Schorndorf

Zwei 17-Jährige bei Unfall gestorben - Fahrer stirbt im Krankenhaus

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Bei einem Unfall in der Nacht zum Dienstag sind zwei Personen ums Leben gekommen. Eine weitere Person wurde schwer verletzt. © Benjamin Beytekin

Schorndorf. Bei einem Unfall in der Nacht zum Dienstag sind zwei 17-Jährige gestorben. Der 20-jährige Fahrer wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er seinen Verletzungen erlag. Nun hat die Polizei erste Erkenntnisse zum Unfallhergang und dem Zustand des Verletzten bekannt gegeben.

Der 20-jährige Fahrer wurde in der Nacht in ein Stuttgarter Krankenhaus eingeliefert. Am Nachmittag teilte die Polizei mit, dass er dort verstarb. Laut Polizei-Pressesprecher Rudolf Biehlmaier war der Fahrer allem Anschein nach "mit nicht angepasster Geschwindigkeit" unterwegs gewesen. Der Unfall ist wenige Meter nach dem Kreisverkehr zwischen Haubersbronn und Miedelsbach passiert.

Laut Polizei gibt es momentan keine Hinweise darauf, dass der junge Fahrer alkoholisiert war. Es wurde eine Blutprobe entnommen, die aber noch nicht ausgewertet ist. Die drei jungen Männer waren offenbar auf dem Heimweg Richtung Rudersberg, als der alte Golf auf die Gegenfahrbahn geriet und dort mit einem LKW, einem Zwölftonner, zusammenstieß. Zuvor hatte das rechte Vorderrad des Autos den Bordstein touchiert, woraufhin der Wagen außer Kontrolle geriet. 

Die beiden 17-Jährigen, die noch an der Unfallstelle verstorben sind, saßen auf der rechten Seite des Fahrzeugs, einer der beiden vorne auf dem Beifahrersitz, der andere Jugendliche hinten. Das Auto hatte sich gedreht und prallte mit der rechten Seite gegen den LKW, dessen 50-jähriger Fahrer nichts mehr tun konnte. An der Unfallstelle besteht laut Auskunft der Stadt Schorndorf kein Nachtfahrverbot für Laster. Der LKW hat eine deutsche Zulassung und durfte dort in der Nacht fahren.

In der Nacht war ein Gutachter vor Ort. An der Unfallstelle sind auf der Straße lilafarbene und weiße Markierungen zu sehen. Aufgabe des Gutachters ist es nun - wenn möglich - zu ermitteln, mit welcher Geschwindigkeit der junge Mann aus dem Kreisverkehr herausgefahren ist.

Unfallrisiko junger Fahrer zwischen 17 und 24 Jahren

Junge Fahrer, meist Männer, sind überdurchschnittlich häufig in Unfälle verwickelt. Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer nennt das "Jugendlichkeits- und Unerfahrenheitsrisiko" als Gründe. Seiner Erfahrung nach nimmt das Risiko sogar noch zu, wenn im Auto eines jungen Fahrers weitere Personen sitzen. Es gibt verschiedene Ansätze, um die vergleichsweise hohen Unfallzahlen junger Fahrer zumindest etwas zu senken. Siegfried Brockmann plädiert beispielsweise dafür, dass junge Leute bereits ab 16 zur Fahrschule gehen dürfen, damit sie mit 17 den Führerschein haben und dann ein volles Jahr lang begleitet fahren können. Aktuell dürfen Jugendliche erst mit 16,5 Jahren ihre Fahrausbildung beginnen. Viele brauchen dann länger als gedacht für die Fahrausbildung, so dass dann nur noch kurze Zeit bleibt fürs begleitete Fahren.

Trotz allem: „Junge Fahrer bleiben immer eine Risikogruppe“, sagt Siegfried Brockmann. Zwar sei in der Fahrausbildung schon einiges verbessert worden, so der Unfallforscher. Gegen zwei Risiken könne aber auch die Fahrschule nichts tun: Junge Fahrer erkennen eine Gefahr tendenziell nicht so routiniert wie erfahrene Autofahrer, „oder man nimmt die Gefahr in Kauf“, wie Brockmann zu bedenken gibt. Zudem braucht jeder Fahranfänger einige Zeit, im Regelfall gar ein paar Jahre, bis er gut Auto fahren kann. Deshalb gibt es in der Politik seit längerem Bestrebungen, Führerscheinneulingen etwa ein Coaching oder Sicherheitstrainings anzubieten. Angedacht ist, solche Kurse auf freiwilliger Basis anzubieten und im Gegenzug die Probezeit zu verkürzen.

Zurzeit durchlaufen Fahranfänger eine zweijährige Probezeit, das heißt, sie fahren sozusagen auf Bewährung. Für sie gilt in den ersten zwei Jahren nach Erwerb des Führerscheins die Null-Promille-Grenze. Bei schwereren Verstößen wie Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 20 Stundenkilometern oder Missachtung einer roten Ampel verlängert sich die Probezeit um weitere zwei Jahre und der Betroffene muss an einem Aufbauseminar teilnehmen.
Laut einer Auswertung der Unfallforschung der Versicherer liegt das Risiko junger Fahrer zwischen 17 und 24 Jahren, bei einem Unfall verletzt oder getötet zu werden, mehr als doppelt so hoch als bei der Gruppe der 25- bis 54-jährigen. Seit vielen Jahren ist das so, schreiben die Unfallforscher – und bisher habe nichts wirklich geholfen, um die hohen Unfallzahlen in dieser Altersgruppe zu verringern.