Schwaikheim

Kommentar: Ohne Trauerfeier fehlt etwas in Schwaikheim

C66A0112
Trauerbeflaggung am Rathaus in Schwaikheim. (Archivfoto) © Benjamin Büttner

Dass ein Bürgermeister, der 27 Jahre für seine ganze Gemeinde da war, keine Trauerfeier bekommt in den ersten Tagen und Wochen nach seinem Tod, ist absolut ungewöhnlich. Es fehlt etwas in Schwaikheim, eine Zeremonie, an der jeder teilnehmen kann, der das möchte, an der die ganze Bevölkerung Abschied nehmen kann von dem Menschen, der über viele Jahre der Wichtigste war für den ganzen Ort.

Warum braucht Schwaikheim diese Trauerfeier gerade jetzt? Jetzt ist die Trauer am größten, der Verlust am meisten spürbar, die Zukunft Schwaikheims noch ungewiss, die Nachfolge des Bürgermeisters noch nicht entschieden. Es ist die richtige Zeit, um sich den Verlust vor Augen zu führen, den die Gemeinde durch den Tod des Bürgermeisters hat, und um in der Rückschau die großen Leistungen des nicht mehr lebenden Bürgermeisters zu würdigen. Während die Lücke, die Gerhard Häuser hinterlässt, überall spürbar ist, sollte getrauert werden, damit nach dem Trauern der Blick frei wird auf seine Nachfolge.

Würdige Verabschiedung

Jetzt ist eine Zeit des Übergangs – auch für die Familie des Bürgermeisters, deren Leben innerhalb von Schwaikheim sich vollkommen verändert. Sie sollte und könnte in der Feier würdig verabschiedet werden aus ihrem öffentlichen Status als Bürgermeisterfamilie, in den sie über Jahre hinweg hineingewachsen war.

Dass eine öffentliche Trauerzeremonie zur Versöhnung unter den zerstrittenen Gruppierungen in Schwaikheim führen könnte – das wäre zu viel verlangt. Versöhnung braucht viel Zeit, und manchmal ist sie gar nicht möglich. Aber etwas Kleineres müsste erreicht werden: Die notwendigen Absprachen für eine öffentliche Trauerfeier müssten, wenn es gut ginge, zu einem Minimalkonsens der demokratischen Kräfte in Schwaikheim führen, zu Kompromissen darüber, wer bei einer Trauerfeier spricht, und darüber, welche alten Streitereien und Vorwürfe bei einer Trauerfeier nicht ausgesprochen werden, und darüber, dass der amtierende stellvertretende Bürgermeister eine vielleicht stille, aber doch eine offizielle Funktion in dieser Trauerfeier haben sollte. Es wäre hilfreich, wenn wichtige Beteiligte ein Stück weit aufeinander zugingen und Kompromisse fänden. Jetzt!

Dass ein Bürgermeister, der 27 Jahre für seine ganze Gemeinde da war, keine Trauerfeier bekommt in den ersten Tagen und Wochen nach seinem Tod, ist absolut ungewöhnlich. Es fehlt etwas in Schwaikheim, eine Zeremonie, an der jeder teilnehmen kann, der das möchte, an der die ganze Bevölkerung Abschied nehmen kann von dem Menschen, der über viele Jahre der Wichtigste war für den ganzen Ort.

Warum braucht Schwaikheim diese Trauerfeier gerade jetzt? Jetzt ist die Trauer am größten, der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper