Schwaikheim

Netto im alten Edeka? Es sieht gut aus

Netto
Eigentlich immer zu wenig Parkplätze, das Problem wäre mit dem Umzug auch gelöst. © ALEXANDRA PALMIZI

„Win-win-Situation“ heißt das heutzutage. Man könnte auch sagen: Fast alle hätten davon nur Vorteile. Der Vorschlag, der Schwaikheimer Netto-Markt an der Ludwigsburger Straße könne doch in die freigewordenen Räume des Edeka-Markts an der Bahnhofstraße umziehen – nachdem der selbst in einen größeren, modernen, kunden- und mitarbeiterfreundlicheren Neubau am Stonehenge-Kreisel sein neues Domizil hat –, scheint offenbar Wirklichkeit zu werden.

Die SPD und die Grünen hatten im März einen gemeinsamen Offenen Brief an Edeka geschrieben. Anlass war, dass Edeka seinerzeit, kurz vor Eröffnung des neuen Standorts am Kreisel, auf Nachfrage einräumte, entgegen früheren Aussagen den bisherigen Standort nicht mehr weiterbetreiben zu wollen.

Die beiden Gemeinderatsfraktionen verwiesen in ihrem Schreiben darauf, dass zum einen ein großer Anteil der Schwaikheimer Bevölkerung im „oberen“ Teil des Orts lebt, also näher zum bisherigen Standort hin als zum neuen, und dass vor allem Ältere auf einen nahen Lebensmittelmarkt in ihrer Nähe angewiesen seien. Sie verwiesen auch auf zu erwartende Verkehrsprobleme, wenn zum Einkaufen Kunden vor allem mit dem Auto zum neuen Standort oder dafür gleich nach auswärts fahren würden.

Der Vorschlag von ihnen lautete deshalb, dass Edeka den bisherigen Standort an Netto sozusagen „übergibt“, intern, weil beide Ketten zum gleichen Konzern gehören. Wofür wohl ein neuer Mietvertrag mit dem Eigentümer der Immobilie abgeschlossen werden müsste. Es gehe schließlich um eine Entscheidung „zum Wohle der Schwaikheimer Bürger“.

In den Brief wurde auch vor einem möglichen jahrelangen Leerstand gewarnt, verbunden mit der Bitte an Edeka, „das örtliche Gemeinwohl vor eigene strategische Interessen zu stellen“. Der bisherige Standort solle deshalb als Standort für einen Lebensmittelmarkt erhalten bleiben.

 Diese Anregung scheint bei Edeka und bei Netto nicht auf taube Ohren gestoßen zu sein. Der SPD-Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Bürgermeister Alexander Bauer, der derzeit den erkrankten Rathauschef Gerhard Häuser vertritt, berichtete nämlich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, dass derzeit über eine Nachvermietung verhandelt werde. Auch der Vermieter, also Jörg Rommel, sei an einer Weiternutzung der Räume interessiert. Netto sei derzeit dabei, die Räume und die bestehenden Verträge zu prüfen. Netto habe allerdings mitgeteilt, dass geplant sei, vor einer Übernahme erst die Räume zu sanieren. „Das wird bedeuten, dass die Wiederöffnung noch etwas dauern wird“, erklärte Bauer.

Filiale an der Ludwigsburger Straße schließt am 14. August

Netto hält sich auf Nachfrage dazu allerdings deutlich bedeckter. Von der Pressestelle der Discounterkette kommt nur die Aussage, die bisherige Filiale an der Ludwigsburger Straße werde am 14. August nach Geschäftsschluss schließen. Man bitte um Verständnis, dass man „zum aktuellen Zeitpunkt noch keine weiteren Informationen zu möglichen Aktivitäten an diesem Standort kommunizieren könne“, heißt es weiter. Wobei mit „Standort“ Schwaikheim allgemein gemeint sein dürfte, versteht sich. Die Antwort endet mit der Bitte, bei Interesse in Zukunft erneut auf Netto zuzukommen.

Weniger Parkdruck in der Neuen Ortsmitte

Warum „Win-win-Situation“? Der Netto-Markt könnte sich in dem Gebäude an der Bahnhofstraße gegenüber dem bisherigen Standort an der Ludwigsburger Straße vergrößern. Das Problem Barrierefreiheit, also Zugänglichkeit auch für Rollstuhlfahrer, wäre endlich gelöst. Der neue Standort hätte endlich ausreichend eigene Stellplätze, sehr im Gegensatz zum bisherigen. Die „Verlagerung“ von Netto würde zudem die schwierige Parkplatz- und auch Verkehrssituation an der Ludwigsburger Straße deutlich verbessern. Davon würden auch die umliegenden Geschäfte profitieren. Und in der Tat, ein erheblicher Teil der Bevölkerung hätte weiterhin einen Lebensmittelmarkt, zumindest eben einen Discounter in der Nähe. Das gilt auch mit Blick auf das nahe große Neubaugebiet Heiße Klinge mit seinen rund 200 Wohneinheiten.

Eines ist allerdings auch klar: Wenn der Standort Bahnhofstraße weiterbetrieben wird, wird es dort weiterhin auch Anliefer- und Kundenverkehr geben und die unmittelbaren Nachbarn werden ihn damit auch künftig aushalten müssen. Nur "Win-win“ wäre also etwas übertrieben.

„Win-win-Situation“ heißt das heutzutage. Man könnte auch sagen: Fast alle hätten davon nur Vorteile. Der Vorschlag, der Schwaikheimer Netto-Markt an der Ludwigsburger Straße könne doch in die freigewordenen Räume des Edeka-Markts an der Bahnhofstraße umziehen – nachdem der selbst in einen größeren, modernen, kunden- und mitarbeiterfreundlicheren Neubau am Stonehenge-Kreisel sein neues Domizil hat –, scheint offenbar Wirklichkeit zu werden.

Die SPD und die Grünen hatten im März einen

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