Schwaikheim

Gemeinde Schwaikheim braucht dringend Räume für die Schulkindbetreuung - Containeranlage von Mehrheit abgelehnt

eichendorffschule
Der Anbau (hinten rechts) könnte eventuell für die Betreuung genutzt werden. © speiser

Die Zeit drängt. Die Gemeinde braucht einen Platz, wo sie ab kommendem Schuljahr zehn Kinder im Rahmen der „verlässlichen Grundschule“ betreuen kann. Dabei geht es um Schüler der Eichendorffschule, für die Räume dort selbst, vor Ort, fehlen. Bislang werden sie im Kindergarten Brunnenstraße betreut. Dies ist den Behörden bekannt und wird von ihnen bisher geduldet. Doch diese Duldung endet mit Ablauf des Schuljahres. Wohin künftig mit dem Nachwuchs, ist also die Frage, und wohin vor allem schnell, denn bis dahin ist es nicht mehr lange angesichts des erforderlichen Vorlaufs.

Von der ursprünglichen Idee, die Kleinen in der Ludwig-Uhland-Schule mitbetreuen zu lassen, hat sich die Gemeinde verabschiedet, wegen der Entfernung dorthin, aber vor allem wegen der Strecke an sich, die entlang der viel befahrenen Schulstraße und Bahnhofstraße geführt hätte. Die nächste Überlegung der Verwaltung war eine Interimsanlage (Container) – bis zur Eingliederung der Eichendorffschule samt ihrer Schulkindbetreuung in die Ludwig-Uhland-Schule – auf dem „alten“ Rasenspielfeld im Freizeitzentrum aufzustellen und diese bis dahin anzumieten. Laut Verwaltung hatte dazu der TSV sein Okay gegeben, weil er für das Training dort nicht auf die ganze Fläche angewiesen ist. Aber das Areal ist Überschwemmungsgebiet und das Landratsamt verlangt entgegen der anfänglichen Annahme der Gemeindeverwaltung auch für eine Interimsanlage einen Ausgleich für die „verlorene“ Retentionsfläche, auch wenn es nur vorübergehend ist. Dies würde aber erhebliche Zusatzkosten bedeuten, diese Interimslösung deutlich verteuern. Die Verwaltung hat daraufhin als Standort eine Fläche südöstlich neben dem Kinderhaus Badstraße vorgeschlagen.

Auch die Entfernung ins Freizeitzentrum sei zu weit

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats überwog dazu jedoch Skepsis. Das sei ja in etwa so weit wie zur Ludwig-Uhland-Schule, gab Karin Gottschalk, Grüne, zu bedenken. Auch dorthin müssten also die Kinder begleitet werden. Auch Alexander Bauer, SPD, sieht die Entfernung kritisch. Die von seiner Fraktion favorisierte Lösung sei, die Kinder an der Schule selbst zu betreuen. Deren Gebäude müsse ja eh saniert, modernisiert werden, da es noch eine Reihe von Jahren weitergenutzt werde. Dorothee Boegler, Grüne, wiederum bemängelte, es werde wieder nur eine Interimslösung vorgeschlagen, die viel Geld koste. Man brauche aber eine dauerhafte Lösung, wie sie aus ihrer Sicht im nahen Pfarrgarten möglich sei. Den Vorhalt Zeitdruck seitens der Verwaltung ließ sie nicht gelten. Es sei doch schon lange bekannt, dass die bisherige Duldung auslaufe.

Bauamtsleiter Rolf Huber erwiderte, die Einwände seien für ihn etwas verwunderlich. Der Standort Freizeitzentrum sei doch bislang als sinnvoll erachtet worden, ja in der vorangegangenen Sitzung des Technischen Ausschusses von den Grünen selbst vorgeschlagen worden. In der Schule selbst gehe kurzfristig nichts, der Umbau der vormaligen Hausmeisterwohnung dort, wie angeregt, sei in der verbleibenden Zeit nicht zu schaffen.

Bürgermeister Gerhard Häuser gab zudem zu bedenken, man brauche einen Standort, der die erforderlichen Räume beziehungsweise deren Ausmaße zulasse. Benötigt werden ein Gruppenraum (60 Quadratmeter), ein Kleingruppenraum (20 Quadratmeter), ein Flur mit Garderobe, ein Mädchen- und ein Jungen-WC sowie eine Personaltoilette. Bei einer Containeranlage hieße das ein Grundriss von 14,5 auf 12 Meter (ausgelegt für maximal 15 Kinder, falls es mehr werden, muss die Anlage erweiterbar sein).

Den Anbau nutzen bislang der Musikverein und die Künstlergruppe

So schnell wollten SPD und Grüne die Eichendorffschule als möglichen Standort allerdings nicht abhaken. Bauer verwies darauf, dass es dort ja auch einen Anbau gibt, der für die Betreuung von der Raumgröße her durchaus infrage komme. Der Anbau wird allerdings bislang vom Musikverein und der Künstlergruppe genutzt, gab Bürgermeister Gerhard Häuser zu bedenken. Für die bräuchte man dann also eine Alternative.

Es gibt aber auch Gemeinderäte wie Tobias Schneider, CDU-FB, aus deren Sicht die Entfernung zum vorgesehenen Standort im Freizeitzentrum für die Kinder durchaus zumutbar ist, zum einen, weil zumindest teilweise das Einzugsgebiet der Schule ohnehin in diese Richtung liegt, zum andern, weil der Weg dorthin eben deutlich ungefährlicher ist. „Diese Lösung ist nicht tragbar, wir brauchen etwas, was näher ist“, beharrte Karl-Heinz Jaworski, Grüne. Seine Fraktion werde auf jeden Fall nicht zustimmen. Dass die Nebenräume der Schule bislang durch Vereine genutzt werden, sei doch kein Ausschlussgrund. Eine parallele Nutzung für die Betreuung und durch die Vereine sei aus seiner Sicht auf jeden Fall ausgeschlossen, gab nun Huber zu bedenken. Häuser verwies darauf, dass im Freizeitzentrum, gleich neben dem vorgesehenen Standort, ja das Kinderhaus ist. So ungeeignet könne der also gar nicht sein. Die SPD beantragte daraufhin durch Bauer, zunächst mit den beiden Vereinen darüber zu sprechen, ob der Anbau an der Schule für die Betreuung genutzt werden kann, damit die Entscheidung also zu vertagen. Da die Gemeinde eh in die Schule investieren müsse, wäre der Umbau der Räume gut angelegtes Geld und auf längere Sicht solle auch der Umbau der Hausmeisterwohnung geprüft werden. Häuser schlug darauf vor, die Verwaltung werde das Gespräch mit den Vereinen suchen und klären, ob von den Räumen im Anbau her die Schulkindbetreuung dort möglich ist. Diesem Vorgehen schloss sich der Gemeinderat an.

Die Zeit drängt. Die Gemeinde braucht einen Platz, wo sie ab kommendem Schuljahr zehn Kinder im Rahmen der „verlässlichen Grundschule“ betreuen kann. Dabei geht es um Schüler der Eichendorffschule, für die Räume dort selbst, vor Ort, fehlen. Bislang werden sie im Kindergarten Brunnenstraße betreut. Dies ist den Behörden bekannt und wird von ihnen bisher geduldet. Doch diese Duldung endet mit Ablauf des Schuljahres. Wohin künftig mit dem Nachwuchs, ist also die Frage, und wohin vor allem

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