Schwaikheim

Nach dem Unterricht in guter Obhut

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Schulkindbetreuung
Hanna und Noah haben sich mit anderen Schülern in einen Raum zurückgezogen, wo Noah sich auf seinen Gitarrenunterricht vorbereiten kann. © ZVW / Palmizi
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Juliane Markner von der Schulkindbetreuung notiert bei der Anmeldung, welche Kinder da sind.
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Schulkindbetreuung
Nachdem Anna und Lara ihre Schildchen auf der Draußen-Tafel platziert haben, machen sie sich auf den Weg in Richtung Schulhof. © Alexandra Palmizi
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Susan Jungwirth im Gespräch mit einem Schüler. © Alexandra Palmizi

Schwaikheim. Kaum ist die Schulklingel verstummt, kommen schon die ersten Grundschüler die Treppe hochmarschiert und steuern die Anmeldung an. Aktuell verzeichnet die Schulkindbetreuung an der Ludwig-Uhland-Schule 95 Kinder. Dort wird ihnen, angefangen vom Mittagessen bis hin zur Hausaufgabenbetreuung und Freizeitbeschäftigung, einiges geboten – auch in den Ferien.

„Wir gehen jetzt in die Bücherei“, ruft eine Gruppe Mädchen lautstark Juliane Markner von der Schulkindbetreuung zu. Markner wirft einen kurzen Blick auf den Magnetstreifen neben ihr, an welchem fünf Namenskärtchen hängen, und nickt.

Solche Magnetstreifen sind neben jeder Zimmertür befestigt. Zwei große Magnettafeln hängen außerdem an der Wand im Flur: Auf einer werden die Namen aller Kinder gesammelt, auf der zweiten kleben die Namen der Kinder, die sich gerade im Hof aufhalten.

95 Grundschüler werden betreut

„Wir haben allerlei Spielgeräte für draußen“, sagt Susan Jungwirth, die die Leiterin der Schulkindbetreuung als auch des Paula-Korell-Kinderhauses ist. Auf dem Gelände befindet sich außerdem ein Spielplatz. Immer eine Betreuerin ist einem Bereich oder Aufenthaltsort zugeteilt. „Wir wechseln uns ab“, so Jungwirth. Acht Betreuerinnen, eine FSJlerin sowie eine hauswirtschaftliche Kraft kümmern sich um die Kinder.

„Pro Tag sind bis zu 85 Grundschüler hier (95 insgesamt, davon sind 59 in der Ganztagesbetreuung angemeldet, 36 im Bereich „verlängerte Öffnungszeiten“). Das muss verwaltet sein“, sagt sie.

Keine Kollision mit Hobbys

Die Kinder können sich in dem Bereich aufhalten, wonach ihnen gerade ist. Manche basteln Weihnachtsengel aus Federn und einer Holzkugel. Andere drucken am Werktisch Weihnachtskarten, lesen ein Buch oder sind in die Ortsbücherei abgetaucht, die sich im selben Schulpavillon wie die Schulkindbetreuung befindet. Anhand der Magnetschilder wissen die Betreuerinnen, wo sich die Kinder aufhalten.

Und sie haben noch ein Hilfsmittel: eine Tafel hinter dem Anmeldetisch. Hier werden Namen aufgelistet von Kindern, die einem Hobby nachgehen und dafür die Schulkindbetreuung für eine Zeit verlassen müssen. Noah hat an diesem Mittag noch Gitarrenunterricht. Der Unterricht der Stadtjugendmusik- und Kunstschule findet teils auf dem Schulgelände statt. Handball bietet der Sportverein unter anderem in der Gemeindehalle an – ebenso sehr beliebt.

Essen, austoben, erholen

Bevor die Kinder ihren Hobbys nachgehen, erhalten sie in der Ganztagesbetreuung ein Mittagessen, wobei Eltern zwischen zwei Menüs wählen. Das Essen wird angeliefert.

Bevor es an die Hausaufgaben geht, haben Kinder Zeit, sich auszutoben und zu erholen. „Das ist wichtig“, sagt Jungwirth. Die Hausaufgaben werden in Kleingruppen erledigt. In der ersten Klasse gehe es noch darum, was Hausaufgaben überhaupt bedeuten. Sie wollen die Kinder nicht verbessern, sondern unterstützen. „Sie sollen selber lernen“, so Jungwirth.

Spagat zwischen Kummerkasten, Spielpartner und Hausi-Aufsicht

Jeden Tag aufs Neue gelingt den Erzieherinnen so der Spagat. Sie sind für sie Bezugsperson; sind für sie da, wenn sie beispielsweise aufgrund schlechter Noten betrübt sind oder anderen Kummer haben, treten bei der Hausaufgabenbetreuung quasi in die Lehrerposition, um später wieder Spielpartner zu sein.

Und das auch sieben Wochen lang während der Schulferien, wo darüber hinaus Aktionen realisiert werden. Damit sie auf die Wünsche der Kinder besser eingehen können, gibt es immer wieder eine Kinderkonferenz.

Die neunjährige Anna ist jeden Tag bis 14 Uhr hier. „Es gibt so viele Räume und ganz viel zum Spielen“, sagt sie. Außerdem sind ihre Freunde da. Das gefällt ihr.


Schwaikheim. Fußball spielen, im Schulgarten werkeln oder nähen – wie viele andere Gemeinschaftsschulen bietet die Ludwig-Uhland-Schule als Ganztageseinrichtung unterschiedliche Wahlkurse an. Als Ergänzung zum Unterricht „sollen sie Schüler ansprechen und weiterbringen“, so Konrektor Michael Huy.

Die Schüler ab Klasse fünf müssen sich in den Wahlkursen nicht beweisen, es gibt auch keine Noten, macht der Konrektor der Ludwig-Uhland-Schule Michael Huy deutlich. Vielmehr geht es um andere Dinge, die hier vermittelt werden: soziale Kompetenzen – Dinge, die für die jungen Leute nützlich im Alltag und im Leben sind.

Es zählen Teamgeist und das Miteinander

„Natürlich nehmen viele am Fußball-Kurs teil, weil es Spaß macht“, so Huy. „Doch es geht um viel mehr – um das soziale Miteinander, den Teamgeist und den fairen Umgang mit den anderen“, zählt er auf.

Im Wahlkurs Hauswirtschaft lernen die Schüler Praktisches wie etwa Kochen, aber natürlich zählen auch hier Teamgeist und das Miteinander. Aber auch das Durchhaltevermögen der Kinder soll geschult werden. Die Kinder sollen erfahren, dass sie gemeinsam etwas anpacken und zu Ende führen können.

Verschiedene Werkstätten fördern die Fähigkeiten der Kinder

Beim Projekt Schul-Garten zeichnen sich auch nach einiger Zeit Ergebnisse ab, etwa wenn die Kinder gemeinsam ein Beet anlegen. Vor dem Schulhaus stecken Holzblumen in der Erde, die sie gemeinsam geschaffen haben. Ganz andere Dinge lernen die Schüler in der Kompetenzwerkstatt. Hier geht es um den Umgang mit Kritik, organisatorisches Geschick oder fachliche Kompetenzen wie einen Brief zu schreiben. Beim Fahrrad-Kurs geht es eher um technische Dinge wie das Herumschrauben.

An vier Nachmittagen gibt es Wahlkurse

An vier Tagen in der Woche können Schüler an der Schwaikheimer Schule Wahlkurse von 14 Uhr an besuchen. „Eine Besonderheit“, so Huy. Viele bieten nur an drei Tagen einen Ganztagesbetrieb an – so auch die Robert-Boehringer-Schule, die mittlerweile als Außenstelle der Schwaikheimer Gemeinschaftsschule fungiert.

Die Wahlkurse ergänzen den Stundenplan, sind eine besondere Betreuungsform im Schulalltag und werden von Lehrern, aber auch außerschulischen Partner geleitet wie beispielsweise der Stadtjugendmusik- und Kunstschule (Chor), Vereinen wie dem SF Schwaikheim sowie Jugendbegleitern.

Schüler können Wünsche angeben

Die Schüler können sich zum Schuljahresbeginn für die Wahlkurse einschreiben. „In der Regel können wir den Erstwunsch erfüllen“, sagt Michael Huy.

Nach den Wahlkursen geht der Unterricht für die Schüler weiter.


Schwaikheim. Kaum ist die Schulklingel verstummt, kommen schon die ersten Grundschüler die Treppe hochmarschiert und steuern die Anmeldung an. Aktuell verzeichnet die Schulkindbetreuung an der Ludwig-Uhland-Schule 95 Kinder. Dort wird ihnen, angefangen vom Mittagessen bis hin zur Hausaufgabenbetreuung und Freizeitbeschäftigung, einiges geboten – auch in den Ferien.

„Wir gehen jetzt in die Bücherei“, ruft eine Gruppe Mädchen lautstark Juliane

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