Schwaikheim

Schwaikheimer Gemeinderat gibt grünes Licht für umstrittenes Achtfamilienhaus

Zeppelinstraße
Grünes Licht für das geplantes Acht-Familien-Haus an der Zeppelinstraße 33. © ZVW/Alexandra Palmizi

Ende gut, alles gut? Das von einem Remsecker Bauträger geplante Achtfamilienwohnhaus an der Zeppelinstraße wird nun wohl doch erstellt, nach viel Ärger und Streit. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat in seiner jüngsten Sitzung dem entsprechenden Bauantrag von „Bauideen 21“ einstimmig zugestimmt.

Zuvor hatte es im September eine nichtöffentliche Beratung des umstrittenen Vorhabens gegeben, davor im Sommer Gespräche zwischen der Verwaltung und dem Bauträger. Nachdem dieser Vorschläge für Änderungen gemacht habe, sei in der nichtöffentlichen Beratung signalisiert worden, „jawohl, so könne man es sich vorstellen“, führte Bauamtsleiter Rolf Huber nun im Ausschuss dazu aus.

Damit wird die von der Gemeinde gewünschte, ja gewollte innerörtliche Nachverdichtung, die Schaffung weiteren Wohnraums im Bestand, auch an dieser Stelle Wirklichkeit. Die Änderungen betreffen vor allem die geplante Tiefgarage, die für die erforderlichen Stellplätze sorgen soll. Deren Einfahrt wird auf die Südseite des Baugrundstücks verlegt, damit weg von der Nordseite, wo sie dicht am Wohnhaus auf dem Nachbargrundstück gewesen wäre. Was mit ein Grund war für den Widerstand aus der Nachbarschaft gegen das Vorhaben.

Außerdem wird die Tiefgarage abgesenkt, um 65 Zentimeter, so dass sie vollständig erdüberdeckt erstellt werden kann und damit auch an den Grundstücksgrenzen erdüberdeckt sein wird, also oberirdisch nicht mehr zu sehen ist, sprich nicht mehr aus der Erde herausragt. Insbesondere dieses Herausragen bei der ursprünglichen Planung um knapp einen Meter war ein Grund dafür gewesen, dass der dazugehörige Bauantrag mehrfach im Gremium „durchgefallen“ war. Der andere Kritikpunkt war, dass der geplante Baukörper, das Haus selbst, zu massiv sei, nicht zur bestehenden Bebauung in der Nachbarschaft passe.

Entscheidend ist, ob es sich in die Umgebungsbebauung einfügt

Für das Grundstück beziehungsweise das Quartier gibt es nur einen „einfachen“ Bebauungsplan aus dem Jahre 1954, der lediglich die überbaubaren Grundstücksflächen festsetzt, also keinen „qualifizierten“, der die Art der Nutzung, aber vor allem das (maximale) Ausmaß der Bebauung vorgibt. Damit war und ist die Frage entscheidend, ob sich das Vorhaben in die Bebauung der näheren Umgebung einfügt. Die Verwaltung hatte dies bejaht, auf die Trauf- und Firsthöhe des geplanten Gebäudes im Vergleich mit der der gegenüberliegenden Gebäude sowie auf die geplante Grundfläche mit denen der angrenzenden Reihenhäuser verweisend.

Die Tiefgarage „verschwindet“ im Gelände

In der erneuten Beratung führte Huber aus, dass es bei den Maßen im neuen Bauantrag keine wesentlichen Änderungen gebe, insbesondere keine beim Grundriss und bei den Höhen. Lediglich auf der Südseite werde das Gebäude wegen der Tiefgaragenzufahrt „etwas zurückgenommen“. Geplant seien Überschreitungen der Baugrenze auf drei Seiten in „unwesentlichem Ausmaß“. Die Änderungen bei der Tiefgarage bedeute, dass diese komplett im Gelände „verschwinde“, sie allerdings nach wie vor auf der Ost- und der Südseite direkt bis an die Grundstücksgrenzen heranreichen werde. Die Tieferlegung ermögliche zwei Terrassen auf ihr für die Wohnungen im Erdgeschoss. In der Tiefgarage sind zehn Stellplätze vorgesehen, außerdem ein weiterer oberirdisch. Voraussetzung für die Versetzung der Tiefgaragenzufahrt ist, dass die Gemeinde ein Flurstück mit einer Fläche von neun Quadratmetern an den Bauträger verkauft, auch dem hat der Ausschuss mit seinem Ja zum Bauantrag zugestimmt.

Kölz: „Froh, dass das Drama endlich ein Ende findet“

Er sei froh, „dass das Drama endlich ein Ende findet“, so Wolfgang Kölz, Grüne, eingangs der Aussprache. Später erinnerte Alexander Bauer, SPD-Fraktionssprecher, Wortführer der Kritiker und ebenfalls Anwohner der Zeppelinstraße, an die Belastung der Nachbarn durch den Hader über diese lange Zeit und daran, „wie das damals abgelaufen ist“. Jetzt liege endlich eine Lösung auf dem Tisch mit einem Kompromiss zwischen dem, was möglich und dem, was zwingend sei, der das Machbare heraushole und eine Erleichterung für die Anwohner sei. Es gebe nun mal eine Baulücke, die bebaut werden solle, betonte Bauer. Aber der geplante Bau sei eben zu „groß und zu mächtig“ erschienen.

Die neue Bürgermeisterin, Dr. Astrid Loff, betonte denn auch zur Klarstellung, das jetzige „Ja“ bedeute, dass der Ausschuss – also die Gemeinde – damit einverstanden ist. Es liege nun eine „zufriedenstellende“ Lösung vor, bei der vor allem wichtig sei, dass die Tiefgarage nicht mehr aus dem Boden herausragen werde, so Edgar Schwarz, Grüne, „auch wenn das rechtlich gesehen durchaus zulässig wäre“.

Ende gut, alles gut? Das von einem Remsecker Bauträger geplante Achtfamilienwohnhaus an der Zeppelinstraße wird nun wohl doch erstellt, nach viel Ärger und Streit. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat in seiner jüngsten Sitzung dem entsprechenden Bauantrag von „Bauideen 21“ einstimmig zugestimmt.

Zuvor hatte es im September eine nichtöffentliche Beratung des umstrittenen Vorhabens gegeben, davor im Sommer Gespräche zwischen der Verwaltung und dem Bauträger. Nachdem dieser

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