Schwaikheim

Europameisterin im Hufeisenwerfen

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Bei Edith Baier stimmen Augenmaß, Konzentration und Feinmotorik. © Jamuna Siehler

Schwaikheim. Sie muss schmunzeln. „Ich kann’s ja selbst nicht glauben, aber es ist so.“ Edith Baier aus Leutenbach, die für den Spieleclub Schwaikheim antritt, ist auf dem Gelände der Waldhof Mannheim, in der Hufeisenwerfen-Disziplin American, im Duell Frau gegen Frau sozusagen, die Beste gewesen und damit Europameisterin geworden.

Die Meisterschaft auf europäischer Ebene ist zum ersten Mal ausgetragen worden, als Probelauf, mit starker Beteiligung aus dem Ländle, Baden-Württemberg ist eine Hochburg dieser Randsportart. In Schwaikheim gibt es gleich zwei Vereine, die sich ihm widmen, außer dem Spieleclub auch noch die Country- und Westernfreunde. Aber auch der Spieleclub leidet mittlerweile an Überalterung. Es gibt nur noch zwei Aktive, eben Edith Baier und ihre Mutter Helma Müller. Eigentlich sei sie ja, was das Training angehe, eine faule Socke, aber an dem Wochenende in Mannheim sei eben alles zusammengekommen. Die Tagesform hat gestimmt, die Eisen sind gut geflogen und das Glück war auf ihrer Seite.

21 Frauen und 52 Männer sind angetreten, in den zwei Disziplinen German und American, außer den Deutschen Teilnehmer aus Italien, Polen, Norwegen und der Schweiz. Die Eidgenossen kamen sogar mit Schlachtenbummlern. Der Älteste war 82, die Jüngste 15.

Gegnerin im Finale erst Anfang 20

Bei German spielt jeder für sich, Edith Baier favorisiert eindeutig American. Ihre Mutter, die eigentlich sonst besser sei als sie, habe Pech, nämlich schwere Gegner schon in der Gruppenphase gehabt. Sie selbst ist dagegen in der K.-o.-Phase einmal nur übers Stechen weitergekommen. Im Finale traf sie auf eine Gegnerin, die erst Anfang 20 ist, gespielt wurde auf zwei Gewinnsätze, jeweils acht „Innings“ (Durchgänge) mit je zwei Eisen. Den ersten Satz gewann sie haushoch, den zweiten ganz knapp, ersparte sich damit also einen entscheidenden Durchgang. Gut für sie, „denn bei der Hitze an dem Tag hätte ich keinen dritten Satz mehr spielen wollen.“ 2006 waren sich Edith Baier und ihre Mutter im Finale der deutschen Meisterschaft in Ebni gegenübergestanden. „Da bin ich sang- und klanglos untergegangen.“ Okay, also „ein paar“ Landestitel hat sie natürlich in ihrer Laufbahn schon gewonnen.

„Wenn man einfach Spaß daran hat, läuft es besser“

Wie kommt man eigentlich zum Hufeisenwerfen? In ihrem Fall, klar, über die Mutter, die sei aber eigentlich anfangs eher eine „Kegelschwester“ gewesen, bis es Ende der 90er Jahre mal ein Juxturnier mit den Eisen im Gefolge eines Galgenkegelns gab. Die Tochter fand auch Gefallen daran, zumal sie dabei auch noch ihren späteren Mann kennenlernte. Edith Baier gefällt die Geselligkeit an dem Hobby, dass man immer wieder bei den Turnieren Leute trifft, die eben auch wie sind offen, zugänglich sind. Jeder Verein, der im Dachverband ist, richtet einmal im Jahr ein Qualifikationsturnier für die deutsche Meisterschaft aus. „Das heißt, fast jeden Samstag im Sommer ist irgendwo ein Turnier.“ Sie betreibe ihren Sport nicht verbissen, „wenn man einfach Spaß daran hat, läuft es auch besser.“ Und das Training? „Na ja, ist eigentlich zumindest einmal in der Woche angesagt.“ Eigentlich.

Am Hufeisenwerfen gefällt ihr außer der Geselligkeit auch, dass es ein sehr fairer Sport sei. Es gebe klare Wertungen, durch die Spieler selbst, es gebe nichts zu schummeln, die Schiedsrichter griffen nur bei ganz seltenen Streitfällen ein. Noch etwas sei schön: dass man das Hobby in jedem Alter ausüben kann. Und zwar gut, siehe ihre mittlerweile 77-jährige Mutter. Und was zeichnet die Tochter, die Europameisterin, beim Hufeisenwerfen aus, doch wohl vor allem eine ruhige Hand? Wieder muss sie schmunzeln. „Das täuscht, ich bin zwischendurch ganz schön am Zittern.“

Schwaikheim. Sie muss schmunzeln. „Ich kann’s ja selbst nicht glauben, aber es ist so.“ Edith Baier aus Leutenbach, die für den Spieleclub Schwaikheim antritt, ist auf dem Gelände der Waldhof Mannheim, in der Hufeisenwerfen-Disziplin American, im Duell Frau gegen Frau sozusagen, die Beste gewesen und damit Europameisterin geworden.

Die Meisterschaft auf europäischer Ebene ist zum ersten Mal ausgetragen worden, als Probelauf, mit starker Beteiligung aus dem Ländle,

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