Schwaikheim

Kindermusical in Schwaikheim: Die Bühne bebt bei der „Action“

Musical
Viel Begeisterung, aber auch unterstützende Akustik und Animateure. © Gabriel Habermann

Alexander Lombardi hält sich zurück, zumindest dieses Mal. Sonst bisher stets der allgegenwärtige Zampano (positiv gemeint), spielt er bei der Neuauflage des Kindermusicals „Bartimäus“ dieses Mal „nur“ den Professor und Erfinder des „Bibelübertragungssendungsmodifikationssimulators“. Dieses Wunderding beamt sozusagen die biblische Geschichte einer Wunderheilung durch Jesus in die Gegenwart.

Sie wird in den Evangelien von Markus, Lukas und Matthäus erzählt. Beim ersten ist von einem blinden Bettler aus Jericho die Rede, den er Bartimäus nennt, beim Letzten ist von zwei Blinden die Rede. Es ist eine von insgesamt sechs biblischen Blindenheilungsgeschichten und die bei Kindern mit am beliebtesten überhaupt in der Bibel. Die Auswahl von ihr als Stoff für ein Kindermusical ist also nicht zufällig. Es geht aber eigentlich nicht um die Heilung an sich, sondern um den festen Glauben von Bartimäus an Jesus.

Auch das ist allerdings sekundär aus Sicht derer, um die es vor allem geht. Und das sind eben die Kinder und Jugendlichen, die das Stück bei der Matthäusgemeinde fast eine Woche lang einüben und am Samstag aufführen werden. Die Probewoche samt spektakulärer Aufführung in der ersten Woche des Jahres hat schon eine gewisse Tradition, die allerdings die Corona-Pandemie zweimal unterbrochen hat. Nun, für die Wiederauflage von „Bartimäus“ (Uraufführung 2016, fürs Remake um eine Szene ergänzt), haben sich 95 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 14 Jahre angemeldet, die aus Schwaikheim, Winnenden, Ludwigsburg, Stuttgart kommen, und sogar welche aus Österreich, deren Familie derzeit eh zu Besuch im Ort ist.

Die Chorleiter sind dieses Mal Timo Nullmeier und Daena Gaßmann

Der Nachwuchs ist am Ruder im Gemeindehaus, das zeigt sich auch bei der Leitung, die Lombardi Timo Nullmeier und Daena Gaßmann übergeben hat, beide aus Schwaikheim stammend und mittlerweile ebenfalls beim Missionswerk „Wort des Lebens“ mit Sitz in Starnberg angestellt.

2016 liegt so lange nicht zurück und so ist es kein Wunder (im Gegensatz zu dem der biblischen Geschichte), dass viele der damaligen Mitspieler wieder dabei sind. 30 sind neu und von denen sind wiederum 20 erst sieben Jahre alt, haben also gerade mal das Mindestalter. Dass die Mehrzahl der Teilnehmer das Stück und das Prozedere bereits kennt, Erfahrung auch mit den Abläufen hat, hilft, sie können die „Frischlinge“ mitziehen.

Eine nicht minder imposante Zahl: 62 Helfer, überwiegend aus Schwaikheim und Winnenden, sind im Einsatz, bei den Proben, bei der Versorgung des Nachwuchses, bei der Betreuung und beim Basteln, Spielen in den Pausen. Die Altersspanne reicht von 16 bis 60. Die Pausen braucht es, und zwar ausreichende, denn es wird an fünf Tagen von jeweils 10 bis 16 Uhr geprobt.

Karten können reserviert und an der Abendkasse abgeholt werden

Der Vorverkauf läuft über die Homepage der Kirchengemeinde, Karten können für die Abholung an der Abendkasse reserviert werden (oder über das Optikergeschäft „Durchblick“ in Winnenden). Restkarten dürfte es an der Abendkasse noch geben. Der Aufführungsstätte, die Gemeindehalle, fasst 800 Zuschauer. Die Aufführung (Beginn 17 Uhr, Einlass ab 16.30 Uhr) wird gefilmt, Eltern (und sonstige Interessierte) können sich also die Verewigung des künstlerischen Schaffens ihrer Sprösslinge auch auf diesem Weg sichern.

Noch mal zurück zum Kern der Geschichte: Bei Lukas besteht dieser aus wenigen Versen. Bei der Inszenierung kann man sehen, wie viel daraus zu machen ist, aus ihnen „rausgeholt“ werden kann. Und auch die Übertragung ins „Heute“ ist aktuell: Blinde waren damals (und heute?) „Underdogs“, wurden verachtet, ausgegrenzt, am Rande, Ausgestoßene – bis Jesus kam.

Die Massenchoreografie ist faszinierend

Das eigentlich Faszinierende des Musicals ist aber seine Massenchoreografie, die Lösung der Aufgabe, wie um alles in der Welt man es schafft, so viele Kinder und Jugendliche über Stunden und Tage hinweg nicht nur bei der Stange zu halten, „auf die Reihe zu bringen“, sondern sie regelrecht zu begeistern und dabei auch noch den Überblick zu behalten, in dem Gewusel nicht die Übersicht zu verlieren.

Das Stück lebt vom Mitmachen und der Begeisterung aller

Denn der Nachwuchs steht ja keineswegs stumm und reglos herum, ist nicht nur Staffage oder Kulisse für die Hauptakteure. Das Stück lebt vom Mitmachen, und wie! Klarer Fall: Die Passagen, Szenen, in denen Ruhe, körperlich und verbal, verlangt ist, fallen am schwersten. Und manchmal ist auch noch Stillhalten mit dem Rücken zum Publikum verlangt. Also wer da nicht zum Zappelphilipp wird.

Kaum einen Moment später explodiert schier die Bühne, so viel „Action“, „Highlife“, schreibt das Drehbuch und die Kids und Teenies lassen sich da nicht lange bitten, brauchen die älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Helfer als Animateure vor der Bühne eigentlich gar nicht. Wer da als Zuhörer, Zuschauer nicht mitgerissen wird, dem ist wohl kaum noch zu helfen. Ja, die Synchronität, das muss noch geübt werden. Selbst der, ebenfalls noch junge, Chorleiter ist beim Eindirigieren noch nicht ganz sattelfest. Aber er ist lieb, cool, findet es nämlich nicht unter seiner Würde, zu erklären, „warum ich manchmal hart zu euch bin“, und dafür um Verständnis zu bitten. „Und bitte nicht persönlich nehmen, so ist es überhaupt nicht gemeint.“ Ist das nicht süß? Das ist „Führung 2.0“. Und zur Belohnung gibt es für alle einen Turnbeutel aus Stoff.

Corona? Alle sollen sich immer wieder die Hände waschen

Zwischenfrage, aber nicht falsch verstehen bitte, wirklich nicht, um den Spaß zu verderben: Ist Corona auch hier schon ganz Vergangenheit? Also, alle sind angehalten, sich regelmäßig, immer wieder, die Hände zu waschen. Maskenpflicht gibt es keine mehr, auch keine Testpflicht. Aber die Eltern sind aufgefordert, bei Symptomen ihrer Kleinen zumindest Bescheid zu geben.

Alexander Lombardi hält sich zurück, zumindest dieses Mal. Sonst bisher stets der allgegenwärtige Zampano (positiv gemeint), spielt er bei der Neuauflage des Kindermusicals „Bartimäus“ dieses Mal „nur“ den Professor und Erfinder des „Bibelübertragungssendungsmodifikationssimulators“. Dieses Wunderding beamt sozusagen die biblische Geschichte einer Wunderheilung durch Jesus in die Gegenwart.

Sie wird in den Evangelien von Markus, Lukas und Matthäus erzählt. Beim ersten ist von einem

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