Schwaikheim

Wenn Radfahren eine wahre Kunst ist

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Antonia, Ruben und Sarah (von links) sind ein super Team – beim Training und bei Wettbewerben. © Ramona Adolf
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Körperspannung und Konzentration sind wichtig. © Palmizi / ZVW
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Volle Konzentration und Körperspannung sind ein Muss. © Ramona Adolf
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Volle Konzentration und Körperspannung sind ein Muss. © Ramona Adolf
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Volle Konzentration und Körperspannung sind ein Muss. © Ramona Adolf
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Volle Konzentration und Körperspannung sind ein Muss. © Ramona Adolf

Schwaikheim. Einen Handstand zur Erwärmung? – Kein Problem für die Kunstradfahrer vom RSV Schwaikheim. Sie wollen das schließlich auch bald auf dem fahrenden Kunstrad können. Kopfstand auf dem Sattel klappt schon. Mit wie viel Muskelkraft und Körperspannung sie spektakuläre Figuren auf und mit ihren Rädern machen, ist beeindruckend.

Ruben sitzt verkehrt herum auf dem Rad, zuerst mit dem Po am Lenkrad, dann auf dem Sattel, er holt kurz Schwung, zieht Lenker und Vorderrad hinter seinem Rücken hoch und fährt nur auf dem Hinterrad, vorwärtsschauend, immer korrekt im Kreis. Und dann – so schnell kann man kaum gucken – hat er während der Fahrt das Rad gedreht. Das in der Luft schwebende Vorderrad guckt also in Fahrtrichtung, nicht Ruben – und trotzdem fährt er gleichmäßig und präzise auf der Kreislinie des Hallenbodens. Dann fährt er kurz wieder mit beiden Rädern am Boden. Pause? Ach was! Er wechselt nur kurz die Position, steigt über die Lenkstange. Jetzt sitzt er vor dem Lenker, das Vorderrad hinterm Rücken in der Luft, die Arme seitlich abgestreckt, tritt die ganze Zeit in die Pedale, um das Hinterrad auf Kurs zu halten, lenkt mit dem Körper. Ein kurzer Ruck, er holt das Vorderrad zwischen seine Beine, jetzt steht das ganze Fahrrad senkrecht – er oben drauf - gleichmäßig fahrend, na klar.

„Das ist einfach ein ganz besonderer Sport, er ist spektakulär“, findet der 15-jährige Junge, der mit acht Jahren angefangen hat. „Mit einem Kunstrad können wir Sachen machen, die mit einem normalen Fahrrad gar nicht gehen. Wir tun quasi das Unmögliche. Und das ist so cool.“ Genauso begeistert sind auch seine beiden 14-jährigen Teamkolleginnen Antonia und Sarah. „Alle anderen spielen Fußball oder gehen joggen oder so was. Umso cooler finde ich Kunstradfahren“, sagt Antonia. Ihre ganze Familie ist im Radsport, vor acht Jahren hat sie selbst angefangen. Ein wenig später als Sarah, die mit sechs Jahren schon sehr viele Sportarten ausprobiert hatte, bis sie das Rad entdeckte. „Ich war als kleines Kind sehr nervös, hatte einen großen Bewegungsdrang. Dann habe ich Kunstradfahren ausprobiert und mich festgebissen“, erinnert sich das durchtrainierte Mädchen.

Das Training ist ein Ausgleich zum Stress im Schulalltag

Antonia und Sarah trainieren einige Übungen zu zweit auf einem Rad. Mal steht eine quer auf Sattel und Lenkrad, die andere auf den verlängerten Achsmuttern des Hinterrades, die als Trittfläche dienen. Dann wieder fährt eine und die Zweite steigt dabei elegant erst auf den Sattel, dann auf die Schultern der anderen. Dann stehen beide auf den Radachsen, Arme gestreckt, es fährt wie von Zauberhand. Das alles natürlich ohne einmal anzuhalten, abzusteigen oder auch nur mit dem Fuß den Boden zu berühren. Hochkonzentriert ist der Blick, angespannt jeder Muskel. „Kunstradfahren beruhigt mich. Es nimmt den Stress vom Schulalltag“, sagt Sarah.

Zusätzlich zu den Figuren trainieren die jungen Sportler auch Kraft und Ausdauer. „Sie sind alle mit großer Hingabe dabei. Und ja, sie sind alle sehr fit. Da ist das Sixpack angesagt“, erzählt Trainerin Sylvia Fischer schmunzelnd. Kraft und Körperspannung sind wesentlich fürs Kunstradfahren, genau wie Konzentration und ein gewisser Ehrgeiz, auch schwierige Übungen zu meistern. Die Schwaikheimerin Sylvia Fischer trainiert die Kunstradler seit 2001, kennt den Sport aber schon länger – seit ihre Töchter 1996 damit begannen. Die sind mittlerweile nicht mehr dabei, ihre Mutter schon. „Es macht großen Spaß, diese tollen Jugendlichen zu trainieren, und bei Wettkämpfen bin ich genauso nervös wie sie.“ Und seit anderthalb Jahren hat das Team auch Nachwuchs: Die sechsjährige Anna und ihre Schwester, die zehnjährige Tiana, gingen mit dem Opa an der Halle vorbei, entdeckten die Kunstradfahrer, probierten es aus und blieben gleich dabei.

„Ruben, kannst du mich mal im Kreis rumwirbeln?“, fragt Anna, und Ruben packt sie sicher an den Handgelenken und dreht sie im Kreis, bis ihm, nicht ihr, schwindelig wird. Antonia und Sarah helfen Tiana bei einer Figur auf dem Kunstrad, zwischendurch wird geknuddelt. Mit einem Blick auf das harmonische Bild gibt die Trainerin lächelnd zu: „Die mögen sich alle total gern und hören auch aufeinander – manchmal mehr als auf mich.“

Schwaikheim. Einen Handstand zur Erwärmung? – Kein Problem für die Kunstradfahrer vom RSV Schwaikheim. Sie wollen das schließlich auch bald auf dem fahrenden Kunstrad können. Kopfstand auf dem Sattel klappt schon. Mit wie viel Muskelkraft und Körperspannung sie spektakuläre Figuren auf und mit ihren Rädern machen, ist beeindruckend.

Ruben sitzt verkehrt herum auf dem Rad, zuerst mit dem Po am Lenkrad, dann auf dem Sattel, er holt kurz Schwung,

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