Schwaikheim

Angeklagter schweigt vor Gericht: In Schwaikheim betrunken einen Poller gerammt?

Alkohol am Steuer
Symbolbild. © ALEXANDRA PALMIZI

Mit den Kollateralschäden einer langen, feucht-fröhlich durchzechten Wochenendnacht hatte sich Richterin Basoglu-Waselzada in mündlicher Verhandlung am Amtsgericht zu beschäftigen. Ihr gegenüber auf der Anklagebank saßen Rechtsanwalt Mathias Fischer und sein Mandant, ein 27-Jähriger, der sich der Anklage des Führens eines Kraftfahrzeugs in berauschtem Zustand, des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und der Gefährdung eines anderen Verkehrsteilnehmers ausgesetzt sah.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte dem vermeintlichen Sünder zunächst einen Strafbefehl zugestellt; nachdem dagegen Widerspruch eingelegt worden war, kam es zur Verhandlung.

Der Angeklagte sagt vor Gericht nicht aus

Da der Angeklagte selbst von seinem Recht Gebrauch machte, zu den ihm vorgeworfenen Taten nicht auszusagen, war das Gericht auf dem Weg zur Wahrheit auf die Aussagen der drei einbestellten Zeugen angewiesen.

Da eine von ihnen, eine Beamtin des Polizeireviers Winnenden, die die eigentlichen Ermittlungen geführt hatte, der Verhandlung ferngeblieben war, blieb das Bild, das in der Verhandlung ausgebreitet wurde, zwangsläufig unvollständig.

Lauter Knall in der Nähe des Bahnhofs

Einer der beiden anwesenden Zeugen berichtete, dass er im September des vergangenen Jahres gegen zwei Uhr dreißig auf dem Heimweg war, als er in der Nähe des Schwaikheimer Bahnhofs durch einen lauten Knall auf einen Pick-up aufmerksam wurde.

Das Fahrzeug habe einen Poller gerammt, der einen Fußgängerweg absperrte, und hing mit den Vorderrädern in der Luft. Darauf gab der Fahrer Gas, sodass das Fahrzeug wieder freikam und auf ihn zuraste. Er selbst hat sich ungefähr zwanzig Meter entfernt befunden und sich dadurch in Sicherheit gebracht, indem er die Böschung zur Bahnhofstraße hinauf flüchtete. Dabei stürzte er über die Leitplanke und schlug sich ein Knie auf. Wer sich in diesem Moment in dem Fahrzeug befand und es lenkte, hat er allerdings nicht sehen können, räumte der Zeuge ein. Von dem Lärm alarmiert kam seine Begleiterin, von der er sich kurz davor getrennt hatte, zum Ort des Geschehens zurück und alarmierte die Polizei.

Die kurz darauf eintreffenden Beamten, so der zweite Zeuge, ein Polizeiobermeister des Winnender Reviers, fand bei dem Poller eine Ölspur vor. Sie habe darauf schließen lassen, dass die Ölwanne des Unfallfahrzeugs beschädigt worden sei. Sein Kollege und er seien über die Bahnhofstraße und die Fritz-Müller-Allee der Spur bis zum Parkplatz beim Bahnhof gefolgt. Dort entdeckten sie einen Pick-up mit beschädigter Ölwanne und noch warmer Motorhaube.

In der Nähe des Fahrzeugs befanden sich vier alkoholisierte männliche Personen, darunter auch der Fahrzeughalter, dessen Identität man über das Kennzeichen ermittelte. Dieser habe sich überrascht gegeben, was den Zustand seines Pick-ups anbelange. Er habe erklärt, in einer nahen Kneipe eine der drei anderen Personen kennengelernt und mit ihr den Abend verbracht zu haben. In dem Pick-up fanden die Beamten ein Tütchen Marihuana und einen Döner, die Blutprobe des Fahrzeughalters erbrachte eine Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille und Spuren von weiteren berauschenden Mitteln.

Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Vor die Alternative gestellt, die Verhandlung an einem neuen Termin fortzusetzen und die nicht erschienene Zeugin zu befragen, handelten Richterin, Verteidiger und Staatsanwalt unter Ausschluss der Öffentlichkeit gemeinsam aus, das Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen Zahlung von 600 Euro an den Ortsverein Winnenden des Deutschen Roten Kreuzes einzustellen.

Mit den Kollateralschäden einer langen, feucht-fröhlich durchzechten Wochenendnacht hatte sich Richterin Basoglu-Waselzada in mündlicher Verhandlung am Amtsgericht zu beschäftigen. Ihr gegenüber auf der Anklagebank saßen Rechtsanwalt Mathias Fischer und sein Mandant, ein 27-Jähriger, der sich der Anklage des Führens eines Kraftfahrzeugs in berauschtem Zustand, des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und der Gefährdung eines anderen Verkehrsteilnehmers ausgesetzt sah.

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