Schwaikheim

Wie ein 91-Jähriger aus Schwaikheim seinen Impftermin bekommen hat

Covid Impfung
Edmund Strecker erhält am Montag seine erste Impfung gegen Corona. © Gabriel Habermann

Die über 80-Jährigen sollten gegen Corona geimpft werden. Sie sind am meisten gefährdet, wenn das Virus sie erreicht. Aber das Buchungssystem für Impftermine ist so kompliziert und oft überlastet, dass man sich schon fragt: Wie soll das ein 90-Jähriger schaffen? Man hört ja von vielen guten Tipps: „Nachts nach 1 Uhr geht es am besten“, erzählen manche. Zur Überraschung der Redaktion hat sich ein 91-Jähriger aus Schwaikheim gemeldet, der alles selbst gemacht hat, und der am Montag, 15. Januar, einen Impftermin im Kreis-Impfzentrum in Waiblingen hat. Er kriegt den Biontech-Pfizer-Impfstoff und freut sich riesig.

Auf Anhieb durchgekommen

„Ich hab’s mittags probiert“, erzählt der 91-jährige Edmund Strecker aus Schwaikheim. Vor ein paar Wochen rief er die ganz normale Nummer an, 116 117, die alle anrufen sollen. „Auf Anhieb bin ich durchgekommen“, erzählt er. Und das Beste war: „Ich hatte einen tollen Ansprechpartner.“ Edmund Strecker konnte mit dem Mann vernünftig reden, bekam alle Fragen beantwortet und erzählte dann gleich, dass seine 89-jährige Frau auch einen Impftermin brauchen könnte, am besten gleich mit ihm zusammen. Kein Problem. Den bekomme sie auch, versicherte der Mann am Telefon. Das Gespräch war beendet, und Edmund Strecker hatte das gute Gefühl, dass seine Frau und er bald einen Impftermin haben. Aber er hatte nichts in der Hand, keine schriftliche Bestätigung. Einige Tage wusste er nicht so recht: „Sind wir jetzt auf der Liste oder sind wir’s nicht?“ Aber dann bekam er eine E-Mail: „Sie sind auf der Warteliste.“ Er muss alles richtig gemacht haben. Als er es anderen erzählte, konnten die es schier nicht glauben. Aber er ist auf der Liste.

„Ich kann nur Positives berichten“

Am Montag letzter Woche bekam er dann einen Anruf vom Amt. Auf dem Display stand „Forstamt Rems-Murr“. Die Stimme aus dem Telefon stellte Fragen: „Sind Sie der Herr Strecker aus Schwaikheim? Wie lautet Ihr Geburtsdatum?“ „Ich han scho denkt: Ha, was kommt denn jetzt?“ Dann sagte der Mann: „Wir können Ihnen einen Impftermin zusagen.“ Am Montag, 15. März, bekommt Edmund Strecker seinen Piks. Und seine Frau gleich nach ihm. Wie lief das jetzt mit dem Impftermin aus seiner Sicht? „Ich kann nur Positives berichten.“ Ein Einzelfall? Vielleicht. Aber er besagt: Ein Anruf unter 116 117 ist auf jeden Fall den Versuch wert.

Die über 80-Jährigen sollten gegen Corona geimpft werden. Sie sind am meisten gefährdet, wenn das Virus sie erreicht. Aber das Buchungssystem für Impftermine ist so kompliziert und oft überlastet, dass man sich schon fragt: Wie soll das ein 90-Jähriger schaffen? Man hört ja von vielen guten Tipps: „Nachts nach 1 Uhr geht es am besten“, erzählen manche. Zur Überraschung der Redaktion hat sich ein 91-Jähriger aus Schwaikheim gemeldet, der alles selbst gemacht hat, und der am Montag, 15.

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