Schwaikheim

Pläne für Schwaikheim: Bürgermeisterin Astrid Loff will mehr Bürgerbeteiligungen

Bürgermeisterwahl Schwaikheim Astrid Loff
Die Schwaikheimer Bürgermeisterin Astrid Loff. (Archiv) © Benjamin Büttner

Der jetzige Neubau der Ludwig-Uhland-Schule wird deren künftigen zusätzlichen Platz- und Raumbedarf nicht abdecken. Steigende Schülerzahlen erfordern weitere Klassen- und Mehrfunktionsräume sowie für die Schulkindbetreuung. Für den Fall, dass die bestehenden Pavillons der Schule weichen müssen, plant Bürgermeisterin Dr. Astrid Loff einen „Ideenwettbewerb“, was wie an ihre Stelle kommen könnte. Sie verweist im Pressegespräch auch darauf, dass die einfache Lösung, auf den Neubau ein weiteres Geschoss zu setzen, aus statischen Gründen nicht möglich sei. Aus ihrer Sicht läuft es auf einen weiteren Neubau hinaus.

Ihr schwebt langfristig ein „Campus“ auf dem Gelände zwischen Schubart-, Uhland- und Blumenstraße vor, der auch die Schüler und Lehrer der bisherigen Eichendorffschule integriert. Ihr sei durchaus bewusst, dass die Entscheidung, diese aufzugeben, eine „sehr emotionale Geschichte“ wäre, versichert Astrid Loff. Doch weiter, auf Dauer, zwei Standorte zu betreiben, davon einen als Zwergschule, sei nicht wirtschaftlich. Vorerst seien das allerdings nur Ideen. Als Grundlage für Entscheidungen werde die Verwaltung zunächst den Raumbedarf für die nächsten zehn Jahre erheben.

Aufgegebener Edeka-Standort: Gespräche geführt

Das Gleiche gelte für den Bedarf an Sportstätten. Nach einer Bestandserhebung, weiteren Optimierungen und einer Bedarfsprognose werde es eine „Zielklausur“ des Gemeinderates geben. Nach Astrid Loffs Einschätzung würde sich eine Bedarfserhebung seitens der Gemeinde erübrigen, wenn sich, wie von ihr als Alternative ins Spiel gebracht, ein oder mehrere Vereine dazu entschließen, eine weitere Sporthalle, die ja von ihnen gewünscht wird, selbst zu bauen – und die Gemeinde sich dann, für Schulsportstunden, dort einmieten würde.

Zur viele Schwaikheimer brennend interessierenden Frage, ob und wie es nach dem Umzug runter in die Ortsmitte mit dem aufgegebenen Edeka-Standort an der Bahnhofstraße weitergeht, kann (oder will) die Bürgermeisterin (noch) nichts sagen. Auch nicht dazu, ob denn, wie viele hoffen oder erwarten, manche gar fordern, der Netto-Markt nach der Aufgabe seines bisherigen Standorts an der Ludwigsburger Straße dorthin umzieht. Sie hat zwar inzwischen Gespräche geführt, aber offenbar ist es für sie noch zu früh, Ergebnisse, sofern es „bereits“ welche geben sollte, öffentlich zu verkünden. Weder von Netto noch von Edeka, die zum gleichen Konzern gehören, ist dazu bislang Neues zu hören gewesen.

Wahrscheinlich weiterer Hausarzt vor Ort

Astrid Loff „punktet“, wenn man so will, dafür mit einer anderen positiven Nachricht. Schwaikheim bekomme wahrscheinlich einen neuen, weiteren Hausarzt. Das wäre, wenn es so kommt, unabhängig von ihr, doch noch etwas mehr als bloße Wirtschaftsförderung, die sie, so hat sie es wiederholt versprochen, zur Chefinsache machen will. Dort plant sie zunächst ein „Azubi-Recruiting“, will über „Speed Dating“ örtliche Betriebe und Schwaikheimer Schulabsolventen zusammenbringen, sich dabei die Wirtschaftsgespräche in Backnang als Vorbild nehmend, in Kooperation mit dem einheimischen Bund der Selbstständigen (BdS). Im Amtsblatt, im amtlichen Teil, den die Gemeinde verantwortet, sollen sich im Zwei-Wochen-Rhythmus in einer eigenen Rubrik örtliche Unternehmen vorstellen dürfen. Eine Idee, auf die auch andere Kommunen gekommen sind.

Zusammen mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) will die Bürgermeisterin die Nachfolge von Unternehmensführungen vor Ort thematisieren. Sie verweist dazu auf Leerstände von ehedem gewerblich genutzten Räumen und Gebäuden in der Schwaikheimer „Innenstadt“. Was ungenutzte Flächen im Gewerbe- und im Industriegebiet angehe, könne ein Lösungsansatz sein, die zu teilen (und dazu die betreffenden Bebauungspläne entsprechend zu ändern). Aber auch da gelte es zunächst Zahlen als Grundlagen zu erheben, betont Astrid Loff. Zweifeln, ob sich ein (anvisiertes) Hotel im Ort (im Mischgebiet von „Heiße Klinge“) mangels Touristen wirklich „rechnet“, hält sie den Übernachtungsbedarf von auswärtigen Firmenmitarbeitern entgegen.

"Runder Tisch" zum Thema "Senioren in Schwaikheim"

Die Bürgermeisterin strebt auch eine Klausurtagung des Gemeinderats an zur Frage, wie es mit dem Flächennutzungsplan weitergehen kann, dazu, ob etwa das Industriegebiet erweitert werden soll. Auch beim Gebiet Leimtelle – zu dessen Erschließung für weiteren Wohnraum es einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats gibt – „müssen wir noch mal darüber sprechen“, so Astrid Loff. Das wird allerdings so oder so erforderlich sein wegen des Abstandsgebots zum benachbarten landwirtschaftlichen Betrieb, der Frage der Verträglichkeit oder Vereinbarkeit mit diesem.

Unter der Überschrift „Nachhaltigkeit“ sieht Astrid Loff Überlegungen, den „Fuhrpark“ der Verwaltung, soweit man davon sprechen kann, auf Elektro umzustellen, für weitere E-Tankstellen im Ort zu sorgen oder die Straßen-/Sportstättenbeleuchtung auf LED umzustellen. Zum Stichwort Klimafolgen wird es aus Astrid Loffs Sicht um Katastrophenschutz (Starkregen, Überschwemmungen, Stromausfälle) gehen, konkret auch um den verdolten Zipfelbach und Innenbegrünung.

Einen weiteren „Runden Tisch“ möchte die Bürgermeisterin initiieren, der sich des Themas „Senioren in Schwaikheim“ annimmt, dahinter steht der Wunsch nach einem örtlichen Netzwerk. Das Thema „Bürgerbeteiligung“ solle auf mehreren Gebieten umgesetzt werden, so Astrid Loff weiter: „Wir haben hier in Schwaikheim sehr viel Kompetenz bei Bürgern, die will die Gemeinde nutzen.“

Beim Areal Ortsmitte II unterscheidet sie zwischen „Muss“ und „Kann“

Was das Areal Neue Ortsmitte II (bislang provisorischer Parkplatz beim Kreisverkehr) angeht, unterscheidet Astrid Loff. Zum „Muss“ gehören aus ihrer Sicht dort Begegnungsmöglichkeiten, eine öffentliche Toilette, Sitzgelegenheiten und dass der Wochenmarkt weiter dort einen Standort hat.

Als „Kann“ sieht sie dort Gastronomie, Einzelhandel und eine Arztpraxis an, möglicherweise den Umzug der Gemeindebücherei von der Schule dorthin. Den Hinweis, dass in der Aufzählung „Wohnen“ nicht vorkommt, kontert sie mit dem Hinweis, das sei alles eine Platzfrage. Noch vor dem angestrebten städtebaulichen Architektenwettbewerb sollen Ideen gesammelt werden, solle es Bürgerbeteiligung geben – und auch dazu eine Klausurtagung.

Die Initiative von Jugendlichen für einen Jugendgemeinderat unterstützt Astrid Loff ausdrücklich.

Der jetzige Neubau der Ludwig-Uhland-Schule wird deren künftigen zusätzlichen Platz- und Raumbedarf nicht abdecken. Steigende Schülerzahlen erfordern weitere Klassen- und Mehrfunktionsräume sowie für die Schulkindbetreuung. Für den Fall, dass die bestehenden Pavillons der Schule weichen müssen, plant Bürgermeisterin Dr. Astrid Loff einen „Ideenwettbewerb“, was wie an ihre Stelle kommen könnte. Sie verweist im Pressegespräch auch darauf, dass die einfache Lösung, auf den Neubau ein weiteres

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