Schwaikheim

Die Gemeinde Schwaikheim braucht schnell zusätzliche Kinderbetreuungsplätze

Kinderbetreuungsplätze
Die Wege im neuen Außengelände des Kinderhauses sind ideal für rasante Kurvenfahrten. Foto Palmizi © ALEXANDRA PALMIZI

Im Kinderhaus Badstraße wird eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten in eine gemischte Gruppe mit Ganztagsbetreuung und VÖ-Zeiten umgewandelt. Zehn Plätze mit verlängerten Öffnungszeiten werden in Ganztagesplätze umgewandelt. Das bedeutet, dass sechs Krippenkinder, die in den Kindergarten wechseln, weiterhin Ganztagesbetreuung erhalten und dass für vier Kinder aus der VÖ-Gruppe künftig Ganztagesbetreuung möglich ist. Die Umwandlung soll im Oktober erfolgen. Das Personal wird dazu um eine Dreiviertelstelle aufgestockt, was zusätzliche Personalkosten, knapp 3000 Euro pro Monat, bedeutet.

Außerdem wird im Kinderhaus eine weitere Ganztagesgruppe mit 20 Plätzen eingerichtet. Allerdings wird dazu nicht erneut erweitert, sondern der Ausbau geht zulasten des bisherigen Bewegungsraums. Das soll vorübergehend sein, bis der ins Auge gefasste Neubau einer Kita in Betrieb geht. Mit dem Ausbau werden alle Kinder, die beim Kinderhaus Badstraße auf der Warteliste stehen, einen Platz dort erhalten. Er soll in zwei Stufen erfolgen. Die Einrichtung einer halben Gruppe mit zehn Plätzen ist ab Februar notwendig. Dafür braucht es zusätzliches Personal (eine volle Stelle plus eine mit 70 Prozent), was zusätzliche Personalkosten von rund 6500 Euro je Monat bedeutet (knapp 80 000 Euro jährlich). Die weiteren zehn Plätze sind ab Juni notwendig. Das wird eine weitere Personalaufstockung in gleicher Höhe erfordern und weitere Personalkosten in gleicher Höhe bedeuten. Dazu kommen die Kosten für den Ausbau des Sanitärbereichs (zwischen 20- und 30 000 Euro) sowie für das Mobiliar des neuen Gruppenraums (10- bis 15 000 Euro), wobei das beim Umzug der Gruppe in die neue Kita mitgenommen werden kann. Die gesamten zusätzlichen Personalkosten belaufen sich also ab Juni auf 16 000 Euro monatlich (jährlich fast 200 000 Euro), die Gesamtkosten für bauliche Maßnahmen und Inventar zwischen 30- und 45 000 Euro.

Die beiden Maßnahmen sollen den Bedarf an Betreuungsplätzen kurzfristig für das Kindergartenjahr 2020/21 decken. Der Gemeinderat hat ihnen in der jüngsten Sitzung mehrheitlich (zwei Neinstimmen) zugestimmt. Sie gehen zurück auf Empfehlungen aus der Fortschreibung der örtlichen Bedarfsplanung. Mit dieser hat die Gemeinde vor drei Jahren die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH mit Sitz in Stuttgart beauftragt. Die erste Fortschreibung, sprich Aktualisierung, gab es im vergangenen Jahr. Frühere Annahmen zum voraussichtlichen Bedarf an Betreuungsplätzen wurden den längerfristigen Optionen der Wohnbaulandentwicklung und den zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Geburtenzahlen angepasst, die aktuelle Einwohnerzahl und die Altersstruktur berücksichtigt sowie Annahmen zu künftigen Geburtenzahlen und zum voraussichtlichen Zuzug getroffen. Für die zweite Fortschreibung wurde zum Beispiel berücksichtigt, dass der erste Abschnitt des Bauprojekts Neue Ortsmitte und des Gebiets Heiße Klinge sich verzögert haben, so dass für 2020 weniger Zuzüge zu erwarten sind. Eingerechnet ist auch, dass inzwischen im Kinderhaus Badstraße eine Regelgruppe in eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten umgewandelt wurde, wodurch drei Plätze verlorengingen.

Ausbau des Kindergartens Lessingstraße oder Neubau woanders

Laut LBBW fehlen fürs kommende Kindergartenjahr 18 Plätze für unter Dreijährige in Krippengruppen und 21 Plätze für über Dreijährige. Bei den Kindergartenkindern steht freien Plätzen bei den Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten ein Defizit von 25 Plätzen bei der Ganztagsbetreuung gegenüber. Die beiden genannten kurzfristigen Maßnahmen sehen daher vor, VÖ-Plätze in Ganztagsplätze umzuwandeln und eine Interimslösung für zusätzliche Ganztagsplatze. Zwischenzeitlich, bis das Paula-Korell-Kinderhaus aufgestockt ist (zwei zusätzliche Krippengruppen mit 20 Plätzen sowie eine Ü-3-Ganztagesgruppe mit 20 Plätzen, zum Beginn des übernächsten Kindergartenjahrs) und der ins Auge gefasste Neubau einer sechsgruppigen Kita an einem neuen Standort in Betrieb geht. Dieser wäre die Alternative zu einem Ausbau des Kindergartens Lessingstraße (bislang zwei VÖ-Gruppen mit 46 Plätzen für Ü-3-Kinder). Wobei für diesen im erforderlichen Ausmaß (zwei zusätzliche Krippengruppen mit 20 Plätzen und zwei Ganztagesgruppen für Ü-3-Kinder mit zusammen 40 Plätzen, also insgesamt dann sechs Gruppen) am Standort der Platz nicht reicht. Noch eine Option wäre, den Kindergarten Lessingstraße zu erhalten, dann wären bei einem Neubau an einem noch festzulegenden Standort vorerst Räume für nur vier Gruppen erforderlich.

Die LBBW mahnt allerdings, dass nach den kurzfristigen Maßnahmen und der Aufstockung des Paula-Korell-Kinderhauses mit der weiteren Erhöhung der Betreuungsquote und den geplanten Wohnungsbauvorhaben der Bedarf deutlich ansteigen werde, die Erweiterung des Kindergartens Lessingstraße oder ein Neubau also schnell angegangen werden müsse. Erst recht gelte dies, sollten die längerfristigen Vorhaben (zweiter Abschnitt Neue Ortsmitte, Leimtelle und Steige) ab Mitte des Jahrzehnts vorangetrieben werden.

Im Kinderhaus Badstraße wird eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten in eine gemischte Gruppe mit Ganztagsbetreuung und VÖ-Zeiten umgewandelt. Zehn Plätze mit verlängerten Öffnungszeiten werden in Ganztagesplätze umgewandelt. Das bedeutet, dass sechs Krippenkinder, die in den Kindergarten wechseln, weiterhin Ganztagesbetreuung erhalten und dass für vier Kinder aus der VÖ-Gruppe künftig Ganztagesbetreuung möglich ist. Die Umwandlung soll im Oktober erfolgen. Das Personal wird dazu um eine

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