Schwaikheim

Hübsch und sexy ohne Modelmaße

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Das Juni-Blatt, auf dem sie zu sehen ist, kommt gerahmt ins Wohnzimmer der Familie. © Ramona Adolf
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Für das Foto unten, das Deckblatt des Kalenders, hat nicht Theresa posiert. © Habermann / ZVW

Schwaikheim. Theresa Jäschke, Posaunistin im Musikverein Schwaikheim, ist im Blasmusikkalender 2017 das Juni-Girl. In schwarzer Spitzenunterwäsche und High Heels posiert die 22-Jährige, in freier Landschaft im Allgäu, mit Posaune natürlich, aber auch mit ihrer schwarzen 600er Yamaha. Ihre Idee, bei der Bewerbung ihr Motorrad ins Spiel zu bringen, hat die Jury begeistert.

Video: Theresa Jäschke aus Schwaikheim ist das Juni Girl im Blasmusik-Kalender 2017.

Motorradfahren als Hobby, dabei gelegentlich ihren Vater auf seiner 1200er BMW zu begleiten, kommt nicht von ungefähr. Theresa macht gerade ihre Techniker-Ausbildung, Fachrichtung Maschinenbau, geht dazu – nach der Lehre bei IT Cannon in Beutelsbach und zwei Jahren Arbeit dort – in Bad Cannstatt auf die Ganztagsschule.

Der Gedanke, seine Tochter als Model in einem Kalender zu entdecken, sei für ihn gewöhnungsbedürftig gewesen, räumt ihr Vater – und Sternekoch – Klaus Jäschke ein. Seine Bedenken hätten sich aber nicht bestätigt. „Die Fotos sind toll geworden, richtig schön, das sind alles ordentliche Sachen, da waren Könner am Werk, das lief alles sehr professionell ab.“

Das Image von Blasmusik ändern

Ein junger Mitspieler der Kapelle des Musikvereins hatte ihr mit einem Link auf Facebook eine Fernsehreportage über das Entstehen des Kalenders 2016 geschickt und gemeint, das wär doch was für sie. Sie dachte „Ja, warum nicht, ist doch eine geile Sache“. Der Sinn leuchtete ihr sofort ein: „Es geht darum, das Image von Blasmusik zu ändern, ihr mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Kalender drückt aus, dass sie für junge Leute nicht langweilig sein muss. Der Kalender soll anreizen, da geht es um Lifestyle.“ Sie hat schon mal posiert, in einer Werbung für einen Fotografen. Sie strebt zwar eine Modelkarriere nicht direkt an, aber wenn sich aus dem Mitmachen bei dem Kalender irgendwas ergeben würde, Anfragen kämen, wäre sie nicht abgeneigt: „Das wäre schon cool.“

Aus 60 Bewerberinnen wurden schließlich zwölf ausgewählt

Aus 60 jungen Frauen, die sich beworben hatten, wurden beim Casting im Allgäu schließlich zwölf ausgewählt. Es kam dabei nicht nur aufs Aussehen an. „Die haben nicht nach dem perfekten Model gesucht.“ Dass auch sie selbst keines ist, räumt sie ohne jedes Selbstmitleid ein: „Ich hab’ keine Modelmaße.“ In einem Gespräch mussten die Bewerberinnen ihren persönlichen Bezug zur Blasmusik schildern. Da konnte Theresa natürlich punkten, hat sie doch früh durch den Opa Posaune spielen gelernt und ist schon seit vielen Jahren beim Musikverein dabei. „Der ist Teil meines Lebens, seit ich neun war.“ Außerdem singt sie auch und ist allgemein musikalisch sehr interessiert. Die meisten in der Kapelle sind zwar älter, aber für Theresa ist wichtig, „dass es bei uns lustig zugeht.“

Casting vor einer dreiköpfigen Jury

Das Casting vor einer dreiköpfigen Jury verlief in Schichten, keine von den Bewerberinnen, bei denen von jeder mehrere Bilder gemacht wurden, wusste also unmittelbar anschließend, ob sie genommen wird oder nicht. Als später in Schwaikheim die Erfolgs-Mail einlief, sei an dem Abend sein Handy vor lauter Gratulationen schier explodiert, berichtet der Vater stolz.

Schwaikheimer Fanclub war der lauteste

Eine große Schwaikheimer Delegation war bei der Feier zur offiziellen Präsentation des Kalenders. „Jeder hatte seinen Fanclub dabei. Aber unsere waren von allen am lautesten, die haben richtig Stimmung gemacht für mich, da war ich echt stolz“, erinnert sich Theresa gerührt. Begeistert war sie auch darüber, dass die musikalische Bandbreite der Auserwählten so groß war, die Vielfalt an Instrumenten ausreichte, um aus dem Stand eine Modelband zu bilden und spontan miteinander zu spielen. „Das hat sich aber zufällig so ergeben, das war kein Kriterium bei der Auswahl. Und die können alle wirklich spielen, der Kalender ist also reell“, versichert sie.

Tattoos als Widmungen für die Familie

Bei der Präsentation hatte Theresa ein Dirndl an, „die Uniform“, sagt sie, wenn in Bayern Blasmusik spielt, auch im Dirndl taucht sie im Kalender auf, aber für sie ist das ohnehin keine Verkleidung, zu der man sie zwingen muss. Sie fühle sich wohl darin, steht dazu, hat sich für Wasenbesuche ein besonders schönes Exemplar zugelegt. Im Kalender wird aber nicht nur im Dirndl viel Haut gezeigt, auch von Theresa. Bei ihr kommen, als unübersehbare zusätzliche Reize, „Schmankerln“, wenn man so will, drei Tattoos dazu. Eines, auf französisch, heißt übersetzt „Schwesterherz“, eine Liebeserklärung an ihre jüngere Schwester, die sie während deren Kanadaaufenthalt schmerzlich vermisst hat. Ein schwarzes Herz, verziert mit einem Violinschlüssel, ist eine Widmung für ihren Opa, und der Schriftzug „Liebe besiegt alles“ eine an ihre Familie.

Schwaikheim. Theresa Jäschke, Posaunistin im Musikverein Schwaikheim, ist im Blasmusikkalender 2017 das Juni-Girl. In schwarzer Spitzenunterwäsche und High Heels posiert die 22-Jährige, in freier Landschaft im Allgäu, mit Posaune natürlich, aber auch mit ihrer schwarzen 600er Yamaha. Ihre Idee, bei der Bewerbung ihr Motorrad ins Spiel zu bringen, hat die Jury begeistert.

Video: Theresa Jäschke aus Schwaikheim ist das Juni

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