Schwaikheim

Schwaikheim: Schüler der Ludwig-Uhland-Schule pflanzen Obstbäume

Obstbaum pflanzen
Mit vereinten Kräften geht es leichter, auch hier: Schüler pflanzen vier Obstbäume. © Benjamin Büttner

„Die haben es eh schon schwer genug, denen biet’ ich jetzt mal was“, dachte sich Roland Escher. „Die“, das sind die Schüler der internationalen Vorbereitungsklasse an der Ludwig-Uhland-Schule. Escher ist nicht nur Gemeinderat, sondern bringt sich auch in der Jugendbetreuung ein, unter anderem als Pausenaufsicht.

Und er hat ein Stückle, im Gewann Hummelberg, unweit des Zillhardthofs. Das hat er für seine Aktion genutzt, zusammen mit Uwe Kaiser, langjähriger Jagdpächter und nicht nur bei der Renaturierung des Lohwiesenbachs aktiver Naturschützer. Die beiden haben dort zusammen mit den Schülern vier Obstbäume gesetzt, Birne, Kirsche, Apfel und Zwetschge.

Aus Syrien, dem Kosovo, Bulgarien und dem Iran

Mit dabei war auch die Lehrerin Ilona Scheller. Sie berichtet am Rande, dass es für ihre Schützlinge zunächst und vor allem darum geht, Deutsch zu lernen. Die meisten von ihnen kämen da nämlich sozusagen mit „0“ an. Sie nennt die Klasse eine „bunte Truppe“ oder auch launig „die Vereinten Nationen“, man könnte auch „multikulti“ sagen. Sie sprechen nämlich nicht nur unterschiedliche Sprachen, sondern kommen auch aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen. Derzeit sind es Jugendliche unter anderem aus Syrien, dem Kosovo, Bulgarien und dem Iran. Sie sind zwischen elf und 15 Jahre alt.

Trotzdem funktionierten das Lernen und das Miteinander sehr gut, versichert die Lehrerin, sie müsse denen wirklich ein Kompliment machen. Sie unterrichtet zusammen mit zwei Kollegen die Klasse. Der Nachwuchs bekommt in der Schule Sprachcrashunterricht, sie nennt es „ein Deutsch-Bad“, außerdem Sport-, Musik- und Kunstunterricht, jeden Vormittag, 25 Stunden in der Woche.

Je älter, desto schwerer fällt den Jugendlichen der Übergang

Der Lernfortschritt sei von Schüler zu Schüler sehr unterschiedlich, berichtet die Lehrerin. Im Schnitt dauere es etwa anderthalb Jahre, bis die Jugendlichen so weit seien, dass sie am normalen Unterricht teilnehmen können. „Das ist dann aber immer noch sehr schwer für die.“ Noch eine Erfahrung der Lehrerin: Je älter die Jugendlichen sind, wenn sie zu ihnen in die Schule kommen, umso schwerer falle ihnen der Übergang. Denn mit der Klassenstufe wüchsen eben die Anforderungen.

Der Wechsel sei deshalb oft ein Riesenschritt, der den Jugendlichen sehr viel Durchhaltevermögen abverlange. Sie verdeutlicht es am Beispiel der Vorgaben der Sprachniveaus, die international einheitlich sind. Sind die Schüler, die kommen, jünger, sei A 2 das Ziel, bei älteren B 1, „zumindest sollten sie dort angefangen haben, ehe sie in den Normalunterricht wechseln“.

Ein Unterschied sei auch, dass in die Klasse laufend neue Schüler aufgenommen werden, integriert werden müssen, der Unterricht auch an sie angepasst, auf sie zugeschnitten werden muss. Das fordere auch die Lehrer. „Es gibt in der Klasse also unterschiedliche Lerntempos.“ Derzeit sind es 13 Schüler, „aber das kann sich, wie gesagt, jederzeit ändern“.

„Es ist ein Riesenakt für die, das alles hinzukriegen“

Ilona Scheller unterrichtet in der Vorbereitungsklasse seit 2015. Das Niveau in dieser sei sehr unterschiedlich, das gehe vom Gymnasium bis zur Förderschule. Es hänge auch stark von der Herkunft der Eltern ab. Rund 90 Prozent von denen beherrschten die deutsche Sprache nicht oder kaum, wobei es vor allem bei den Frauen, den Müttern, hapere, weil die meist zu Hause bleiben, kaum rauskommen und daheim eben nur die Heimatsprache gesprochen werde. Die Kinder seien da in der Regel die Mittler. „Ich bewundere die, weil das so ein Riesenakt ist für die, das alles hinzukriegen“, betont die Lehrerin.

Zur Baumpflanzaktion meint Ilona Scheller, dass diese vor allem das „Wir“-Gefühl stärke, helfen könne, dass die Klasse auch als Gruppe zusammenwächst. Natürlich werde das Gemeinschaftserlebnis im Unterricht „nachgearbeitet“, genutzt, um darüber zu sprechen, „was wir da gemacht haben“.

„Die haben es eh schon schwer genug, denen biet’ ich jetzt mal was“, dachte sich Roland Escher. „Die“, das sind die Schüler der internationalen Vorbereitungsklasse an der Ludwig-Uhland-Schule. Escher ist nicht nur Gemeinderat, sondern bringt sich auch in der Jugendbetreuung ein, unter anderem als Pausenaufsicht.

Und er hat ein Stückle, im Gewann Hummelberg, unweit des Zillhardthofs. Das hat er für seine Aktion genutzt, zusammen mit Uwe Kaiser, langjähriger Jagdpächter und nicht nur

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