Schwaikheim

Schwaikheim: Zigarettenholen bei Party endet mit Fiasko und vor dem Amtsgericht

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Symbolfoto. © pixabay.com/sipa

Es sei nicht gerade die beste Idee gewesen, auf den Gedanken zu kommen, von der Party aufzubrechen und mit dem Auto eines Bekannten Zigaretten kaufen zu fahren, nachdem man zuvor Alkohol konsumiert hatte, konstatierte der Richter. Und noch viel schlimmer sei es gewesen, von der Idee zur Tat zu schreiten.

Weder die beiden zerknirschten Angeklagten, 21 und 20, widersprachen, noch der Anwalt, der einen von ihnen bei der Verhandlung vertrat, und schon gar nicht die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe. Sie bewertete die Tat aber als „jugendtypisch“ und legte nahe, sie nach Jugendstrafrecht zu beurteilen. Für den Ankläger handelte es sich um das vorsätzliche Führen eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr und um vorsätzliche Beihilfe dazu.

Eine feuchtfröhliche Party war da an einem Wochenende vor einem Jahr gefeiert worden. Die Teilnehmer ließen es in der Fritz-Ulrich-Halle „krachen“. Anhand des von der Polizei gefertigten Protokolls und mit der Unterstützung des Richters ergab die Befragung der beiden Angeklagten folgendes Bild: Als ihnen an diesem Abend die Zigaretten ausgegangen waren, baten sie einen weiteren Partygänger um dessen Autoschlüssel, wegen der dort wohlverwahrten Ausweise, wegen des Zigarettenkaufs, weil sie für diese den benötigten. Als sie bei dem Pkw ankamen, beschlossen sie allerdings, sich die Schritte zu dem nur wenige 100 Meter entfernten Zigarettenautomaten zu sparen und stattdessen zu fahren. Schließlich war einer von ihnen gerade dabei, den Führerschein zu machen. Die theoretische Prüfung hatte er bereits in der Tasche, bis zur praktischen fehlten nur noch ein paar Fahrstunden.

Er klemmte sich also hinters Steuer, startete - und schaffte es partout nicht, den Rückwärtsgang einzulegen. Doch anstatt nun von ihrem Vorhaben abzulassen und sich auf Schusters Rappen auf den Weg zu machen, legte der Begleiter des Fahrlehrlings Hand an und schob den Astra aus der Parklücke. Vor demselben Dilemma standen die zwei, als sie sich nach dem Zigarettenkauf auf den Rückweg zur Party machen wollten. Diesmal hauten sie eine Gruppe von Nachtschwärmern um deren Hilfe an. Einer von diesen bot sich an, sie zur Party zurückzufahren.

Zwei kaputte Schilder, 1500 Euro Schaden und 1,03 Promille

Gesagt, getan! Doch leider endete die Reise abrupt beim nächsten Kreisverkehr. Auf den wies zwar ein Verkehrsschild hin, dieses wich dem Opel jedoch nicht aus, ebenso wenig eines der Schilder zur Fahrtrichtung, so dass der Fahrer mit beiden kollidierte. Derart hart ausgebremst, gab er flugs Fersengeld, flüchtete vom Unfallort. Zurück blieben die beiden Zigarettenholer, ein – mittlerweile bis zur Verhandlung beglichener – Schaden in Höhe von 1500 Euro und die unangenehme Pflicht, das Geschehen dem Autobesitzer, ihren Eltern und der Polizei zu erklären, die bei dem angehenden Führerscheinbesitzer 1,03 Promille feststellte.

Das Gericht stellte schließlich das Verfahren gegen die beiden bisher unauffälligen, nach Ansicht der Jugendgerichtshilfe freundlichen und aufgeräumten, jungen Männer ein, gegen die Auflagen, dass der Beifahrer und Anschieber 25 Stunden gemeinnützige Arbeit leistet und der ungeschickte Fahrer 750 Euro an die Kreisverkehrswacht zahlt. Bitter für den jungen Mann, der sich im zweiten Lehrjahr befindet und unbedingt den Führerschein machen will, ist, dass sowohl theoretische Prüfung wie auch die Fahrstunden mittlerweile verfallen sind. Er muss also wieder bei null anfangen.

Es sei nicht gerade die beste Idee gewesen, auf den Gedanken zu kommen, von der Party aufzubrechen und mit dem Auto eines Bekannten Zigaretten kaufen zu fahren, nachdem man zuvor Alkohol konsumiert hatte, konstatierte der Richter. Und noch viel schlimmer sei es gewesen, von der Idee zur Tat zu schreiten.

Weder die beiden zerknirschten Angeklagten, 21 und 20, widersprachen, noch der Anwalt, der einen von ihnen bei der Verhandlung vertrat, und schon gar nicht die Vertreterin der

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