Schwaikheim

Noch gibt es im Freibad Schichtbetrieb, aber dessen Ende naht angesichts weiter gesunkener Inzidenzzahlen

Bädle Schwaikheim
Hier dürften selbst unter Coronavorgaben noch deutlich mehr rein. © Gabriel Habermann

Um halb sechs kommt noch eine Familie mit einem Buben. Nachfrage bei ihr: Hat sie auf die „Ampel“ des Freibads auf der Homepage der Gemeinde geschaut, also dort gesehen, dass noch Plätze frei sind, genauer gesagt, wieder frei geworden sind? Jawohl, haben sie, sie sind also Nachzügler. Die Verwaltung hat einen Vorschlag aus der Mitte des Gemeinderats umgesetzt, nämlich, Abgänge aus dem Freibad sofort elektronisch zu erfassen und damit in Echtzeit anzeigen zu können, dass wieder Leute rein können. Dass es also funktioniert, ist eine gute Nachricht für Rene Schray, in der Verwaltung beziehungsweise Kämmerei für den Freibadbetrieb zuständig. Er ist sicher, dass die neue Möglichkeit noch mehr genutzt wird, wenn sie sich erst mal herumgesprochen hat.

Aber warum das Ganze? Der Betrieb läuft wie in der vergangenen Saison unter Pandemiebedingungen. Einfach, spontan, ins Freibad kommen, ist also auch in diesem Jahr, noch, nicht möglich. Der Raum im Freibad ist begrenzt und damit ist es auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze. Man kann es auch unschwer erkennen. An einem wie für den Freibadbesuch geschaffenen herrlichen Sommertag verteilen sich dort deutlich weniger Besucher als in „normalen“ Jahren. Im Schatten der Bäume gibt es Abstände, liegt nicht Handtuch an Handtuch.

Aus der Fläche der Liegewiese ergibt sich das Besucherlimit

Es gibt auch in dieser Saison einen Schichtbetrieb, es dürfen gleichzeitig nur maximal 200 Leute im Bad sein, was sich aus der Fläche der Liegewiese ergibt. Die hat 2000 Quadratmeter, pro Person ist mit zehn Quadratmetern zu rechnen, so lautet die Vorgabe. Auch die maximale Zahl der Leute, die gleichzeitig in den beiden Becken sein dürfen, ist begrenzt. Die Bademeister haben ein Auge darauf, dass das auch eingehalten wird. Aber selbst an einem Traumsommertag wie heute sind beide Becken weit entfernt vom jeweiligen Limit, geschweige denn, dass sie überbevölkert sind.

An zwei Tagen gibt es auch eine Frühschwimmerschicht

Neu ist eine Frühschwimmerschicht, und zwar am Montag und Dienstag jeweils von 8 bis 10 Uhr. An diesen beiden Tagen ist die Morgen- und Mittagschicht von 10 bis 14.30 Uhr, die Nachmittag- und Abendschicht von 15.30 bis 20 Uhr. Von Mittwoch bis Sonntag ist die erste Schicht jeweils von 9 bis 14 Uhr, die zweite von 15 bis 20 Uhr. Die Pause dazwischen wird benötigt, um das Bad zu reinigen, die vorgeschriebenen Stellen zu desinfizieren.

Das „Ampelsystem“ ruckelt noch ein bisschen

In der Regel, abhängig vom Wetter natürlich, sei die zweite Schicht ausgebucht, also alle zur Verfügung stehenden Plätze, berichtet Schray. Die, die aber vor Schicht- oder Betriebsschluss wieder frei werden, werden ausgebucht beziehungsweise ausgescannt, das gilt auch für die Tagschicht. Noch „holpere“ das System aber ein bisschen, müsse sich erst noch einspielen, räumt Schray ein. In der Tagesschicht werde das Limit unter der Woche, und solange noch keine Ferien sind, bei weitem nicht erreicht.

Weniger Nachfragen im Rathaus: Leute kennen sich mittlerweile aus

Was er auch festgestellt hat: Es kommen weniger Nachfragen zum Freibad und seinem Betrieb im Rathaus an, für ihn ein Anzeichen dafür, dass die Leute sich zunehmend mit dem digitalen Buchungssystem auskennen, immer besser damit zurechtkommen. Die 3-G-Regeln (geimpft, getestet, genesen samt Nachweisen dazu) ist seit dem 10. Juni aufgehoben, seit die Inzidenz unter 35 sank. Insofern ist der Freibadbesuch also einfacher geworden. Nach wie vor gilt die Maskenpflicht im Eingangsbereich, dort, wo man also sich gezwungenermaßen nahekommt, es mit dem Abstandhalten schwierig ist, das gilt auch beim Verlassen des Bades über die gleiche Engstelle.

Diese Saison bislang noch kein Ärger wegen Maskenpflicht

Im vergangenen Jahr gab es da ja die eine oder andere Unmutsbekundung, ja auch Ärger mit bestimmten Badegästen, die den Sinn der Vorschrift nicht einsahen, einsehen wollten und sich auf ihre eigene Sicht dessen, was zulässig sei oder nicht, beriefen. An der Front habe es in diesem Jahr noch keinerlei Streit gegeben, betont Schray. Er geht davon aus, dass dieses Thema mittlerweile ausgestanden sei. „Alle, also Besucher und Personal, haben inzwischen mehr Erfahrung und alle sind froh, dass das Bad überhaupt offen hat. Kurz Maske tragen zu müssen ist da doch das kleinste Problem.“

Nach wie vor gibt es keine Tickets vor Ort, im Bad

Nach wie vor gleich: Es gibt keinen Ticketverkauf vor Ort, direkt am Bad, aber im Bürgerbüro im Rathaus. Und: Keine Dauerkarten, solange eine Obergrenze bei der Besucherzahl gilt, das sei „ein Gebot der Fairness“, findet Schray. Dafür allerdings wie im vergangenen Jahr auch Zehnerkarten, auch ermäßigte. Das neue Frühschwimmerticket kostet nur 1,50 Euro.

Sinkende Inzidenzzahl lässt in Bälde Lockerungen zu

Besteht Aussicht und auch Wille, falls es möglich werden sollte, dass auch wieder Tickets vor Ort verkaufen werden? Die Corona-Verordnung sage bislang, dass das nicht gehe. „Das war und ist aber nach wie vor unser Wunsch“, versichert Schray, „allerdings möglichst kontaktlos, also bezahlen mit der EC-Karte.“ Wie im vergangenen Jahr sind auch die Duschräume und Toiletten wieder geöffnet und in Betrieb, wegen des geforderten MIndestabstands aber nicht jede Dusche und nicht jedes Urinal. Die Rutsche ins Nichtschwimmerbecken ist in Betrieb, der Kiosk hat ebenfalls geöffnet, laut Schray mit einem größeren Speisenangebot als bislang.

 Inzwischen ist die Inzidenzzahl soweit zurückgegangen, dass es Lockerungen geben wird, wobei aber noch nicht klar sei, in welcher Form und wie weitreichend, so Schray auf weitere Nachfrage. Nach wie vor gebe es Vorgaben, aber es sei sicher, dass die Begrenzung der Besucherzahl im Bad fallen wird, wobei der Zeitpunkt dafür noch nicht feststehe. Mit dem Wegfall des Limits sei auch klar, dass der bisherige Schichtbetrieb aufhören und dass es ab dann wieder Tagestickets geben werde.

Zeitfenster fürs Reinigen tagsüber braucht es weiterhin

Das sei aber alles eine Frage der Umsetzung: „Also was kommt dann beziehungsweise danach?“ Es brauche zum Beispiel weiterhin Zeitfenster, um das Bad, die Duschräume, die Becken zu reinigen, zu desinfizieren, und zwar im Laufe des Tages. Klar sei zudem, dass es außer dem Hygienekonzept weiterhin eine Kontaktnachverfolgung geben müsse. Es werde auch weiterhin keinen Kartenverkauf vor Ort geben, das digitale Buchungssystem und der Kartenverkauf nur im Bürgerbüro im Rathaus werden also fortgeführt.

Die Maskenpflicht im Eingangsbereich wird fallen

Fallen dagegen werde mit Sicherheit, die Pflicht, eine Maske im Eingangsbereich zu tragen, so Schray. „Da könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das den einen oder anderen Besucher freut“, ergänzt er augenzwinkernd.

Um halb sechs kommt noch eine Familie mit einem Buben. Nachfrage bei ihr: Hat sie auf die „Ampel“ des Freibads auf der Homepage der Gemeinde geschaut, also dort gesehen, dass noch Plätze frei sind, genauer gesagt, wieder frei geworden sind? Jawohl, haben sie, sie sind also Nachzügler. Die Verwaltung hat einen Vorschlag aus der Mitte des Gemeinderats umgesetzt, nämlich, Abgänge aus dem Freibad sofort elektronisch zu erfassen und damit in Echtzeit anzeigen zu können, dass wieder Leute rein

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