Schwaikheim

"Schwaikheim klingt": Ein Video soll ein kleiner Ausgleich für die entfallende Senioren-Weihnachtsfeier werden

Seniorenadvent, Schwaikheim, 01.12.2019.
Die Feier fällt heuer aus, der Mandolinenclub hat aber einen kleinen Ausgleich organisiert, bei dem er ebenfalls aktiv ist. © gemeinde schwaikheim

Corona macht auch dem geplanten Ersatz der schon wegen der Pandemie ohnehin ausfallenden Weihnachtsfeier für Senioren einen Strich durch die Rechnung, allerdings nur einen vorläufigen, so zumindest die Hoffnung.

Die Verantwortlichen wollen das Projekt „Schwaikheim klingt“ angesichts der großen Resonanz und auch ihrer Vorarbeit nicht ausfallen lassen, sondern verschieben es auf Ende Februar. Inzwischen seien es so viele Musizierende, die mitmachen wollen, dass es für das Ganze sogar zwei Tage, ein ganzes Wochenende, brauche, berichtet Initiatorin Janina Rüger-Aamot vom federführenden Mandolinenclub.

Seit Jahrzehnten steht der Termin am 1. Advent im Kalender: Weihnachtsfeier für Ältere, gemeinsam veranstaltet von den Landfrauen, den drei Kirchengemeinden und der Gemeinde, in der Gemeindehalle. Doch die Pandemie hat auch diesen Fixpunkt umgeschmissen. Die Absage sei zwar schweren Herzens erfolgt, „aber die Gesundheit steht über allem“. Das gelte erst recht, wenn man bedenkt, dass ja die, für die die Weihnachtsfeier gewesen wäre, alle Risikopersonen sind.

Die Alternative, der kleine Ausgleich, wenn man so wolle, „Schwaikheim klingt“, soll nicht nur Ersatz für die Senioren bieten, sondern für alle Schwaikheimer sein und das nicht nur für die Adventszeit, sondern fürs ganze Jahr. Wobei Janina Rüger-Aamot beim Gespräch vor dem Teil-Lockdown noch darauf hinwies, dass es im kommenden Winterhalbjahr mit Begegnungen ohnehin schwierig werden würde. Eine Aussage, die sich nun mehr als bestätigen wird.

Der Gruß gilt nicht nur Senioren, und er soll fürs ganze Jahr sein

Für „Schwaikheim klingt“, man könnte auch sagen, das musikalische Porträt des Ortes, stellt die katholische Gemeinde ihre Kirche zur Verfügung. Die Kirchengemeinde sei froh, dass überhaupt etwas Gemeinsames stattfinden könne, so Pastoralreferentin Maria Lerke. Insgesamt werden dort 13 Gruppen mit über 100 Mitwirkenden nicht auftreten, es gibt ja kein Publikum, sondern ein „Set“, einen musikalischen Gruß per Video, aufnehmen lassen, wobei es „inhaltlich“ keineswegs nur um Advent und Weihnachten gehen soll.

Schon für den geplanten Termin am ersten Advent seien unglaublich schnell von vielen Leuten Zusagen gekommen. „Ich habe zehn gefragt, 30 sagten, sie machen mit.“ Von einer „überragenden Resonanz der Vereine“ spricht auch der Mandolinenclubvorsitzende Volker Hildenbrand: „Vor allem, wenn man bedenkt, dass das sehr ad hoc ablief.“ Erste Gedanken habe man sich erst seit Sommer gemacht, normalerweise bräuchten Vorhaben dieser Größenordnung mindestens ein Jahr Vorlauf. „Wir haben das in acht Wochen hinbekommen.“

Das Video wird auf der Gemeindehomepage abrufbar sein

Natürlich wird sein Orchester dabei sein. Das ist Ehrensache, schließlich spielt das ja traditionell bei der Senioren-Weihnachtsfeier. Abschluss und Höhepunkt wird ein Solo einer sehr bekannten Schwaikheimerin sein, die aber inständig darum bittet, sie vorab nicht namentlich zu nennen, sie will nicht hervorgehoben werden, schwäbische Überbescheidenheit halt. Eventuell wird es nicht nur ein Video von dem Ereignis, das online auf die Gemeindehomepage gestellt wird, geben, sondern auch eine DVD. Die Gemeinde Schwaikheim hat zugesagt, die Aufnahme- und Produktionskosten zu übernehmen.

Natürlich werden und dürfen nicht alle Gruppen gleichzeitig in der Kirche sein: „Die einen hinten raus, die nächsten vorne rein“ lautet das Konzept. Es ist also immer nur eine Gruppe drinnen, es gibt einen Ablaufplan, der alles koordiniert und gewährleisten soll, dass sich die Gruppen nicht begegnen. Dafür, von der Größe, um die Abstände einzuhalten, aber auch von der Akustik her, ist die Kirche sehr gut geeignet. Ihre Eignung als Konzertort hat sie schon oft unter Beweis gestellt.

So eine Gemeinschaftsaktion sei ja noch notwendiger geworden

Es war also alles vorbereitet, organisiert für den ersten Advent, und dann kam Anfang November die große Ernüchterung. Was nun, war die Frage. Man entschied sich, nicht abzusagen, abzubrechen, sondern nur zu verschieben, freilich in der Hoffnung, dass es im Februar klappt. Alle Beteiligten hätten gesagt, wir müssen das machen, die Notwendigkeit für diese gemeinschaftliche Aktion sei durch den Teil-Lockdown ja doch noch größer geworden, berichtet Janina Rüger-Aamot. Auf allen Seiten sei die Erleichterung groß, dass es nicht ausfalle und, Stand heute, so zeitnah wie nur möglich stattfinden wird.

Verschiedene Kameraperspektiven: Nahaufnahmen und doch Abstand

Sie verspricht „alles, was Schwaikheim musikalisch zu bieten hat“, sei mit von der Partie. Das Kamera- und Tonteam seien Profis. Den Sorgen, wie Abstände eingehalten werden können, begegne man damit, dass aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen, herangezoomt wird, so dass auch Nahaufnahmen möglich sein werden, die Teilnehmer also nicht nur aus der Totalen zu sehen und zu hören sein werden. „Wir können so also die Corona-Vorgaben erfüllen“, betont Janina Rüger-Aamot.

Zwei weitere Trupps sind, ehrenamtlich, im Einsatz: Die Landfrauen werden für die Techniker und Helfer Vesper zubereiten. Die Helfer, gestellt von der Kirchengemeinde, werden zwischen den Gruppen immer wieder lüften und desinfizieren. Die Techniker sind schließlich die ganze Zeit da.

Corona macht auch dem geplanten Ersatz der schon wegen der Pandemie ohnehin ausfallenden Weihnachtsfeier für Senioren einen Strich durch die Rechnung, allerdings nur einen vorläufigen, so zumindest die Hoffnung.

Die Verantwortlichen wollen das Projekt „Schwaikheim klingt“ angesichts der großen Resonanz und auch ihrer Vorarbeit nicht ausfallen lassen, sondern verschieben es auf Ende Februar. Inzwischen seien es so viele Musizierende, die mitmachen wollen, dass es für das Ganze sogar

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper