schäfer. Auch Aufkleber von Querdenkern, auf denen dem Buchladen Apartheid vorgeworfen wurde, habe sie schon von der Schaufensterscheibe abkratzen müssen. „Die Beschimpfungen“, sagt sie, „haben zugenommen.“ Die neue Lockerung nimmt sie entsprechend glücklich zur Kenntnis: „Es ist eine Erleichterung.“

Nachdem im Dezember die Kundenzahlen in seinem Elektrofachgeschäft eingebrochen seien, begrüßt auch Klaus Dobler die neue Lockerung. „Ich denke, es wird sich auf die Frequenz auswirken“, sagt er. Die Kunden seien aus Angst vor Ansteckung ungern in die Stadt gegangen, wobei er im Facheinzelhandel keine Ansteckungsgefahr sehe. Schließlich gebe es dort deutlich weniger Menschenansammlungen als im Lebensmittelhandel. Für Kunden ohne FFP2-Maske hält Dobler ein Maskenkontingent bereit. Seine Kunden seien in der Regel geboostert, aber auch totale Impfgegner habe er schon erlebt. Einen Kunden habe er deshalb nicht in den Laden gelassen. Stattdessen konnte der Mann sein gekauftes Produkt dann an der Werkstatt abholen. „Es gibt viel Sturheit und Ahnungslosigkeit“, konstatiert Klaus Dobler. Von der großen Zahl der sogenannten „Spaziergänger“, die montags durch die Innenstadt ziehen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren, sei er geradezu erschüttert. „Ich finde das indiskutabel“, sagt er.

Die Freude und Erleichterung sind groß. Im Einzelhandel gilt wieder die 3G- statt der 2G-Regel. Damit haben auch Ungeimpfte mit einem aktuellen Corona-Test wieder Zugang zu Geschäften. Der Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Regel für den Einzelhandel gekippt, weil das Einfrieren der Alarmstufe II durch die Corona-Verordnung der Landesregierung voraussichtlich rechtswidrig sei. Das hebt die Stimmung unter den Einzelhändlern, die sich zwischen Einlassregeln und FFP2-Maskenpflicht teilweise ganz

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper