Schwaikheim

Der Rohbau für die Gebäude mit der Mensa der Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule ist fertig

Ludwig-Uhland-Schule
Kein Richt-, sondern ein wegen Corona deutlich reduziertes Rohbaufest mit Vertretern der Gemeinde, der Schule, des Planungsbüros und der Baufirma. Am Mikro: Bürgermeister Häuser. © Gabriel Habermann

Seit sieben Jahren ist die Ludwig-Uhland-Schule eine Gemeinschaftsschule mit Ganztagsbetrieb in der Sekundarstufe. Im kommenden Jahr endlich bekommt sie eine eigene Mensa, müssen die betreffenden Schüler nicht mehr im katholischen Gemeindezentrum auf der anderen Straßenseite verköstigt werden. Auf dem Weg dorthin, beim Erweiterungsbau, ist nun Halbzeit mit den Arbeiten. Der Rohbau ist fertig, was gefeiert wurde, allerdings wegen Corona in kleinem Rahmen, mit Masken und Abstand, aber vor allem ohne Lehrer und Schüler. Wobei einige vom Nachwuchs, die gerade offenbar Pause hatten, vom Hauptgebäude freudig rüberwinkten.

Die Klassenstufen fünf bis acht werden dorthin umziehen

Die Mensa wird in dem Neubau wohl dessen Seele sein, aber bei weitem nicht nur aus ihr bestehen. Er wird auch acht Klassenzimmer beherbergen, künftig die Klassenstufen fünf bis acht aufnehmen, jeweils zweizügig. Zwischen je zwei Klassenzimmern wird es sogenannte Differenzierungsräume geben, in denen Kleingruppen speziell lernen können. Außerdem wird dort im Obergeschoss künftig der Kunstraum sein, wenn man so will, das Herz des Gebäudes. Um ihn und den angrenzenden Lichthof, der sich bis ins Erdgeschoss erstreckt, wird das ganze Stockwerk sich galerieartig schmiegen und erweiterbar, durch Schiebetüren und -fenster, Platz bieten für Ausstellungen.

 Andersherum gesehen: Im Obergeschoss wird dieser Raum komplett umschlossen vom Flur, an den sich die Klassenräume anschließen, aber der Flur wird so gestaltet und mit Tischen und Stühlen so möbliert, dass auch dort Schüler lernen können. Im Erdgeschoss wiederum wird nicht nur die Mensa sein, sondern auch die Schulküche und der Musikraum.

 Dieses „Raumprogramm“ macht deutlich, dass es sich bei dem Neubau nicht um einen weiteren Pavillon handelt, von denen die Schule außer dem Hauptgebäude bereits drei hat. Die Ausmaße des zweistöckigen Rohbaus, der den bisherigen Pausenhof erheblich verkleinert, zeigen das in Zahlen: knapp 1500 Quadratmeter Bruttogrundfläche und rund 7300 Kubikmeter Rauminhalt, Grundfläche 42 auf 36 Meter und eine Höhe, vom Pausenhof gemessen, von neun Meter, von der angrenzenden Uhlandstraße aus gar elf Meter.

Noch eine Zahl, die das belegt und auf die vor allem Bürgermeister Gerhard Häuser in seinem Grußwort zum Rohbaufest Wert legte: Die Gemeinde investiert rund 8,3 Millionen Euro, die größte Summe in der Geschichte der Gemeinde. Häuser ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, zu ergänzen, dass nebenan Schwaikheim ebenfalls viel Geld in die Hand nimmt, rund 2,5 Millionen Euro, um im Paula-Korell-Kinderhaus zusätzliche Räume für zwei Krippen und eine Ganztagsgruppe zu schaffen.

Dass der Bau nicht stillstand, war ein Zeichen der Hoffnung

Vor rund einem Jahr war Spatenstich, in etwa einem Jahr, zum Beginn des Schuljahres, soll Einweihung sein, dann hoffentlich mit einem großen, nicht coronagehemmten Fest. Dabei sei der Bau so schnell gewachsen, dass die Schüler fragten, ob denn schon zu diesen Sommerferien der Einzug erfolge, berichtete Rektorin Heike Hömseder. Sie erinnerte aber auch an den 16. März, den Tag, an dem sämtliche Schulen im Land ihre Schüler wegen der Pandemie nach Hause schicken mussten, und an die bis zu drei Monate Home-Schooling danach.

Ein kleines Virus habe die Welt zum Stillstehen gezwungen, aber eben doch nicht die ganze Welt. „Nein, eine große Baustelle in einem kleinen Städtchen blieb keineswegs still stehen“, so das geradezu lyrisch verpackte Lob der Schulleiterin an die beteiligten Baufirmen und deren Mitarbeiter. Das Wachsen des Gebäudes Tag für Tag sei für sie zu einem Zeichen der Hoffnung geworden, so Heike Hömseder.

 Die auch keinen Hehl daraus machte, dass sie dem Tag entgegenfiebert, an dem der Neubau – mit der Mensa für Schüler und Lehrer, mit Räumen für Veranstaltungen und Versammlungen der Schulgemeinde, einer entsprechenden Lernumgebung, mit Fachräumen – die Umsetzung des Konzepts der Gemeinschaftsschule in vollem Umfang endlich zulasse. Das gilt aber auch in Bezug auf das Fach Kunst. Denn die Schule hat Kunst als Profil, und mit dem neuen Kunstraum zieht der Unterricht vom bisher gemeinsam mit dem Fach Technik genutzten Untergeschoss im Pavillon drei um. Auch das Fach Technik bekommt also mehr Platz.

Gestiegene Anmeldezahlen für die Fünftklässler

„Endlich“ könnte man auch anfügen zum „Restart“ der Schule unter der neuen Leitung von Heike Hömseder und Michael Huy (der allerdings jüngst nach Welzheim gewechselt ist), nach Jahren einer ungesicherten Zukunft für die Sekundarstufe. Denn mittlerweile scheint diese mit gestiegenen Anmeldezahlen für die Fünftklässler Kurs zu nehmen auf eine gesicherte (und verlangte) Zweizügigkeit.

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus bedeutet außerdem den Abschluss der Integration der Robert-Böhringer-Schule, denn die dort noch verbliebenen 65 Schüler, die dann Zehntklässler werden, werden zum Beginn des Schuljahres 2021/22 nach Schwaikheim wechseln.

Die Anmeldezahlen zeigen, dass die Schule offensichtlich das Vertrauen der Eltern und der Schüler genieße, so Häuser. Der Bürgermeister zeigte sich auch zuversichtlich, dass die derzeit vakante Konrektorstelle bald wieder besetzt sein wird.

Bei einem gemeinsamen Rundgang durch den Rohbau erläuterte Projektleiter Markus Altmann vom Planungsbüro Bär Stadelmann Stöcker aus Nürnberg, dass der Innenausbau bewusst „funktional“ erfolge. So werde es Sichtbeton an den Stützen und am Tragwerk im Erdgeschoss geben, während an den Oberflächen, etwa der Fenster und der Einbauten, Holz sozusagen für Wärme sorgen werde. Einen farbigen Akzent soll Linoleum setzen, ein Bodenbelag, der in Schulen, weil sehr robust, gebräuchlich sei. Die Mensa wird zum Foyer, das sich über die ganze Gebäudelänge erstreckt, durch eine Wand aus Glas mit Holzeinfassung abgetrennt.

Zum Holzklappladen für den Bereich der Essensausgabe, von einigen Gemeinderäten zwischenzeitlich als „Einsparpotenzial“ ausgemacht, erläuterte Altmann noch mal dessen Zweck und Sinn, nämlich dafür zu sorgen, dass bei Abendveranstaltungen in der Mensa die Küche wirklich abgeschlossen, von dieser getrennt ist.

Der umlaufende Gang im OG soll eine Art „Marktplatz“ der Schule sein

Im Obergeschoss soll der umlaufende Gang als eine Art „Marktplatz“ der Schule funktionieren. Die tragenden Teile der Konstruktion im Obergeschoss werden verputzt, denn dort solle es mit Blick auf den Unterricht deutlich ruhiger als im Erdgeschoss zugehen, so Altmann.

Er lobte die beauftragte Rohbaufirma ausdrücklich, die habe jeden Werktag wirklich von 7 bis 17 Uhr und auch samstags gearbeitet.

Etwas habe bereits der Rohbau bewiesen: Gute Zusammenarbeit zwischen Schwaben und Franken sei trotz aller sprachlichen Differenzen möglich.

Seit sieben Jahren ist die Ludwig-Uhland-Schule eine Gemeinschaftsschule mit Ganztagsbetrieb in der Sekundarstufe. Im kommenden Jahr endlich bekommt sie eine eigene Mensa, müssen die betreffenden Schüler nicht mehr im katholischen Gemeindezentrum auf der anderen Straßenseite verköstigt werden. Auf dem Weg dorthin, beim Erweiterungsbau, ist nun Halbzeit mit den Arbeiten. Der Rohbau ist fertig, was gefeiert wurde, allerdings wegen Corona in kleinem Rahmen, mit Masken und Abstand, aber vor

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper