Schwaikheim

Freibad in Schwaikheim: Neue Umwälzpumpen sollen Schließungen vorbeugen

Saisonstart
Rüdiger Hirsch erklärt, wie die neuen Geräte und deren Steuerung funktionieren. © ALEXANDRA PALMIZI

Jetzt muss nur noch das Wetter mitmachen, genauer gesagt, sich temperaturmäßig steigern. Das Badewasser immerhin ist dabei bereits auf einem guten Weg, das zeigt eine Handprobe vom Beckenrand aus. Das Freibad ist startklar für die geplante Saisoneröffnung am Dienstag, 3. Mai.

Der Rohrbruch, der das noch hätte gefährden können, hat sich mittlerweile nicht als solcher rausgestellt. Es ist „nur“ eine Undichtigkeit an Rohrmuffen, an denen Wasser austritt. Die Techniker gehen aber davon aus, dass mit steigenden Wassertemperaturen das abnimmt, das Problem sich also im Grunde von selber löst.

Freibad wird künftig selbst einige Liegen bereitstellen

Das Freibad ist sogar mehr als parat für seine Besucher. Es kann nämlich aufwarten mit neuen Fliesen in den Durchschreitebecken an den Duschen, teilweise neu gefliest ist der Boden des Kinderbeckens. Der neue Zaun zur Radsporthalle hin steht, die neue Hecke davor, die ihn blickdicht machen soll, wird doch keine mit Kornelkirsche, weil die nicht lieferbar ist derzeit, sondern eine Hain- beziehungsweise Blutbuche. Nebenan entlang des alten Rasenspielfelds sind die neuen Bäume gepflanzt.

Das Freibad wird künftig selbst einige Liegen bereitstellen, und zwar auf der „Tribüne“, man könnte auch sagen Empore entlang des Beckens. Deren Anzahl ist freilich begrenzt und so darf man gespannt sein, wie Nachfrage und Angebot sich hoffentlich ohne Streitereien einpendeln werden, das Freibad keine Zankereien beim berüchtigten „Reservieren“ mit Badetüchern erlebt, eine Disziplin, in der man den Deutschen wohl zu Recht nachsagt, Weltmeister zu sein.

Der große Unterschied ist, dass die Umwälzpumpen nun trocken stehen

Zwei weitere Liegen samt Sonnenschirmen stehen, wenn man so will, am Logenplatz, direkt auf dem Rollrasen, der das neue Pumpenhäuschen bedeckt. Und das führt zur eigentlichen Nachricht: Das Freibad hat neue Umwälzpumpen für das Badewasser, die „anders“ arbeiten als die bisherigen und bei der alle, von den Badegäste und den Schwimmmeistern bis hin zu den Gemeinderäten und den verantwortlichen Mitarbeitern der Verwaltung, hoffen und auch erwarten, dass sie das verlässlicher tun als die bisherigen. Die Zeiten, in denen bei bestem Sommerwetter wegen der ausfallenden Umwälzung das Bad komplett geschlossen ist, sollen endlich und endgültig der Vergangenheit angehören. Die neuen Pumpen stehen „trocken“, nicht mehr in einem Schwallwasserbehälter, sind auch keine Tauchpumpen mehr, bei denen bei fälligen Reparaturen erst das Wasser komplett abgelassen und damit der Betrieb eingestellt werden muss.

Es gibt automatische Störungsmeldungen an die Fernüberwachung, direkt als Alarm auf den betreffenden Laptop im Rathaus. Die Pumpen, die nicht im Wasser stehen, seien aber bei weitem nicht so anfällig, versichern Bauamtsleiter Rolf Huber und Rüdiger Hirsch, Bautechniker oder auch Gebäudemanager, wenn man so will, beim Vor-Ort-Termin wenige Tage vor Saisonstart. „Das heißt, wir können unverzüglich reagieren, sofort mit dem Reparieren beginnen, bislang waren eben die Folgen bei einem Ausfall gravierender.“

Vergabesumme bei rund 170 000 Euro netto

 In dem Bauwerk unter der Erde, zu der eine Treppe führt, arbeiten zwei Pumpen, und zwar so leistungsfähige, dass wenn eine von ihnen ausfällt, die andere ihre Arbeit problemlos mitübernehmen kann. Wobei im Normalbetrieb beide Pumpen umwälzen. Bislang musste man, um an eine defekte Pumpe heranzukommen, eben erst mal das Wasser ablassen und brauchte einen Radlader mit Hebevorrichtung, um sie überhaupt rauszubekommen. Künftig kann man direkt, im Trockenen, an die Pumpen heran.

Huber weist außerdem darauf hin, dass das Pumpenhäuschen durch den verbauten Stahlbeton insgesamt vor einem durchaus möglichen Hochwasser weitgehend sicher ist. Eventuell trotzdem eindringendes Wasser wird abgesaugt und nach oben beziehungsweise außen abgeleitet. Die Pumpen und die sie antreibenden Motoren sind jeweils getrennt, nicht mehr in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht, auch das erleichtert Reparaturen. „Wie ein Schaufelrad“, erklärt Huber die Funktionsweise der Pumpen, „die bewegen das Wasser. Genau andersherum wie bei einem Mühlrad, das vom Wasser angetrieben wird.“

Die neue Errungenschaft, die dem bisherigen Ärger von „ausgesperrten“ Badegästen vorbeugen soll, lässt sich die Gemeinde einiges kosten. Huber liegt zwar noch keine Abschlussrechnung für die beiden Gewerke (Technik und Bauwerk) vor, aber die Vergabesumme belief sich auf immerhin rund 170 000 Euro netto.

Jetzt muss nur noch das Wetter mitmachen, genauer gesagt, sich temperaturmäßig steigern. Das Badewasser immerhin ist dabei bereits auf einem guten Weg, das zeigt eine Handprobe vom Beckenrand aus. Das Freibad ist startklar für die geplante Saisoneröffnung am Dienstag, 3. Mai.

Der Rohrbruch, der das noch hätte gefährden können, hat sich mittlerweile nicht als solcher rausgestellt. Es ist „nur“ eine Undichtigkeit an Rohrmuffen, an denen Wasser austritt. Die Techniker gehen aber davon

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