Schwaikheim

Gemeinde erfüllt Wunsch aus dem Jugendhearing: Im Freizeitzentrum wird eine Calisthenics-Anlage aufgestellt

Calisthenics-Anlage
So eine Trimm-dich-Anlage in Gestalt eines Klettergerüsts für Erwachsene soll im Freizeitzentrum errichtet werden. Das Foto wurde in der Zeit vor Corona gemacht. © siehe Bildtext

Ein Wunsch, den der Nachwuchs beim „Jugendhearing“ äußerte, das vor rund zwei Jahren in der Gemeindehalle stattfand, wird nun erfüllt: eine Calisthenics-Anlage auch in Schwaikheim. Das ist eine Anlage im Freien, an oder mit der jedermann seinen Körper, insbesondere die Muskeln, trainieren kann, und zwar ohne, dass dafür wie in einem Fitnessstudio spezielle Geräte zum Einsatz kommen. Man trainiert sozusagen ganz einfach mit seinem eigenen Körpergewicht. Wobei das von Figur zu Figur sich unterschiedlich gestaltet, je nachdem also leichter oder schwerer fällt. Allerdings spielen auch der Einsatzwille, die Disziplin dranzubleiben und der zeitliche Aufwand eine Rolle bei der Wirkung.

Grundsätzlich ist eine Calisthenics-Anlage für alle Altersgruppen geeignet, auch die Älteren können durchaus an ihr trainieren, sofern und soweit es die Beweglichkeit noch zulässt. In der Regel tummeln sich aber eher die Jüngeren dort, wobei für die auch das Sich-gegenseitig-Beobachten, Anstacheln, das „Publikum“ reizvoll ist. Das Besondere an dieser Art Körpertraining: Sie findet im Freien statt, ist damit, was die Nutzung angeht, ein Stück weit vom Wetter abhängig, sie ist „stationär“, im Gegensatz etwa zum Joggen, Nordic Walking oder Radfahren, und sie ist, im Gegensatz zu einem gewerblichen Fitnessstudio oder einem Fitnesspark eines Sportvereins, frei zugänglich, der Gebrauch unentgeltlich. Man muss keine Studiogebühren oder Mitgliedsbeiträge zahlen. Vom Grundsatz her gibt es auch keine Öffnungs-, beziehungsweise festgelegten Betriebszeiten, nach denen man sich richten muss. All das mitsamt dem offenen Treff-Charakter der Anlage ist für die Jugend verlockend.

Die Gemeinde hat vor zwei Jahren, die Anregung aus dem Jugendhearing aufnehmend, eine Projektgruppe gegründet, um vor allem verschiedene Standorte zu prüfen. Weil das Jugendzentrum von Anfang an in die Planung miteingebunden wurde und auch weiterhin beteiligt sein soll, wenn die Anlage steht, in Betrieb ist, war klar, dass der Standort im Freizeitzentrum sein soll und damit nicht weit vom Jugendzentrum an der Fritz-Ulrich-Halle entfernt. Der Vorschlag lautet nun, dass der Standort zwischen der Festwiese und dem Rasenspielfeld sein soll. Aus der Baumgruppe dort müsste ein Exemplar fallen. Dafür soll an anderer Stelle als Ausgleich ein anderes gepflanzt werden.

Kosten für die Anschaffung: Knapp 18 000 Euro

Die Gemeinde hat sich ein Angebot von einer Berliner Firma eingeholt. Laut diesem kostet die Anlage knapp 18 000 Euro, wobei das nur die Anschaffungskosten sind. Fast 10 000 Euro können durch Spenden von Förderern gedeckt werden (knapp 3000 Euro von Mercedes AMG, 5000 Euro von der Sparkassenstiftung, 1500 Euro von der Bürgerstiftung, 600 Euro von der Alfred-Kärcher-Stiftung, außerdem gibt das Jugendzentrum aus seinem angesparten Budget 3200 Euro). Montieren wird die Anlage der Bauhof der Gemeinde, der auch für einen Fallschutz sorgen wird.

In der jüngsten Sitzung stimmte der Technische Ausschuss des Gemeinderats dem Kauf und der Errichtung der Anlage zu. Sie könne ein Magnet werden für verschiedene Altersgruppen der Jugend, so SPD-Fraktionssprecher Alexander Bauer, der allerdings auch anmahnte, an eine Benutzungsordnung zu denken. Auch das Thema Sicherheit (Einsehbarkeit, Beleuchtung, wenn die Anlage auch bei Nacht genutzt werden dürfe) solle früh mitbedacht werden. Dass es viele spendenwillige Sponsoren gebe, zeige, dass es eine sinnvolle Sache werden könne, betonte Silke Haag, CDU-FB. Sehr gut sei die Nähe des geplanten Standorts zum Jugendzentrum. Die Anlage werde das Sportangebot in der Gemeinde erweitern, zusätzliche Trainingsmöglichkeiten bedeuten, lobte auch Robin Netz, Grüne.

 Geplant sei, die Anlage im Frühjahr aufzustellen, berichtete Bürgermeister Gerhard Häuser. Das Jugendzentrum solle, was die Einhaltung der noch festzulegenden Nutzungsordnung betrifft, die Anlage ein Stück weit mitbetreuen. Technisch, was die Wartung und Prüfung der Anlage angehe, werde der Bauhof zuständig sein. Betreiber der Anlage werde die Gemeinde sein. Das Spendengeld von den Sponsoren komme nur, wenn das eine dauerhafte Sache werde, betonte Häuser. Er verwies auch auf die Nähe zur Skateranlage, und darauf, dass die funktioniere, also keine Probleme mache und es keine Beschwerden gebe.

Juzeleiter hofft, Jugendliche damit etwas weg vom Handy zu bekommen

Mit der Anlage verbinde er die Hoffnung, Jugendliche mehr wegzubekommen vom Handy, von Social Media, vom PC, mehr nach draußen und wieder mehr in Gemeinschaft, so Juzeleiter Michael Schuster auf Nachfrage. Zweitens hoffe er, dass die Anlage zu Kooperation mit den Sportvereinen, die in der Nähe trainieren, führe, dass mit ihr Kontakte zu den Sportlern dort entstehen. Eine Calisthenics-Anlage sei ein sehr „niederschwelliges“ Freizeitangebot, das modern sei, bei jungen Leuten sehr gut ankomme, aber sich auch für Ältere eigne. An Probleme durch die Anlage glaubt Schuster nicht. Beim Jugendhearing sei zwar auch der Wunsch nach einem „Platz zum Chillen, zum Abhängen“ geäußert worden, er gehe aber davon aus, dass das nicht die Anlage sein werde, dafür gebe es im Freizeitzentrum geeignetere, gemütlichere Stellen. Die Anlage werde sicher kein „Brennpunkt“ sein, sondern die Attraktivität des Freizeitzentrums steigern. Sollte es aber zu Problemen kommen, sei durch die Nähe zum Juze die Chance gegeben, von seiner und seiner Kollegin Seite aus da auf Jugendliche zuzugehen, auf sie einzuwirken.

Ein Wunsch, den der Nachwuchs beim „Jugendhearing“ äußerte, das vor rund zwei Jahren in der Gemeindehalle stattfand, wird nun erfüllt: eine Calisthenics-Anlage auch in Schwaikheim. Das ist eine Anlage im Freien, an oder mit der jedermann seinen Körper, insbesondere die Muskeln, trainieren kann, und zwar ohne, dass dafür wie in einem Fitnessstudio spezielle Geräte zum Einsatz kommen. Man trainiert sozusagen ganz einfach mit seinem eigenen Körpergewicht. Wobei das von Figur zu Figur sich

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