Schwaikheim

Neuer Zaun und neue Hecke fürs Freibad Schwaikheim

Zaun statt Hecke
Die Hecke ist mittlerweile so breit und hoch, dass sie kaum noch gepflegt werden kann. © Alexandra Palmizi

Der Thuja-Hecke am Freibad, samt darin eingewachsenem Zaun, geht es an die Wurzel. Laut den Experten für Flora ist sie allerdings selbst schuld daran. Sie ist mittlerweile so gewachsen, in die Breite und in die Höhe, dass sie nicht mehr „pflegbar“, nur mit größtem Aufwand (erheblichen Kosten jährlich) in ihrem Expansionsdrang zu bändigen sei. Außerdem sei sie eh nicht heimisch und ihr ökologischer Nutzen gering.

Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hatte sich schon vor zweieinhalb Jahren vor Ort ein Bild gemacht. Die Verwaltung schlug damals vor, die Hecke entlang der Liegewiese und des ehemaligen Rasenspielfelds zu entfernen. Auf sie sollen im Bereich des Freibads ein zwei Meter hoher Zaun aus Doppelstabmatten aus Flachstahl und entlang des Rasens ein (ökologisch wertvoller) Pflanzstreifen mit Einzelbäumen und heimischen Sträuchern (einzelnen Gruppen) folgen.

Wie dies genau umgesetzt werden soll, damit wurde das Landschaftsarchitekturbüro Eurich - Gula aus Nürtingen beauftragt, das für die Gemeinde schon mehrfach öffentliches Grün geplant hat. Die Fachleute dort waren allerdings nicht begeistert von der Idee, im Bereich des Freibads als Sichtschutz außerdem einen Sichtschutz aus PVC-Bändern anzubringen, die in den Stahlmattenzaun eingeflochten werden sollten. Tobias Gula hat vorgeschlagen, stattdessen eine neue Hecke zu pflanzen, nun aber eine „schwach wachsende“ und ökologisch wertvolle, er schlug dafür Kornelkirsche vor.

Plastik wäre umweltschädlich und eine Einladung zum Vandalismus

All das werde zu einer sowohl optischen als auch ökologisch deutlichen Aufwertung führen, so Gulas Versprechen in der Sitzung des Gemeinderats, als er die Planung vorstellte. Die neue Hecke werde zwar dicht, aber auch „heller“ sein, das sei in dieser Lage am Ort auch ein Sicherheitsaspekt. Er rate dringend von PVC als Sichtschutz ab. Es gehe hier um knapp 70 Meter Länge und damit die „Visitenkarte“ des Freibads, also um die Optik. Selbst wenn das verwendete PVC zu einem hohen Anteil aus recyceltem Material wäre oder später recycelbar wäre, so bliebe es immer noch Plastik und wäre geradezu eine Einladung für Vandalismus, eine Aufforderung, darauf Graffitis anzubringen, abgesehen davon, dass sich das Material auch so im Laufe der Zeit in der Gegend verstreuen würde.

Eine einheimische Kornelkirschen-Hecke könne als „Fertighecke“, als ein „Element“ gepflanzt werden und sei zum einen sofort blickdicht, als Frühblüher im Sommer sowieso, und zum andern pflegeleicht, weil sie nur einmal im Jahr geschnitten werden müsse. Ökologisch sei sie wertvoll, weil sich dort gerne Insekten und Vögel aufhielten. Um den Zaun wiederum komme man aus Verkehrssicherheitsgründen nicht herum. Auch die neuen Bäume könne man bereits in einer Höhe, vier bis sechs Meter, einkaufen, in der sie schnell anwachsen.

Gula verwies beim Thema Kosten darauf, dass es bei der Thuja um 265 Meter Hecke mit im Schnitt 3,50 Meter Breite und zwei Meter Höhe gehe, die zu roden seien. Trotzdem sei deren Erhalt und Pflege optisch und auch wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Laut Bauamtsleiter Rolf Huber bedeute die Kornelkirschen-Hecke rund 12 000 Euro Mehrkosten. Damit liegt die Kostenschätzung nun bei 108 000 Euro.

Beim Gemeinderat musste Gula ohnehin nicht viel Überzeugungsarbeit leisten. Das Gremium ist beim Thema Freibad hellhörig, erst recht, wenn es um dessen Erscheinungsbild geht. Dessen sowieso, für die Stammbesucher ist diese Freizeiteinrichtung ein Stück Lebensqualität. Der Verwendung von PVC hätten die Grünen eh nicht zugestimmt, so ihr Sprecher Karl-Heinz Jaworski. SPD-Sprecher Alexander Bauer wies darauf hin, dass die neue Hecke deutlich schlanker sein wird, das bedeute auch einen Platzgewinn fürs Freibad.

Neue Hecke und Zaun kommen einer späteren Erweiterung nicht in die Quere

Die Nachfragen aus dem Gremium gingen eigentlich eher in die Richtung, was ist, wenn das Freibad mal erweitert werden soll, ob man sich da möglicherweise mit Zaun und neuer Hecke etwas verbaue. Das sei nicht der Fall, versicherte Huber, denn eine Erweiterung komme in dieser Richtung, hin zum Mühlbachweg, eh nicht infrage, sondern nur Richtung ehemaliges Rasenspielfeld. Hecke und Zaun kämen dem also in nicht die Quere.

Bei der Kritik aus dem Gremium am Zustand der Thuja-Hecke („seit Jahren nicht gepflegt worden“) nahm Gula den Bauhof in Schutz. Thuja-Hecken, das wisse er aus eigener Erfahrung, seien in ihrem Wachstum kaum zu stoppen und nur äußerst mühselig zu schneiden. Bei der vorgeschlagenen Kornelkirschen-Hecke sei angesichts von rund 70 Metern Länge, einer Höhe von knapp zwei Metern und einem Schnitt pro Jahr von etwa 1800 bis 2000 Euro Folgekosten jährlich inklusive Entsorgung zu rechnen, wenn man es extern vergebe, so Gula auf Nachfrage zu den Folgekosten. Huber wiederum stellte klar, dass es nicht um einen Ersatz für den bestehenden Maschendrahtzaun auf der anderen Seite des Rasenspielfelds gehe, der bleibe.

Der Gemeinderat stimmte schließlich der Planung einstimmig zu, fasste den Bau- und Ausschreibungsbeschluss. Geplant ist, dass die Arbeiten vor Beginn der Freibadsaison abgeschlossen sein sollen.

Der Thuja-Hecke am Freibad, samt darin eingewachsenem Zaun, geht es an die Wurzel. Laut den Experten für Flora ist sie allerdings selbst schuld daran. Sie ist mittlerweile so gewachsen, in die Breite und in die Höhe, dass sie nicht mehr „pflegbar“, nur mit größtem Aufwand (erheblichen Kosten jährlich) in ihrem Expansionsdrang zu bändigen sei. Außerdem sei sie eh nicht heimisch und ihr ökologischer Nutzen gering.

Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hatte sich schon vor

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