Schorndorf

Zweifel am Sinn der vorgezogenen Weihnachtsferien

Kitastreik
Die Stadtverwaltung Schorndorf wartet auf die Entscheidung des Landes, was das Thema Notbetreuung angeht. © Benjamin Büttner

Ein früherer Start in die Weihnachtsferien sei nach Einschätzung der Schorndorfer Gesamtelternbeiratsvorsitzenden Christiane Schoch und ihrer Stellvertreter Vivien Fernandez und Marco Miceli (Burg-Gymnasium Schorndorf) nicht ausschlaggebend für „ein gutes Gelingen des gesamten Schuljahres unter Coronavirus-Bedingungen. Schoch betont: „Deutlich interessanter wäre für uns, wie es langfristig nach Weihnachten und in den kommenden Monaten weitergehen soll.“ Die Beurteilung, ob das Vorziehen der Weihnachtsferien etwas zur Reduktion des Infektionsgeschehens beitragen kann, „überlassen wir gerne den entsprechend fachkundigen Personen“.

Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche geeinigt, den Beginn der Weihnachtsferien einheitlich auf den 19. Dezember vorzuziehen. „Dadurch können auch Kinder und Jugendliche ihre Kontakte in den Tagen vor Weihnachten auf das absolute Minimum reduzieren oder eine freiwillige Quarantäne machen“, heißt es auf der Internetseite der Landesregierung. Die „beschlossenen Maßnahmen werden jetzt im Detail ausgearbeitet, und die Corona-Verordnung des Landes wird entsprechend angepasst.“ Wie genau das alles ablaufen soll, ist bislang noch unklar.

„Nachdem die Entscheidung unserer Landesregierung, insbesondere nach dem Treffen mit der Bundeskanzlerin, nun doch eine andere sein wird, haben wir in der Sache sowohl mit dem Staatlichen Schulamt Backnang als auch mit dem zuständigen Referenten beim Städtetag in Stuttgart telefoniert“, so Schorndorfs Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich. Auf das Thema Notbetreuung angesprochen, heißt es aus dem Rathaus: „Der Städtetag hat nach einer Konferenz mit dem Kultusministerium mitgeteilt, am Wochenende zu einer Entscheidung zu kommen.“ Somit könne die Stadtverwaltung nichts Neues sagen: „Wir warten auf die Entscheidung vom Land.“

Sollte es zur Notbetreuung kommen, wären wie beim ersten Lockdown die Lehrkräfte (die sich freiwillig melden) gefragt, um die Zeiten abzudecken. Hemmerich: „Und wir als Stadt würden dann selbstverständlich die ergänzenden Angebote zum Unterricht organisieren, damit insgesamt ein Betreuungspaket geschnürt wird, mit dem die Eltern entlastet werden.“

In puncto vorgezogene Ferientage stellt Schorndorfs Erster Bürgermeister die Haltung von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann dar. Sie habe vor einigen Tagen in einem SWR-Interview betont, dass eine Verlängerung der Ferien organisatorische Fragen auslöse, die zahlreiche Eltern vor Betreuungsprobleme stellten. Vor allem für Eltern mit kleineren Kindern oder für Berufstätige sei das eine Herausforderung. Viele hätten ihren Urlaub in Teilen schon aufgebraucht. Außerdem mache es keinen Sinn, die Schule zu schließen und dafür umfangreiche Notbetreuung anzubieten. „Wenn ich umfangreiche Notbetreuung anbiete, kann ich auch die Schulen öffnen. Und vor dem Hintergrund kamen wir im Kultusministerium zu einem anderen Abwägungsprozess“, so Eisenmanns Standpunkt. Sie lobt nun zwar die Beschlüsse des Corona-Gipfels, zweifelt aber am Sinn der vorgezogenen Weihnachtsferien. Sie sehe persönlich nach wie vor mehr Probleme als tatsächlichen Nutzen.

Lob für Schüler

Wie genau der frühere Ferienstart aussehen könnte, ob es Sinn mache, was das für Kitas bedeutet und für berufstätige Eltern, die nicht auf die Schnelle selbst eine Ersatzbetreuung organisieren können, darauf gibt es noch keine Antworten. „Es ist alles irgendwie zwiegespalten“, sagt Susanne Krämer, Elternbeiratsvorsitzende am Max-Planck-Gymnasium.

Zum einen sehe sie das Betreuungsproblem, zum anderen sehe sie aber auch, dass es den Schülern guttun würde, „endlich mal durchschnaufen zu können“. Die Mutter von vier Kindern hat beide Seiten der Medaille vor Augen. Familien werden weiter vor Herausforderungen stehen, und sie sollten eine Aussicht bekommen, wie es weitergeht. „Den Schülern muss ich an dieser Stelle auch mal ein Lob aussprechen, sie verhalten sich super in diesen Corona-Zeiten.“ Sie verstehe, dass sich Jugendliche in ihren Freiheiten und Freizeitaktivitäten sehr eingeschränkt fühlen und vielleicht nicht immer „gut drauf wären, gerade in den Ferien dann immer bei Mama und Papa zu Hause sitzen zu müssen“.

Ein früherer Start in die Weihnachtsferien sei nach Einschätzung der Schorndorfer Gesamtelternbeiratsvorsitzenden Christiane Schoch und ihrer Stellvertreter Vivien Fernandez und Marco Miceli (Burg-Gymnasium Schorndorf) nicht ausschlaggebend für „ein gutes Gelingen des gesamten Schuljahres unter Coronavirus-Bedingungen. Schoch betont: „Deutlich interessanter wäre für uns, wie es langfristig nach Weihnachten und in den kommenden Monaten weitergehen soll.“ Die Beurteilung, ob das Vorziehen der

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