Schwaikheim

Schwaikheim braucht acht weitere Kita-Gruppen: Das sind die möglichen Standorte

Gretel-Nusser-Kinderhaus
Symbolfoto. © ZVW/ALEXANDRA PALMIZI

Die Gemeinde Schwaikheim braucht weitere Betreuungsplätze, um den Bedarf und den Rechtsanspruch von Eltern bis 2024/2025 decken zu können – und zwar nicht wenige. Für acht neue Gruppen werden nun mögliche Standorte geprüft. Wobei Bürgermeisterin Dr. Astrid Loff in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats betonte, dass es für diese nicht eine große Kita geben wird, es mehrere sein werden. Konkret wird es wohl darauf hinauslaufen, dass zwei neue Kitas gebaut werden, mit jeweils zwei Ü-3- und zwei U-3-Gruppen, nicht gleichzeitig, sondern nacheinander.


Im Rahmen einer Klausurtagung waren mögliche Standorte beraten worden, es sind demnach folgende, die von der Verwaltung, dazu per einstimmigem Beschluss beauftragt vom Gemeinderat, geprüft werden: Am Ehrenhain, Rosenstraße, Fritz-Ulrich-Weg, Schönbühlstraße, Freizeitzentrum und Sängergarten.

Den Sängergarten hat die SPD mit einem aktuellen Haushaltsantrag ins Spiel gebracht. Er liegt  unweit des neuen Feuerwehrhauses, zwischen dem Industriegebiet Süd und dem Gartenhausgebiet „Bühlholz“, und vor allem (noch) im Außenbereich. Die Gemeinde müsste  laut Bauamtsleiter Rolf Huber, um Bauen dort überhaupt erst zu ermöglichen, das über einen Bebauungsplan ändern und parallel dazu dafür sorgen, dass auch der Flächennutzungsplan entsprechend geändert wird. Die SPD widerspricht dem, beides sei nicht erforderlich. Entscheiden würde das, wenn es soweit käme, letztlich die Baurechtsbehörde des Gemeindeverwaltungsverbands. 

Anwohner des Ehrenhains warnten vor diesem Standort

Beim Standort Fritz-Ulrich-Weg, nördlich des Naturfreundehauses, geht es um eine Teilfläche eines bestehenden Bolzplatzes, der dann etwa nur noch ein Drittel der bisherigen Fläche hätte. Der dortige Spielplatz bliebe erhalten. Auch dort beziehungsweise dafür bräuchte es einen Bebauungsplan.

Beim Standort Freizeitzentrum geht es um eine bislang freie Fläche zwischen der Tennisanlage und den beiden Vereinsheimen des Obst- und Gartenbauvereins sowie der Country- und Westernfreunde.

Der Standort Ehrenhain ist bislang eine Grünfläche mit einem wenig genutzten Minispielplatz am Rande.

Der Standort Schönbühlstraße liegt zwischen der dortigen Kfz-Werkstatt und der Flüchtlingsunterkunft. Dass auf ihn mal eine Kita kommen soll, dazu gibt es bereits einen Beschluss.

Beim Standort Rosenstraße handelt es sich um eine Teilfläche des bestehenden Bolzplatzes, also nicht um das angrenzende Kleinspielfeld.

Von den zu erwartenden Diskussionen um die jeweiligen Standorte bekamen die Gemeinderäte und die Verwaltung in der Fragerunde der jüngsten Sitzung bereits einen Vorgeschmack. Zwei Anwohner des Ehrenhains stellten eigentlich keine Fragen, sondern warnten im Grunde vor diesem Standort mit dem Hinweis, wie eng es dort zugeht, welche Probleme es mit dem möglicherweise zu befürchtenden Elterntaxiverkehr auf der schmalen Erschließungsstraße und dem Parkplatzsuchverkehr geben könnte. Ehe die Prüfung losgeht, wird also schon gedrängt, diese „Karte“ vom „Spielfeld“ zu nehmen.

Bürgermeisterin: Wir müssen diese Betreuungsplätze schaffen

Die Bürgermeisterin nahm aber gleich, um weiter bildhaft zu sprechen, den Wind aus den Segeln mit dem Hinweis, dass ja nicht alle ins Auge gefassten Standorte wie der Sängergarten oder das Freizeitzentrum „draußen liegen“, sondern auch die anderen Nachbarn, Anwohner haben würden. Die Gemeinde habe aber nun mal einen großen Bedarf an weiteren Betreuungsplätzen. Selbstverständlich würde auch die Problematik, auf die die beiden Anwohner hinwiesen, bei der Prüfung eine Rolle spielen, das gelte aber für alle betreffenden Standorte, die „bei ihrer Bewertung mit reinspielen“, versicherte Astrid Loff.

Um mal, exemplarisch, beim Ehrenhain zu bleiben: Dieser, einst angelegt um das Ehrenmal für die Kriegsopfer herum, das mittlerweile auf dem Friedhof steht, war selbst mal Teil des Friedhofs, später Standort für eine Flüchtlingsunterkunft, bevor die neue an der Schönbühlstraße gebaut wurde.

Mutter wundert sich: Warum nicht direkt dort, wo die meisten Kinder herkommen?

Der große Vorteil des Standorts ist seine Lage mitten im Ort. Es kann, muss aber nicht Elterntaxiverkehr geben, weil er eben auch zu Fuß von vielen Familien erreichbar wäre. Er liegt oberhalb der Landesstraße nach Winnenden, gegenüber der Mauritiuskirche und in direkter Nachbarschaft zu Kürräcker, das mal Neubaugebiet war, wo aber wohl die meisten Kinder mittlerweile aus dem Kindergartenalter heraus sind, wie eine Mutter mit zwei Kindern (Schulalter) bei einer „Ortsbesichtigung“ berichtet. Sie versichert auch, es täusche, wenn man dem Eindruck bei dieser glaube, dass dort nichts „los“ sei. Die Grünfläche werde sehr wohl rege fürs Bolzen und Spielen genutzt.

Ihr leuchtet nicht ein, und das kann man ihr nicht verdenken, dass nicht direkt dort, woher die meisten Kinder kommen werden, wofür neue Betreuungsplätze gebraucht werden, eine Kita gebaut wird – im Neubaugebiet „Heiße Klinge“ also. Dort wurde aber im Bebauungsplan keine Fläche dafür vorgesehen, alle Bauplätze wurden verkauft. Man könnte von einem Versäumnis der Gemeinde sprechen, aber zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass die Kinderzahlen insgesamt für Schwaikheim damals so nicht absehbar waren. Am Rande von „Heiße Klinge“, an der Lessingstraße, gibt es zwar einen Kindergarten, mit zwei Gruppen, wenn dort auf vier erhöht würde, was vom Platz her möglich wäre, müsste aber für die zwei bestehenden Gruppen eine Interimslösung während der Bauzeit her.

Noch mal zurück aber zum Standort Ehrenhain: Man kann den auch „anders“ sehen, nämlich als eine der letzten, wenn es überhaupt noch andere gibt, „grünen Oasen“ im Ort und deshalb womöglich erhaltenswert. Aber auch dieser Aspekt wird bei der Standortprüfung sicher bedacht.

Eine Präferenz für einen Standort, wenn man so will, lässt die SPD mit einem Antrag bereits jetzt erkennen: nämlich den ehemaligen Sängergarten daraufhin zu prüfen, ob dort eine „naturnahe“ Kita in Holzbauweise gebaut werden kann, und wenn ja, die weiteren Schritte dafür in die Wege zu leiten, so dass sie im kommenden Jahr fertiggestellt wird. Die Fraktion verweist darauf, dass das Areal brachliegt, dass die Holzbauweise und der Baumbestand dort sich gut ergänzen würden, dass ein großer und damit attraktiver Außenbereich möglich wäre und dass es nahe ist ins Grüne. Die SPD hat in dem Zuge auch gleich gesagt, von welchem Standort sie nichts hält: dort, wo eine neue Kita auf Kosten eines bestehenden Bolzplatzes ginge.

SPD regt „naturnahe“ Holzbau-Kita im Sängergarten an

In der Aussprache verwies allerdings Robin Netz von den Grünen auf die „Kehrseite“ der Naturnähe des Standorts Sängergarten: Er liegt so „abseits“, dass die allerwenigsten Kinder, wenn überhaupt, dorthin selbst, alleine kommen, sondern wohl alle von Eltern dorthin gefahren würden. Den Elterntaxiverkehr werde es so oder so geben, hielt der SPD-Fraktionssprecher Alexander Bauer dagegen.

Was auf jeden Fall stimme, sei, dass es keinen idealen Standort gebe, räumte der Sprecher der CDU-FB-Fraktion, Tobias Schneider, ein: „Jeder hat seine Vor- und Nachteile.“ Aber die gelte es ja nun, bei der Prüfung darzustellen, und der Gemeinderat werde dann gewichten. Mit Blick auf die „Anregungen“ zum Standort Ehrenhain in der Fragerunde sei es gut möglich, dass am Ende Anwohner von fast allen ins Auge gefassten Standorten Bedenken äußern werden.

In der Tat, aber die Entscheidung trifft am Ende der Gemeinderat.

Die Gemeinde Schwaikheim braucht weitere Betreuungsplätze, um den Bedarf und den Rechtsanspruch von Eltern bis 2024/2025 decken zu können – und zwar nicht wenige. Für acht neue Gruppen werden nun mögliche Standorte geprüft. Wobei Bürgermeisterin Dr. Astrid Loff in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats betonte, dass es für diese nicht eine große Kita geben wird, es mehrere sein werden. Konkret wird es wohl darauf hinauslaufen, dass zwei neue Kitas gebaut werden, mit jeweils zwei Ü-3- und zwei

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