Schwaikheim

Das Geld war weg, aber die Möbel noch da

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Symbolbild. © Mathias Ellwanger

Schwaikheim/Waiblingen. Vom strafrechtlich zu ahnenden Vorwurf der Unterschlagung ist am Ende der Verhandlung am Amtsgericht Waiblingen nicht mehr viel übrig geblieben. Die 20 000 Euro, die ein junger Mann Anfang 2014 geliehen bekam, um den „Löwen“ zu betreiben, muss sich der Unterstützer auf zivilrechtlichem Weg zurückzuholen versuchen.

Laut einer Vereinbarung sollte die vorhandene Einrichtung wie Kühlschrank, Kaffeeautomat, Stereoanlage, Waschmaschine als Sicherheit dienen, bis das Geld zurückgezahlt ist. Der abgemachten Ratenzahlung kam der Schuldner aber nicht nach. Mittlerweile ist er im Insolvenzverfahren. Der junge Mann wollte sich damals selbstständig machen und brauchte finanzielle Unterstützung, die er vom Freund einer Angestellten bekam. Zum Beispiel, um eine Gefriertruhe und einen, nicht mehr ganz jungen, fahrbaren Untersatz zu kaufen. Alles in allem summierte sich das schließlich, noch mal in bar aufgerundet, sozusagen als letzter Griff unter die Arme, auf 20 000 Euro. Das Lokal lief aber nicht, auch die Pacht, für die, um sie zu zahlen, ebenfalls Geld geliehen wurde, blieb der Jungwirt irgendwann schuldig. Die unbezahlten Rechnungen stapelten sich. Dem Verpächter wurde es irgendwann zu bunt, er ließ, etwa drei Monate nach der Übernahme des Lokals, die Schlösser auswechseln. Der Darlehensgeber nahm seinem Schuldner die Autoschlüssel ab.

Angeklagter räumt ein, kein Geld zurückgezahlt zu haben

Vor Gericht ging es nun darum, ob und welche Gegenstände der junge Mann, als sich das Ende abzeichnete, noch rechtzeitig beiseiteschaffte, um sie dem Zugriff seines Unterstützers zu entziehen, juristisch gesehen, sie zu unterschlagen. Dass er kein Geld zurückgezahlt hat, räumte der Angeklagte zwar ein. Was an Sachen aber im Lokal nicht ihm oder seinem Vater gehört habe, habe er auch dort gelassen, widersprach er der Anklage.

Im Herbst 2013 habe man sich gegenüber dem jungen Mann bereiterklärt, ihm dabei zu helfen, das alteingesessene Lokal, das aber zu der Zeit „in Schwaikheim ein leichtes Gschmäckle“ gehabt habe, wieder aufzubauen, so der Darlehensgeber als Zeuge. Bereits die Eröffnung habe sich aber verzögert. Schon damals seien von ihm Pacht, Einkäufe, Handwerker und Gebühren bezahlt worden. Nach immer weiteren „Anleihen“ habe er dann im März „jetzt mal langsam, bis hierher und nicht weiter“ gesagt, also eine letzte Kreditlinie gezogen. Er habe ja mitbekommen, dass da einiges schief-, beziehungsweise aus dem Ruder lief, und dass das Lokal klammheimlich nach und nach leergeräumt worden sei: „Es kamen ja kaum noch Gäste, aber das Bier war weg. Das war schon zu Beginn ein Zuschussgeschäft, hintenraus wurde es immer schlimmer.“

Nach dem letzten Öffnungstag des Jungwirts im Frühjahr 2014 sei dieser auf einmal nicht mehr für ihn erreichbar gewesen, so der Zeuge weiter. Daraufhin hatte er die Polizei alarmiert, die ihn darauf hingewiesen habe, dass, wenn sein Verdacht stimme, es sich um Unterschlagung handeln könnte, woraufhin er Anzeige erstattete. Bei einem Ortstermin mit dem Verpächter habe er festgestellt, dass das Lokal „weitgehend geplündert“ worden sei, und später mitbekommen, dass sein Schuldner über Dritte Dinge aus dem Lokal zum Verkauf angeboten habe.

Schwaikheim/Waiblingen. Vom strafrechtlich zu ahnenden Vorwurf der Unterschlagung ist am Ende der Verhandlung am Amtsgericht Waiblingen nicht mehr viel übrig geblieben. Die 20 000 Euro, die ein junger Mann Anfang 2014 geliehen bekam, um den „Löwen“ zu betreiben, muss sich der Unterstützer auf zivilrechtlichem Weg zurückzuholen versuchen.

Laut einer Vereinbarung sollte die vorhandene Einrichtung wie Kühlschrank, Kaffeeautomat, Stereoanlage, Waschmaschine als Sicherheit

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