Schwaikheim

Die Suche nach einem geeigneten Standort für einen Naturkindergarten verläuft zäh in Schwaikheim

Waldkindergarten 15 J jubilaum und Schutzhuette einweihung  Kottweil 27-06-09
Symbolbild. © ZVW/Pavlovic (Archiv)

Mit einem Naturkindergarten, wie ihn die Grünen auch für Schwaikheim angeregt haben, wird es dauern. Die Gemeinde tut sich schwer, einen geeigneten Standort auf Schwaikheimer Gemarkung zu finden. Das geht aus einem Zwischenstandsbericht der Verwaltung hervor.

Das wenig ermutigende Ergebnis sorgte, als es in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats vorgestellt wurde, für erheblichen Unmut bei den Bürgervertretern. Sie verwiesen darauf, dass seit der Besichtigung von drei vor allem ins Auge gefassten Standorten im November mittlerweile ein halbes Jahr vergangen ist. Da stelle sich die Frage, was denn seither geschehen sei, um weitere mögliche Standorte zu prüfen, und was getan werden könne oder müsse von Seiten der Gemeinde, um das Projekt doch zu ermöglichen. Heftig kritisiert wurde, dass der ursprüngliche Antrag der Verwaltung lediglich eine „Kenntnisnahme“ seitens des Gremiums vorsah. Gemeinderäte argwöhnten, dass damit, nach der Devise „Deckel drauf“, das Vorhaben „beerdigt“ werden, in der Schublade verschwinden solle.

Zumal noch drei weitere Standorte, die aus der Bevölkerung heraus vorgeschlagen wurden, ebenfalls als nicht geeignet bewertet werden. An der Erbachlinde, weil dieser an einen stark befahrenen Radweg und eingezäunte Grundstücke grenzt und es dort ebenfalls an Möglichkeiten für Naturerfahrungen mangle; in der Nähe des neuen Feuerwehrgerätehauses beziehungsweise der Minigolfanlage, für die das Gleiche gelte wie beim Sängergarten und der Kleintierzüchteranlage, die beide nicht weit entfernt sind; in der Nähe des Freizeitgeländes am Ententeich, weil es sich dort um ein Naturschutzgebiet handle, weil der Teich Gefahren für Kinder berge, die „erhöhten Aufsichtsbedarf“ erfordern würden, weil die Doppelnutzung des Geländes als Spielplatz und als Basisstation schwierig umzusetzen sei und weil zudem auch dort umliegende Plätze für Naturerfahrungen fehlten.

Wenn es in Leutenbach und Berglen geht, warum nicht in Schwaikheim?

Angesichts dieses Auflistens vor allem von Gründen, warum es schier überall leider nicht gehe, verwiesen Gemeinderäte auf Leutenbach (Naturkindergarten) und Berglen (Waldkindergarten), natürlich mit der Frage verbunden, warum es dort geklappt hat. Ebenso wenig fehlte der Hinweis darauf, dass es im Rems-Murr-Kreis noch zahlreiche weitere Wald- und Naturkindergärten gibt, einhergehend mit der weiteren Frage, warum es denn ausgerechnet in Schwaikheim partout nicht funktionieren sollte.

In Leutenbach gibt es mit dem Landschaftspark Höllachaue bei Nellmersbach allerdings einen Standort, der Kindern nah beieinander genügend Abwechslung bietet, teils von Natur aus, teils von der Gemeinde oder Landwirten geschaffen. In Berglen sind die Gegebenheiten mit dem Waldspielplatz bei Kottweil, als täglicher Sammel- und Abholpunkt der Kinder, dem Parkplatz direkt daneben (Anfahrt für Eltern und Erzieherinnen), dem angrenzenden weitläufigen Waldgebiet und einem nahen Streuobststückle samt Wetterschutzhütte ideal.

Man wolle also nicht (immer wieder) nur hören, warum etwas nicht gehe, sondern erwarte, dass Wege aufgezeigt werden, wie etwas ermöglicht werden kann, auch wenn es schwierig werden könnte, so die Aufforderung von Gemeinderäten im Weiteren an die Verwaltung. Zu bedenken wurde auch gegeben, unter Verweis auf den sich abzeichnenden Engpass bei den Betreuungsplätzen, dass ein Naturkindergarten eine kurzfristig mögliche und auch auf Dauer günstige Alternative zu einem deutlich zeit- und kostenaufwendigeren Kita-Neubau sei.

Häuser: Ohne geeigneten Standort gibt es keine Betriebserlaubnis

Sowohl die Kindergartenfachberaterin Sibylle Haas, für die Gesamtleitung der Schwaikheimer Kitas zuständig, als auch Bürgermeister Gerhard Häuser versicherten angesichts der geballten Schelte, dass das negative Ergebnis des Zwischenstandberichts auch für die Verwaltung keineswegs bedeute, dass das Vorhaben „gestorben“ sei. Man sei nach wie vor an der Verwirklichung interessiert, müsse nun allerdings erst einen geeigneten Standort finden, um nicht zuletzt eine Betriebserlaubnis seitens des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) als zuständige Genehmigungsbehörde zu bekommen. Bei der weiteren Suche nach möglichen Standorten sieht Häuser allerdings durchaus auch die Gemeinderäte mit in der Pflicht, weitere Vorschläge zu machen.

Ergebnis – dem der Aussschuss einstimmig zustimmte – war schließlich, dass eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden soll, mit Vertretern der Verwaltung, der Fraktionen und externen Experten, die weiter Standorte prüfen soll. Der anvisierte Betriebsstart zum Beginn des übernächsten Kindergartenjahres dürfte angesichts der anhaltenden Auslastung der Verwaltung mit der Organisation des Betriebs der bestehenden Kitas unter Coronabedingungen und der Personalknappheit im Rathaus allerdings eine ziemlich „sportliche“ Herausforderung werden.

Mit einem Naturkindergarten, wie ihn die Grünen auch für Schwaikheim angeregt haben, wird es dauern. Die Gemeinde tut sich schwer, einen geeigneten Standort auf Schwaikheimer Gemarkung zu finden. Das geht aus einem Zwischenstandsbericht der Verwaltung hervor.

Das wenig ermutigende Ergebnis sorgte, als es in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats vorgestellt wurde, für erheblichen Unmut bei den Bürgervertretern. Sie verwiesen darauf, dass seit der Besichtigung

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