Schorndorf

Zuversicht für Live-Konzerte schon im April: Der Schorndorfer Gamben-Virtuose Rüdiger Kurz über das Solidaritätsgefühl zwischen Musiker und Publikum im Corona-Jahr

KirchenmusikerKurz
Der Schorndorfer Rüdiger Kurz, Virtuose an der Violone, blickt voller Zuversicht auf eine wieder rege Konzertsaison im Jahr 2021. © Gaby Schneider

Das vergangene Jahr als Musiker? Abgesagte Auftritte und verlorene Gagen? Klagen ist die Sache des Violonisten Rüdiger Kurz nicht. Oft war er in Stadtkirchen-Konzerten zu hören. Aber der Mann ist auch international unterwegs und ein sehr nachgefragter Solist an seinem Instrument.

„In der Krise wirst du wach!“

„Als kreativer Mensch bist du die Krise gewohnt“, erklärt er. „Die Krise ist der Moment, in dem du wach wirst.“ Keine Ahnung, woher er diese Zuversicht hat, aber Rüdiger Kurz ist einer der seltenen Menschen, der eine fragile Sensibilität mit dem optimistischen Furor der Tatkraft zu vereinigen weiß. Nicht jammern, sondern einfach machen! Ausprobieren.

Kurz hat zwischen den Lockdowns im Frühjahr und Winter eine fantastische Reihe von Sommerkonzerten Alter Musik im Röhm Areal organisiert. Das abstandsbedingt reduzierte Publikum war begeistert und verlangt nach Fortsetzung.

Das Ambiente war sozusagen einladend Schorndorfer Off-Broadway. Da gab es magische Momente zwischen Künstlern und Publikum. Und Kurz möchte daran anknüpfen. Dieses intensive Konzertgefühl in prekären Zeiten, „das hat nachhaltige Bahnen gelegt“.

Künstler werden zu Bettlern gemacht

Und ja, auch ihm, als überwiegend freiem Musiker, sind im vergangenen Jahr viele Einnahmen entfallen. Und dann hat er aber zu seiner Überraschung von vielen Leuten, „persönliche, ganz konkrete Unterstützung erfahren“. Dieses Solidaritätsgefühl zwischen Publikum und der Situation eines Konzertes wie im Röhm, das habe ihn „nachhaltig beeindruckt“.

Das, so Rüdiger Kurz, „nimmt mir Angst und Sorge vor der Zukunft“. Und dann gab es auch Veranstalter, die ein Konzert absagen mussten, aber ein Ersatzhonorar überwiesen haben. Und doch kennt Rüdiger Kurz viele Kollegen, „die in Hartz IV gegangen sind“.

Für die Sommerkonzerte hatte Kurz Förderung vom Künstler-Notprogramm des Landes bekommen. Und doch hat er da kritische Anmerkungen gegenüber einem gut gemeinten Förderprogramm, das freischaffende Künstler zu Bettlern macht. „Es sind viele, die kreativ ihr Leben meistern und das System relevant tragen.“

Von wem wird die Kultur getragen? Von Selbstausbeutern, prekär beschäftigten. „Ich habe das Gefühl, das dämmert der Politik gerade.“ Er sagt, „ich weiß, es ist irgendwie gut gemeint, mit der Hilfe, aber es ist deprimierend, du wirst zum Betteln gebracht“. Aber es soll weitergehen. Rüdiger Kurz ist voller Zuversicht.

Am 9. April ist die „Auferstehungshistoria“ von Heinrich Schütz vorgesehen, und am 16. April das Konzert „Mille Fiori“ nach J.S.Bach geplant.

Es geht darum, so Rüdiger Kurz, dass wir an diesem ganz besonderen Raum zwischen Künstler und Publikum weitermachen!

Das vergangene Jahr als Musiker? Abgesagte Auftritte und verlorene Gagen? Klagen ist die Sache des Violonisten Rüdiger Kurz nicht. Oft war er in Stadtkirchen-Konzerten zu hören. Aber der Mann ist auch international unterwegs und ein sehr nachgefragter Solist an seinem Instrument.

„In der Krise wirst du wach!“

„Als kreativer Mensch bist du die Krise gewohnt“, erklärt er. „Die Krise ist der Moment, in dem du wach wirst.“ Keine Ahnung, woher er diese Zuversicht hat, aber Rüdiger

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