Schwaikheim

Auto schrottreif: Nichts bemerkt

Schild
Symbolbild. © Jamuna Siehler

Schwaikheim/Waiblingen. 1 200 Euro Strafe und zwei Monate Fahrverbot hätten es laut Strafbefehl eigentlich werden sollen für den 31-jährigen Schwaikheimer, weil er in der Waiblinger Blumenstraße ein anderes Auto gestreift haben und dann einfach weggefahren sein soll. Er legte Einspruch ein. Die Aussagen zum Unfallhergang sind widersprüchlich.

Der Schwaikheimer schildert vor Gericht, wie er am Abend des 19. Januar in Waiblingen, von der Bahnhofstraße kommend, die Heinrich-Küderli-Straße entlanggefahren sei und dann links abbog in die Blumenstraße. „Da ist ein sehr enger Abschnitt über etwa 60 Meter. Ich hatte den Großteil der Engstelle schon hinter mir, da kam sie mir von oben entgegen. Die parkenden Autos waren auf ihrer Seite, sie hatte einen besseren Einblick auf die Straße. Ich war ja schon fast durch. Sie hätte rechts ranfahren müssen“, beschreibt der 31-Jährige aufgebracht die Situation.

Streit um die Frage, wer Vorfahrt gehabt hätte

„Stinksauer, wie man so blöd sein könne“, habe er sich dann ihr vorbeigequetscht, wild gestikulierend und darauf bedacht, dass sich die Autos, vor allem die Seitenspiegel, nicht berührten. Als er dann an ihr vorbei war, habe er im Rückspiegel gesehen, wie sie und ihre Schwester aus dem Auto ausstiegen und wütende Gesten machten. Also sei er auch hin, man habe sich gestritten, wer Vorfahrt gehabt hätte und schuld an der Situation gewesen sei, und dabei hätten sich beide so unsachlich beleidigt, dass er in sein Auto gestiegen und weitergefahren sei. Von einem Schaden, dass sich die Autos überhaupt berührt hätten, habe er nichts bemerkt, der sei auch nicht Thema des Streits gewesen.

Als ihn eine halbe Stunde später seine Mutter, die Fahrzeughalterin, anrief und ihm sagte, er solle sich bei der Polizei melden, vermutete er zunächst, die andere Fahrerin hätte die Polizei wegen des heftigen Streites eingeschaltet. „Ich bin sofort zur Polizei, und erst, als die mich dann über eine Kollision informiert haben, habe ich mit einem Lumpen den Winterdreck vom Auto entfernt und einen feinen Streifen an der linken Seite bemerkt.“

„Ich habe ihn angeschaut, aber er hat gar nicht reagiert“

Die 37-jährige Waiblingerin, an deren Auto ein Schaden von mehr als 1700 Euro und damit ein wirtschaftlicher Totalschaden bei dem Zusammenstoß entstanden ist, sagt aus, sie habe die Berührungen der beiden Autos sehr wohl bemerkt und auch sofort thematisiert. „Ich bin mit dem Auto stehen geblieben und hatte gehofft, man gibt sich gegenseitig Zeichen, wer als Erstes weiterfährt oder zurücksetzt. Ich habe ihn angeschaut, auch als er direkt an mir vorbeifuhr, aber er hat gar nicht reagiert“, beschreibt die Zeugin. Von wütender Kommunikation mit Gesten sagt sie nichts. Dann hätten sie und ihre Beifahrerin deutlich gespürt, dass sein Wagen den ihren gestreift hätte, deshalb seien sie sofort ausgestiegen. „Er kam dann auf uns zu und ich habe ihm als Erstes gesagt, dass er meinen Wagen angefahren hat, aber er hat die ganze Zeit nur rumgebrüllt, es wäre rechts vor links gewesen. Dabei stand ich doch gar nicht an einer Kreuzung. Aber er hat das immer wiederholt und ist dann einfach umgedreht und weggefahren, hat uns stehen lassen, ohne zu klären, was man mit dem Schaden macht.“ Deshalb sei sie dann gleich zur Polizei gegangen.

Wenn die Polizei erst eingeschaltet ist, verhalten sich viele anders

Der Anwalt des Beschuldigten kann sich während der Verhandlung kaum zurückhalten und fällt der Richterin und der Zeugin mehrmals ins Wort, bis der Staatsanwalt ihn ermahnt, sich doch bitte zu mäßigen. Er betont, man müsse doch berücksichtigen, dass sein Mandant sich gleich bei der Polizei gemeldet und kooperiert hätte - das mache doch niemand mit schlechtem Gewissen. Der Staatsanwalt entgegnet darauf ruhig, dass es oft ein deutlicher Unterschied sei, wie Leute sich verhalten, wenn die Polizei erst einmal eingeschaltet ist.

Mit einer Zahlung von 500 Euro wird das Verfahren eingestellt

Nichtsdestotrotz stimmen Staatsanwalt und Richterin dem Anwalt zu, als der eine Einstellung des Verfahrens beantragt, da es sich um einen geringen Schaden handelt und es durchaus sein kann, dass man es nicht bemerkt, wenn man ein anderes Auto leicht streift. Gegen eine Zahlung von 500 Euro, die auf Wunsch des Angeklagten an die „Ärzte ohne Grenzen“ gehen, wurde das Verfahren eingestellt.

Schwaikheim/Waiblingen. 1 200 Euro Strafe und zwei Monate Fahrverbot hätten es laut Strafbefehl eigentlich werden sollen für den 31-jährigen Schwaikheimer, weil er in der Waiblinger Blumenstraße ein anderes Auto gestreift haben und dann einfach weggefahren sein soll. Er legte Einspruch ein. Die Aussagen zum Unfallhergang sind widersprüchlich.

Der Schwaikheimer schildert vor Gericht, wie er am Abend des 19. Januar in Waiblingen, von der Bahnhofstraße kommend, die

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