Schwaikheim

25 000-Euro-Spende für die Bürgerstiftung, die Projekte fördert

Vobaspende
Jürgen Jehle (l.) und Harald Aufwärter übergeben den Scheck an Astrid Loff, der in dem Riesenformat natürlich nur symbolisch ist – und mehrfach wiederverwendbar, weil man, wie bei einem Whiteboard, den Text jederzeit abwischen und damit aktualisieren kann. © Gabriel Habermann

25 000 Euro sind ein Wort. Oder anders gesagt: auch wenn sie von einer Bank stammen, nicht alltäglich. Die Volksbank Stuttgart erhöht damit das Stiftungskapital der Bürgerstiftung. Kein Wunder also, dass sich Bürgermeisterin Dr. Astrid Loff bei der Übergabe des Schecks, den die beiden Winnender Regionaldirektoren Harald Auwärter und Jürgen Jehle überbrachten, ausdrücklich „für die großzügige Spende“ bedankte. Mit der, genau gesagt, einer Zustiftung, werde das bürgerschaftliche Engagement in der Gemeinde gestärkt.

Die Volksbank ist selbst Gründungsmitglied der Stiftung. Jehle ist Vorstandsmitglied, zusammen mit der Bürgermeisterin kraft Amtes und Günter Kubach. Außerdem gibt es noch das derzeit neunköpfige Kuratorium als Aufsichts- und Beratungsorgan des Vorstands und den Geschäftsführer, ebenfalls kraft Amtes der Hauptamtsleiter der Gemeinde. Bürgerstiftungen mit der Volksbank bestehen auch in Leutenbach, Winnenden, Korb, Waiblingen, Schorndorf, Weinstadt, Plüderhausen und Urbach. Auch die dortigen Bürgerstiftungen wurden oder werden von der Volksbank jeweils deutlich fünfstellig bedacht. Die beiden Banker erinnern im Gespräch im Anschluss an die Scheckübergabe daran, dass in der Gründungsphase jede Spende von privater Seite an die Bürgerstiftung um die gleiche Summe aufgestockt wurde. Aus den Erträgen, sprich Zinsen des Kapitalstocks (der selbst nicht angerührt wird) und „freien“ Spenden werden Projekte gefördert. Wobei das mit den Zinserträgen angesichts des derzeitigen Zinsniveaus allerdings so eine Sache sei, räumt Auwärter ein. Man kann es auch ganz direkt sagen: Statt Zinsen müssen Spenden helfen.

Bei Vorhaben, die gefördert werden sollen oder wollen, muss die Hälfte selbst von den Initiatoren kommen, dann gibt die Bürgerstiftung die andere Hälfte dazu, nach dem Prinzip also „Hilfe zur Selbsthilfe“. Wobei allerdings auch Mehrfachförderungen möglich und erwünscht sind, wenn zum Beispiel auch Firmen, Betriebe unterstützen.

Volksbank hat Geld gespart, wegen Corona sind Veranstaltungen ausgefallen

Astrid Loff trägt sich aktuell mit dem Gedanken an einen Stiftungswein. Ihre Idee: Die beiden örtlichen Weingüter tun sich für dieses Projekt zusammen, der so produzierte und titulierte Wein wird mit etwas Aufschlag verkauft, der Aufschlag fließt jeweils in die Bürgerstiftung. Selbst genießen und auch anderen etwas Gutes tun, so könnte man den Charme dieser Überlegung beschreiben, bei der die Annahme wohl nicht ganz abwegig ist, dass so mancher Schwaikheimer ihm erliegen könnte.

Woher kommt eigentlich das Geld, das die Volksbank nun „spendiert“? Doch wohl nicht aus erhobenen Negativzinsen ihrer Kunden? Auwärters Erklärung: Durch Corona sei so manche Veranstaltung der Bank ausgefallen, das Geld für die nicht angefallenen Kosten also nicht ausgegeben worden. Anders gesagt: Aus dem Aufwandsposten dafür, das Budget dort ist nicht ausgeschöpft worden, der verbliebene „Rest“ wird gespendet, insgesamt 265.000 Euro an elf Bürgerstiftungen in Stuttgart und im Rems-Murr-Kreis. Auch mit Gewinnsparmitteln sind Projekte gefördert worden, insgesamt floss so über eine halbe Million Euro.

Idee: Auch Bedürftige in unverschuldeten Notlagen unterstützen

Schmankerl am Rande: Auwärter und Jehle kommen zwar selbst nicht aus Schwaikheim, dafür aber ihr Chef, der Vorstandsvorsitzende Stefan Zeidler. Die dortige Rathauschefin regt an, zu überlegen, ob die Stiftung künftig nicht auch bedürftige Personen unterstützen sollte, Menschen, die unverschuldet in eine Notlage gekommen sind. Bislang ist sie dafür nicht ausgelegt, es bräuchte also eine entsprechende Satzungsänderung. Auch eine weitergehende Zusammenarbeit der Bürgerstiftung mit den Vereinen „Bürgern helfen Bürgern“ und INa (Integration und Nachhilfe) ist in dem Zusammenhang aus Sicht der Bürgermeisterin eine Option. Beide wüssten ja genau, wo und bei wem’s im Ort „klemmt“.

Im Entstehen ist ein „Jungsenioren“-Netzwerk, eine Kooperation von Leuten, die gerade erst aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, aber eigentlich noch zu „fit“ sind fürs Rentner-Dasein, und die Jüngeren mit ihrem Fachwissen und ihrer langjährigen Erfahrung helfen könnten. Auch da sieht Astrid Loff einen Ansatzpunkt für Unterstützung durch die Bürgerstiftung.

In jüngerer Zeit hat die Bürgerstiftung die Errichtungen einer Calisthenics-Anlage im Freizeitzentrum gefördert. Für die gab es auch Geld von der Kreisparkassen-Stiftung, von der Firma Kärcher und vom Jugendzentrum. Ebenfalls Geld von ihr gab es für den Imagefilm der Ludwig-Uhland-Schule und für den Kauf von Defibrillatoren. Zuvor wurden unter anderem Sporttrikots für die Schule gefördert und aktuell gab es auch Geld an den Heimatverein, für dessen Umbau des „Milchhäusle“-Heimatmuseums.

Gegründet wurde die Bürgerstiftung 2006, mit einen Kapitalstock von 50.000 Euro. Mittlerweile beträgt dieser 172.000 Euro, die aktuelle Volksbank-Spende eingerechnet.

25 000 Euro sind ein Wort. Oder anders gesagt: auch wenn sie von einer Bank stammen, nicht alltäglich. Die Volksbank Stuttgart erhöht damit das Stiftungskapital der Bürgerstiftung. Kein Wunder also, dass sich Bürgermeisterin Dr. Astrid Loff bei der Übergabe des Schecks, den die beiden Winnender Regionaldirektoren Harald Auwärter und Jürgen Jehle überbrachten, ausdrücklich „für die großzügige Spende“ bedankte. Mit der, genau gesagt, einer Zustiftung, werde das bürgerschaftliche Engagement in

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