Schwaikheim

Schwaikheim: Nein zu Achtfamilienhaus an der Panoramastraße

panoramastraße
Das bestehende Gebäude soll abgerissen werden. © speiser

In der gleichen Sitzung, in der der Langzeit-Zankapfel Achtfamilienhaus an der Zeppelinstraße „gegessen“, die Kuh bildlich gesagt endlich vom Eis geschafft worden ist, ging es um ein weiteres Achtfamilienhaus. Für dieses gibt es eine Bauvoranfrage, mit der sich der Technische Ausschuss des Gemeinderats zu befassen hatte. Die Ausgangslage ist ähnlich, allerdings herrscht, anders als bei der Zeppelinstraße, weitestgehend Einigkeit. Die ganze große Mehrheit teilt die Auffassung der Gemeindeverwaltung.

Dieses Mal geht es um ein Bauvorhaben an der Panoramastraße. Wie in der Zeppelinstraße ist der betreffende Bebauungsplan alt (von 1959), setzt wie damals üblich nur die überbaubaren Grundstücksflächen (und die Verkehrsflächen) fest. Damit ist auch hier die Antwort auf die Frage, ob sich das Vorhaben in die umgebende Bebauung einfügt oder nicht, maßgeblich.

Verwaltung: Bau fügt sich nicht in die Umgebung ein

„Nein“ sagt das Bauamt dazu, ohne Wenn und Aber. Diese Auffassung teile die zuständige Baurechtsbehörde. Die Empfehlung lautete also: nicht zustimmen. Diese Eindeutigkeit der Einschätzung änderte allerdings nichts daran, dass auch in diesem Fall ein reger Austausch im Ausschuss anhob, ironisch könnte man sagen vielleicht gerade deswegen und vielleicht auch, weil Bauamtsleiter Rolf Huber, aus leidvoller Erfahrung, noch mal betonte, das empfohlene „Nein“ sei mit der Behörde abgestimmt. Er sieht dies in zwei Maßen begründet: bei der geplanten überbauten Fläche und bei der geplanten Gebäudehöhe.

Das bestehende Gebäude abzureißen und an seiner Stelle neu zu bauen, sei auf jeden Fall richtig, so Wolfgang Kölz, Grüne. Er verwies darauf, dass die direkten Nachbarn ein Einfamilienhaus und ein Bungalow sind. Nur „Nein“ zu sagen seitens der Verwaltung, sei ihm aber trotzdem zu wenig: „Ich will nicht nur hören, das geht nicht, sondern unter welchen Voraussetzungen das Vorhaben genehmigt werden kann. Wir sprechen ja hier immer von innerörtlicher Nachverdichtung, die wir wollen, und das wäre ja eine.“

Huber hielt dem das aus Sicht der Verwaltung und des GVV „krasse Missverhältnis“ zwischen der Gesamtgrundfläche und der geplanten überbauten Fläche entgegen. Da sehe es nämlich ganz anders aus als auf den Nachbarschaftsgrundstücken. Im Vergleich werde das zulässige Maß bei der Bebauung erheblich überschritten. Damit es „passt“, müsse das Gebäude deutlich verkleinert werden.

Die Gemeinde und damit der Ausschuss habe auch in diesem Fall einen Ermessensspielraum, betonte Alexander Bauer, SPD-Fraktionssprecher, mit Blick und in Erinnerung an den Zeppelinstraße-Streit. Für das Ziel Nachverdichtung brauche es eindeutige Kriterien und damit Verlässlichkeit: „Also nicht mehr, dass es im einen Fall durchgeht, im anderen nicht, und niemand weiß genau warum.“ Was den vorliegenden konkreten Fall angehe, sehe er es aber auch so, dass das geplante Gebäude „arg wuchtig“ daherkomme.

Etwa die Hälfte läge in der Bauverbotsfläche

Der große Unterschied zum Fall Zeppelinstraße sei eben, dass hier etwa zur Hälfte in der Bauverbotsfläche geplant werde, dort dagegen seien 90 Prozent innerhalb der Baufläche, führte daraufhin Huber aus. Edgar Schwarz, Grüne, wiederum gab zu bedenken, die Gemeinde habe doch in der unterhalb der Panoramastraße liegenden Ludwigsburger Straße auch schon „mächtige“ Gebäude zugelassen. Ein irrelevanter Einwurf, weil die Ludwigsburger Straße weitgehend einen anderen Charakter hat und weil es um den Einzelfall geht, die jeweilige Umgebung, es also kein Argument ist, zu sagen, dort habt ihr auch schon „Sünden“ zugelassen, jetzt müsst ihr es hier also auch. Lisa Mücke, CDU-FB, die im Landratsamt bei der Denkmalbehörde arbeitet, also auch bei einem Baurechtsamt, und somit durchaus „vom Fach“ ist, brachte es dagegen auf den Punkt: „Wir sind hier fast beim Doppelten der überbaubaren Fläche, das hat doch nichts mehr mit sich einfügen zu tun.“

Damit war alles gesagt und die Abstimmung war denn auch sehr deutlich: Es gab nur ein „Nein“ zur Empfehlung, das Einvernehmen der Gemeinde zu versagen.

Das für den Abriss bestimmte Gebäude, zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss, ist offensichtlich seit längerem nicht mehr bewohnt, laut Briefkastenschildern wohnten dort vormals drei Parteien. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Kindergarten Panoramastraße, in der Nachbarschaft gibt es eine ganze Reihe von Mehrfamilienhäusern, allerdings kein anderes Achtfamilienhaus. Egal, wer wie dort bauen wird: Die Lage ist „1a“: zentrumsnah und doch ruhig sowie mit herrlicher, unverbaubarer Aussicht auf „Alt-Schwaikheim“.

In der gleichen Sitzung, in der der Langzeit-Zankapfel Achtfamilienhaus an der Zeppelinstraße „gegessen“, die Kuh bildlich gesagt endlich vom Eis geschafft worden ist, ging es um ein weiteres Achtfamilienhaus. Für dieses gibt es eine Bauvoranfrage, mit der sich der Technische Ausschuss des Gemeinderats zu befassen hatte. Die Ausgangslage ist ähnlich, allerdings herrscht, anders als bei der Zeppelinstraße, weitestgehend Einigkeit. Die ganze große Mehrheit teilt die Auffassung der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper