Schwaikheim

Bürgermeisterwahl in Schwaikheim: Noch fehlen die Kandidaten

Rathaus Schwaikheim
Das Rathaus in Schwaikheim. © Gabriel Habermann

Vier Wochen sind seit dem Tod von Bürgermeister Gerhard Häuser vergangen. Die Mitarbeiter im Schwaikheimer Rathaus müssen sich nun mit einer Neuwahl befassen, trotz des tragischen Ereignisses. „Wir haben da gar nicht viel Spielraum. Es gibt Regeln und Fristen, die wir einhalten müssen. Die Gemeindeordnung und das Kommunalwahlgesetz geben die Themen vor“, erklärt Hauptamtsleiter Michael Tretter am Telefon. Ganz wichtig sei es gewesen, die Gemeinderatssitzung in der vergangenen Woche einzuberufen, dort unter anderem die Ausschreibung des Amtes festzulegen. „Diese ist am Freitag im Staatsanzeiger erschienen, seit Samstag kann man sich bewerben. Bisher ist noch keine Bewerbung bei uns eingegangen“, erzählt der Hauptamtsleiter. Noch bis einschließlich Montag, 16. August (18 Uhr), können Bewerber ihre Unterlagen im Rathaus einwerfen.

Die Corona-Pandemie bleibt ein Unsicherheitsfaktor

Intern arbeiten die Rathausmitarbeiter eine ganze Reihe von Themen ab. „Wir müssen Briefumschläge bestellen, die Kandidatenvorstellung planen, überlegen wann wir die Wahlbenachrichtigungen verschicken und die ehrenamtlichen Wahlhelfer organisieren“, nennt Michael Tretter ein paar Punkte auf seiner Liste.

Ein großer Unsicherheitsfaktor bleibt dabei die Corona-Pandemie. „Die haben wir natürlich auch im Kopf. Es ist schwierig, abzuschätzen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt, wenn die Urlauber aus den Sommerferien kommen“, unterstreicht der Hauptamtsleiter die komplizierten Überlegungen. Während in Deutschland die Fallzahlen momentan auf einem konstanten, niedrigen Niveau bleiben, sieht es in anderen europäischen Ländern ganz anders aus. „Wir gehen von einer hohen Nachfrage nach Briefwahl aus“, sagt Tretter. Bei der diesjährigen Landtagswahl seien dafür circa 2000 Anträge eingegangen, nun rechne man mit mehr. „Mit unseren zwei Briefwahlbezirken sind wir an Grenzen gestoßen. Deshalb wird es für die Bürgermeisterwahl auf alle Fälle noch einen dritten geben“, weiß der Hauptamtsleiter schon jetzt.

Wahl am 12. September

Die Wahl soll am letzten Wochenende der Sommerferien, am Sonntag, 12. September, stattfinden. „Unsere Wahllokale bleiben im Vergleich zu den Landtagswahlen unverändert“, sagt Tretter. Vor Ort gewählt werden kann also in den Räumlichkeiten der Begegnungsstätte, in der Gemeindehalle und im Jakob-Korell-Kindergarten. „Sollte am 12. September kein Kandidat die absolute Mehrheit, also über 50 Prozent der Stimmen bekommen, dann findet am 26. September ein zweiter Wahlgang statt“, erklärt der Hauptamtsleiter. Auf denselben Tag sind ohnehin schon Wahlen terminiert, die für den Bundestag. Möglicherweise haben die Schwaikheimer dann also mehrere Stimmzettel zum Ausfüllen. Ob die Bundestagswahl, sollte es zu einem zweiten Wahlgang in Schwaikheim kommen, als eine Art Zugpferd dienen könnte und die Wahlbeteiligung dadurch steigt? „Das ist schwierig und würde ich so nicht unbedingt sagen“, antwortet Michael Tretter. Man könne es gar auch andersherum sehen. Auf kommunaler Ebene gebe es Leute, die eher den Eindruck haben, mit ihrer Stimme etwas zu bewirken. Berlin sei für manche, nicht nur räumlich, weit weg. „Die Wahlbeteiligung kommt natürlich auch auf die Kandidaten an. In Esslingen war sie am Wochenende mit etwas mehr als 40 Prozent eher gering. In Berglen mit 56 Prozent dafür hoch.“

Auch in den Berglen hat es gedauert, bis die erste Bewerbung eingetroffen ist

Apropos Berglen: Auch dort sind in den ersten Tagen nach Bewerbungsbeginn keine Unterlagen eingegangen. Nach zehn Tagen hat Joachim Reymann aus Waiblingen von der Querdenkerpartei „die Basis“ als erster Kandidat seine Bewerbung im Rathaus abgegeben. Holger Niederberger, der schlussendlich gewählt wurde, folgte knapp zwei Wochen später - als fünfter Kandidat. Selbst am letztmöglichen Tag ging im Oppelsbohmer Rathaus noch eine Bewerbung ein. Armin Haller, stellvertretender Bürgermeister und Gemeinderat der Bürgerlichen Wählervereinigung berichtet von einer schwierigen Suche. „Wir sind im Vorfeld der Wahl natürlich auch auf potenzielle Kandidaten zugegangen. Da haben viele allerdings, unter anderem mit Blick auf die Arbeitszeiten, gleich abgewunken.“

Vier Wochen sind seit dem Tod von Bürgermeister Gerhard Häuser vergangen. Die Mitarbeiter im Schwaikheimer Rathaus müssen sich nun mit einer Neuwahl befassen, trotz des tragischen Ereignisses. „Wir haben da gar nicht viel Spielraum. Es gibt Regeln und Fristen, die wir einhalten müssen. Die Gemeindeordnung und das Kommunalwahlgesetz geben die Themen vor“, erklärt Hauptamtsleiter Michael Tretter am Telefon. Ganz wichtig sei es gewesen, die Gemeinderatssitzung in der vergangenen Woche

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