Schwaikheim

Schwaikheim: Die nervende Schlagloch-Engstelle

Schlagloch
Beim Gegenverkehr wie hier muss kurz angehalten und gewartet werden. © Benjamin Büttner

Seit Monaten gibt es am Ortsende von Schwaikheim Richtung Winnenden auf der Landesstraße 1140 eine Engstelle. Der Straßenbelag ist auf einer kleinen Fläche so ausgebrochen, dass die Stelle gesperrt, mit Warnbaken gesichert ist. Autofahrer, die ortsauswärts unterwegs sind, müssen, wenn sie die Stelle passieren und in dem Moment gerade Gegenverkehr aus Winnenden kommt, anhalten und diesen erst passieren lassen.

So weit also die Lage, nüchtern betrachtet. Die Auto-, Lkw- und Busfahrer, insbesondere die Schwaikheimer, haben das lange getan. Immer in der Erwartung, das wird schon, irgendwann taucht eine Baukolonne auf und repariert die Stelle, flickt das Schlagloch. Ist ja kein großes Ding, innerhalb von einem Tag müsste das doch erledigt sein, so die landläufige, weit verbreitete Annahme. Aber es passierte und passiert nichts, und so allmählich geht den Leuten verständlicherweise die Geduld aus, auch wenn es sich immer nur um ein paar Sekunden handelt, die man aufgehalten wird. Und auch wenn diese temporäre „Bremse“ den gar nicht so unerwünschten Nebeneffekt hat, dass, solange es sie gibt, am Ortsende nicht so wie sonst Gas gegeben werden kann und auch die, die von Winnenden her kommen, wohl etwas langsamer tun als sonst, und nicht warten, bis sie erst am mobilen Geschwindigkeitsdisplay angezeigt bekommen, dass sie mehr als 50 km/h draufhaben. Oder dass nicht sogar überholt wird, trotz Verbot, alles schon vorgekommen, alles schon selbst erlebt und nicht nur ein Mal. Aber klar, die „Freie Fahrt für freie Bürger“-Fraktion im Ländle, die zwar schwindet, die es aber immer noch gibt, wird, darf – und muss – sich aufregen.

Es gibt ja den leidigen Spruch „In China würden sie in der Zeit . . .“, um die Schwerfälligkeit der Bürokratie und Abläufe in Deutschland anzuprangern oder auf die Schippe zu nehmen. In diesem Fall würde der Spruch in etwa also lauten: Also, in China, da hätten sie in der Zeit die ganze Straße neu gebaut. Auf das Thema „ganze Straße“ wird noch zurückzukommen sein. Auf jeden Fall hakte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Brigitte Röger von der CDU-FB-Fraktion nach, was denn nun mit der Reparatur sei, es gehe doch nur um eine Kleinigkeit, sprich ein paar Schippen Asphalt. Ein anderer, den das Ganze mittlerweile mächtig ärgert, der nicht ganz so geduldig ist, ist Wolfgang Kölz von den Grünen. Er hat es nicht beim Nachfragen belassen, sondern einen mittlerweile ganz ansehnlichen Schriftverkehr mit dem Landratsamt beziehungsweise dem dortigen Straßenbauamt und dem Dezernat für Bauen, Umwelt und Infrastruktur beisammen. Auch die Gemeindeverwaltung hat mehrfach in Waiblingen nachgehakt, wie Bauamtsleiter Rolf Huber im Gemeinderat versicherte.

Auch wenn es eine Landesstraße ist: Das Landratsamt ist zuständig

Das Landratsamt ist nämlich zuständig – so viel ist mittlerweile immerhin klar –, auch wenn es sich um eine Landesstraße handelt, das Land also Bauherr ist und die Baulast trägt, vertreten durch das Regierungspräsidium. Denn für die Unterhaltung und den Betrieb, also gegebenenfalls auch Instandhaltung oder -setzung, sind die Unteren Straßenbaubehörden verantwortlich. Die müssen die Verkehrssicherheit gewährleisten, also im vorliegenden Fall das Beheben von Schlaglöchern veranlassen. Der Grund, warum das aber hier so lange dauert, ist nicht, wie in Schwaikheim gemunkelt wird, dass im Landratsamt oder im RP oder beim Land das Geld dafür ausgegangen ist, beziehungsweise der entsprechende „Topf“ für dieses Jahr bereits ausgeschöpft ist, oder weil die Straßenmeisterei Backnang zuständig ist, für die Schwaikheim vielleicht nicht gerade die oberste Priorität habe. Sowohl Kölz, vom zuständigen Amtsleiter, als auch der Winnender Zeitung, von der Pressestelle des Landratsamts, wurde auf Nachfrage versichert, dass die Reparatur/Sanierung des schadhaften Streckenabschnitts „zeitnah“ bevorstehe. Die Antwort von beiden Stellen ist aber mittlerweile wieder bereits Wochen her. Pressesprecherin Leonie Ries verwies nach Rücksprache mit dem Straßenbauamt damals darauf, dass sich bei dem Schlagloch die Decke in größerem Umfang ablöse, so dass einfache Reparaturen, wie vorher geschehen, nicht mehr hätten helfen können. So viel also zum Expertenrat „ein paar Schaufeln Asphalt drauf und fertig“.

Ende Juni/Anfang Juli könnte es endlich so weit sein

Leonie Ries betonte außerdem, dass der Betriebsdienst im Zuge der Verkehrssicherungspflicht Gefahrenstellen, wenn sie erkannt werden, umgehend absichern müsse, auch wenn diese erst später saniert werden. Das an die Adresse derer, die meinen, wenn klar sei, dass die Stelle nicht in nächster Zeit repariert wird, man ja dort nicht hätte sperren müssen, sondern bis dahin hätte warten können. Leonie Ries führte weiter aus, dass die betreffende Stelle im Zuge des „Schadstellenprogramms“ instand gesetzt werde. Dieses sei aktuell im Vergabeverfahren, das zwingend abgewartet werden müssen. Sobald die Vergabe abgeschlossen sei, stehe die Sanierung „zeitnah“ an, so die Pressesprecherin Anfang Mai.

Eine erneute Anfrage bei ihr ergibt, dass das Verfahren mittlerweile abgeschlossen ist. Laut der beauftragten Firma könne die Sanierung frühestens Ende Juni/Anfang Juli erfolgen.

Seit Monaten gibt es am Ortsende von Schwaikheim Richtung Winnenden auf der Landesstraße 1140 eine Engstelle. Der Straßenbelag ist auf einer kleinen Fläche so ausgebrochen, dass die Stelle gesperrt, mit Warnbaken gesichert ist. Autofahrer, die ortsauswärts unterwegs sind, müssen, wenn sie die Stelle passieren und in dem Moment gerade Gegenverkehr aus Winnenden kommt, anhalten und diesen erst passieren lassen.

So weit also die Lage, nüchtern betrachtet. Die Auto-, Lkw- und Busfahrer,

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