Schwaikheim

Gemeinschaftsschule Schwaikheim: Der Anbau ist erst Anfang 2022 fertig

Gemeinschaftsschule
Architekt Markus Altmann, Bauamtsleiter Rolf Huber und der stellvertretende Bürgermeister Alexander Bauer (v.l) beim Baustellen-Rundgang im Raum, wo künftig die Mensa sein wird und wo auch Veranstaltungen werden stattfinden können. © Gabriel Habermann

Aufmerksam studiert Markus Altmann den einen Quadratmeter Außenfassade. So ganz überzeugt ist der Architekt vom Planungsbüro Bär Stadelmann Stöcker aus Nürnberg von dem Dunkelbraun nicht, das den Erweiterungsbau der Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule zieren soll. Er erklärt auf Nachfrage, warum. Man habe zwar keine Vielfalt an Farben wie beim benachbarten Hauptgebäude, sondern nur eine von dort sozusagen aufnehmen wollen, aber dieser Braunton auf der Testfläche sei doch arg dunkel. Also, das werde man sich noch mal überlegen müssen. Noch habe man ja Zeit dafür, solange der Außenputz nämlich noch nicht getrocknet ist.

Der bewusst „funktionale“ Innenausbau, mit Sichtbeton an den Stützen und am Tragwerk im Erdgeschoss, ist in vollem Gange, die Außenanlagen stehen noch aus. Mit einem Gewerk ist man im Verzug, die beauftragte Firma muss sich sputen. Auch die Handwerksbetriebe hatten Ferien. Ja, es gab auch hier coronabedingte Lieferengpässe, Material kam zum Teil mit erheblicher Verzögerung. Das hat Auswirkungen auf den Bauzeitenplan. Mit dem ursprünglich geplanten Bezug zu Beginn des neuen Schuljahres ist es nichts geworden. Eigentlich hätte der Oberputz samt Anstrich längst fertig sein sollen, das Gerüst abgebaut und damit mit den Außenanlagen begonnen werden sollen.

Mit der Ausführung der Arbeiten sehr zufrieden

Aber Altmann, Bauamtsleiter Rolf Huber und der stellvertretende Bürgermeister Alexander Bauer wollen beim Ortstermin und Rundgang nicht meckern. Man sei mit der Ausführung der Arbeiten nämlich sehr zufrieden, die Betriebe machten wirklich, was ausgeschrieben worden ist. Die Schwierigkeiten hielten sich im üblichen Rahmen einer solchen Großbaustelle. Da gebe es immer zwei, drei Firmen, die blockierten, so Altmann. Das wirke sich dann aufs Gesamte aus, weil eben ein Gewerk ins andere greife, der eine Handwerker oft nicht loslegen könne, ehe der andere fertig und weg sei.

Huber betont, die Verzögerung sei mit der Schulleitung besprochen, es sei eh längst klar gewesen, dass es nach dem Beginn des Schuljahres eine provisorische Lösung brauche. Er verweist darauf, dass noch die Möbel weitestgehend fehlen, dass es ohnehin einen Probebetrieb brauche, dass der Umzug in den Erweiterungsbau auch nicht während des laufenden Betriebs erfolgen könne, dass die Lehrer fürs Unterrichten dort eingewiesen werden müssen. Es wird also wohl auf die Weihnachtsferien hinauslaufen und damit den Start erst im neuen Jahr.

Bodenbelag: Grünes und graues Linoleum

Mensa und Küche im Erdgeschoss werden gefliest, erst dann wird auch dort der Linoleumboden verlegt, ein in Schulen, weil robuster, sehr gebräuchlicher Belag. Wobei für das Gebäude zwei Farben ausgewählt wurden: Grün und Grau. Die Mensa erhält eine Trennwand, so dass dort auch Veranstaltungen stattfinden können. Im Erdgeschoss gibt es auch extra noch eine eigene Schulküche samt Unterrichtsraum dafür. Nicht zu vergessen den Musikraum.

Im Obergeschoss wurde mit den Wandverkleidungen begonnen. Altmann hat Seekiefer-Furnier ausgewählt, um dort eine natürliche, „warme“ Atmosphäre zu bekommen. Das hellgrüne, moosig wirkende Linoleum passt gut dazu. Eine Besonderheit ist die Glasbrüstung direkt hinter den Fenstern, Sie soll einerseits zwar vor Abstürzen sichern, aber auch nicht die Aussicht verhunzen. An den kleinen Fenstern sind perforierte Blechgitter, die motorisch betrieben werden und die in den Klassenzimmern für Nachtkühlung sorgen sollen. Die großen Fenster dagegen sind verschließbar und damit nur von den Lehrern, die die Schlüssel dafür haben, zu öffnen, in den Pausen zum Stoßlüften. Der Kunstraum im Obergeschoss hat eigens große Schiebetüren, um ihn und den angrenzenden Flur auch als Ausstellungsfläche nutzen zu können. Der umlaufende Flur soll eine Art „Marktplatz“ der Schule sein. Der innenliegende Lichthof wird ihn belichten, und auch das Erdgeschoss unten. Ein „Muss“ ist der Aufzug, um Barrierefreiheit zu gewährleisten. Im Obergeschoss sind die tragenden Teile der Konstruktion verputzt.

Man werde versuchen, die Kostensteigerung nicht zu „brauchen“

Das eine ist der Bauzeitenplan, das andere sind die Baukosten. Eine Verzögerung hier wirkt sich dort aus. Die Planungsbüros versuchen, bösen Überraschungen vorzubeugen, indem beim Kostenrahmen der sogenannte Baukostenindex von vornherein berücksichtigt wird. Seit dem Beginn habe es eine Preissteigerung von rund acht Prozent gegeben, erklärt Altmann. Derzeit liege man etwas über dem Budget, aber auch weil es zusätzliche, ursprünglich nicht kalkulierte Kosten gebe. Es gab im Zuge der Vergaben der Gewerke, die ja nicht auf einen Schlag erfolgten, eine laufende Kostenaktualisierung. Man versuche, die bei den letzten Vergaben genannten etwa 8,5 Prozent Kostensteigerung nicht zu „brauchen“, also im ursprünglichen Kostenrahmen zu bleiben oder eben nur knapp darüber, betont Altmann. Das wird freilich nur mit Verzicht oder Abstrichen bei Ausführungen gelingen.

Seit acht Jahren ist die Ludwig-Uhland-Schule eine Gemeinschaftsschule mit Ganztagsbetrieb in der Sekundarstufe. Die eigene Mensa bedeutet, dass deren Schüler nicht mehr zum Essen ins katholische Gemeindezentrum gegenüber und damit die Straße queren müssen. Vor fast genau einem Jahr ist der Rohbau des Erweiterungsbaus fertiggestellt gewesen, man sprach damals von „Halbzeit“ bei den Arbeiten, nachdem etwa ein Jahr davor Spatenstich gewesen war. Bei allen Verzögerungen, so ärgerlich sie auch sein mögen: Die Baustelle stand in der Coronazeit nie still.

Klassenstufen fünf bis acht werden dorthin umziehen

In den Erweiterungsbau werden die Klassenstufen fünf bis acht umziehen, die jeweils zweizügig sind. Es wird dort also acht Klassenzimmer geben. Zwischen je zwei Klassenzimmern wird es „Differenzierungsräume“ geben, in denen Kleingruppen speziell lernen können. Im Obergeschoss werden der Kunstraum und der Lichthof ringsum umschlossen vom Flur, an den sich die Klassenräume anschließen. Der Flur wird ebenfalls mit Tischen und Stühle möbliert, so dass auch dort Schüler lernen können.

Der Neubau ist also nicht ein weiterer Pavillon, von denen die Schule drei hat. Das zeigen die Ausmaße des zweistöckigen Gebäudes, das den bisherigen Pausenhof erheblich verkleinert: knapp 1500 Quadratmeter Bruttogrundfläche und rund 7300 Kubikmeter Rauminhalt, Grundfläche 42 auf 36 Meter und eine Höhe, vom Pausenhof gemessen, von neun Meter, von der angrenzenden Uhlandstraße aus gar elf Meter. Die Gemeinde investiert laut Kostenplan rund 8,3 Millionen Euro in diese Erweiterung. Während die Anmeldezahlen für die Fünftklässler gestiegen sind und damit die verlangte Zweizügigkeit der Schule gesichert ist, wird die Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus auch den Abschluss der Integration der Robert-Böhringer-Schule bedeuten.

Aufmerksam studiert Markus Altmann den einen Quadratmeter Außenfassade. So ganz überzeugt ist der Architekt vom Planungsbüro Bär Stadelmann Stöcker aus Nürnberg von dem Dunkelbraun nicht, das den Erweiterungsbau der Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule zieren soll. Er erklärt auf Nachfrage, warum. Man habe zwar keine Vielfalt an Farben wie beim benachbarten Hauptgebäude, sondern nur eine von dort sozusagen aufnehmen wollen, aber dieser Braunton auf der Testfläche sei doch arg dunkel. Also, das

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