Schwaikheim

Wie kommt eine Kita wie das Paula-Korell-Kinderhaus in Schwaikheim durch die Corona-Krise?

Kita Corona
Das regelmäßige Händewaschen haben die Kinder unter Beobachtung von Kita-Leiterin Susan Jungwirth im Paula-Korell-Kinderhaus längst verinnerlicht. Beim Einseifen zählen sie gemeinsam bis 20. © Gabriel Habermann

Lassen Eltern ihre Kinder zu Hause, wenn sie Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten haben? Was ist, wenn die Eltern selbst erkrankt sind oder Kontakt zu coronapositiven Personen hatten? Kommen die Kinder dann trotzdem in die Kita? Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth sagte etwa neulich erst: „Wir stellen fest, dass Eltern, die bei sich Symptome festgestellt, aber vielleicht noch kein Testergebnis erhalten haben, dennoch ihre Kinder, vor allem jüngere Kinder, in die jeweiligen Einrichtungen bringen, Krippe, Kindergarten, Grundschule, Ganztagsschule. Ich finde das unglaublich." Hat man solche oder ähnliche Beobachtungen auch in Schwaikheim gemacht? „Für das Paula- Korell-Kinderhaus kann ich sagen, dass das bisher nicht der Fall war“, sagt Susan Jungwirth, die Leiterin der Einrichtung. Fälle von Eltern, die ihre kranken Kinder in das Kinderhaus schicken, kenne sie gar nicht. „Die Eltern von den Kindern in unserer Einrichtung sind sehr vorsichtig und lassen sie eher daheim, wenn es Anzeichen einer Erkrankung gibt“, erzählt Jungwirth. Der Kontakt sei sehr gut. „Die Eltern machen uns Mut mit positiven Rückmeldungen. Die Solidarität ist wirklich sehr groß“, freut sich die Kita-Leiterin.

Anmeldung für Corona-Schnelltest per Link vom Gesundheitsamt

Für Kitas wie das Paula-Korell-Kinderhaus ist es in Pandemiezeiten alles andere als einfach. „Erst vor etwas mehr als einer Woche hatten wir einen Corona-Fall in der Einrichtung“, berichtet Jungwirth. Eine Erzieherin sei erkrankt, woraufhin zwei Gruppen knapp eine Woche in Quarantäne mussten. Als die Kinder wieder kommen durften, hat das Landratsamt die Teststrategie auf Schnelltests umgestellt. „Leider für unseren Fall etwas zu spät“, bedauert Jungwirth. Einrichtungen sollen durch die Schnelltests künftig schneller Klarheit bekommen, ob tatsächlich ein Corona-Fall vorliegt. „Ich bekomme als Leitung einen Link vom Gesundheitsamt, den ich an betroffene Familien weiterleiten kann. Diese können sich dann für einen Test anmelden. Den Termin für den Test bekomme wiederum ich und muss ihn dann an die Eltern weitergeben“, erklärt Jungwirth das Prozedere.

Schließungen von Gruppen oder ganzen Einrichtungen werden durch diese Strategie nicht zu verhindern sein. Die Dauer der Schließung fällt bei Verdachtsfällen aber wohl deutlich kürzer aus als bisher.

In diesen Zeiten ist die Kita nicht mehr so verlässlich wie gewohnt

„Wir mussten in letzter Zeit auch schon unsere Betreuungszeit in Gruppen von 17 auf 14 Uhr verkürzen, da zwei Erzieherinnen ausgefallen sind“, berichtet Jungwirth. Wie die Eltern der Kinder im Paula-Korell-Kinderhaus auf die Schließung der Gruppen oder die verkürzte Betreuungszeit reagiert haben? „Gefallen hat das niemand. Das ist ja klar. Aber ich denke, dass wir uns damit abfinden müssen“, vermutet Jungwirth.

Sie habe großes Verständnis für die Eltern, da eine Kita in diesen Zeiten nicht mehr so verlässlich wie gewohnt sei. Bisher sei man jedoch gut durch die Pandemie gekommen. „Unsere Erzieherinnen sind nicht öfter ausgefallen als sonst. Allerdings ist die Grippewelle auch noch nicht da. Wir müssen abwarten, wie es sich entwickelt“, ordnet die Kita-Leiterin ein. Das Problem sei, dass jede Kitagruppe seit Beginn der Pandemie feste Erzieherinnen habe. Ein Hin- und Hertauschen des Personals zwischen den Kindergartengruppen sei daher gar nicht oder nur begrenzt möglich.

Der Nikolaus meldet sich in diesem Jahr per Post

Eltern und Erzieherinnen gleichermaßen kommen mit Ängsten und Sorgen zu Susan Jungwirth. „Viele wissen nicht genau, wie sie sich verhalten sollen, wenn es Kontakt zu Corona-Verdachtsfällen gab“, schildert Jungwirth. Mittlerweile habe sie daher auch an Wochenenden gut zu tun. „Wenn solch eine Anfrage am Samstag oder Sonntag kommt, müssen wir natürlich reagieren. Das war früher quasi nie der Fall“, erzählt die Leiterin.

Die Kinder hätten die Situation mittlerweile sehr gut angenommen. „Ich denke, dass für sie in der Kita alles weitgehend normal ist. Am Anfang war es sicher eine Umstellung, aber sie haben sich alle daran gewöhnt.“ Neulich habe ihr ein Dreijähriger nach dem Händewaschen erklärt, dass es jetzt an der Zeit sei, zu lüften. „Daran sieht man, wie sehr selbst die Jüngsten das verinnerlicht haben“, schildert Susan Jungwirth. Ganz wichtig sei es, mit den Kindern über die momentane Situation zu sprechen. „Nach der Quarantäne haben die Kinder in einem Stuhlkreis erst mal berichtet, was sie alles erlebt haben. Das war natürlich aufregend“, berichtet die Leiterin. Außerdem versuche man, so viel wie möglich rauszugehen. „Die Adventszeit wollen wir jetzt besinnlich gestalten. Wir dürfen mit den Kindern backen, allerdings unter noch strengerer Hygiene als sowieso. Dafür gibt es allerdings auch eine nicht so schöne Nachricht, denn der Nikolaus kann sich in diesem Jahr aufgrund der besonderen Umstände leider nicht persönlich, sondern nur per Brief im Kinderhaus melden.“

Lassen Eltern ihre Kinder zu Hause, wenn sie Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten haben? Was ist, wenn die Eltern selbst erkrankt sind oder Kontakt zu coronapositiven Personen hatten? Kommen die Kinder dann trotzdem in die Kita? Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth sagte etwa neulich erst: „Wir stellen fest, dass Eltern, die bei sich Symptome festgestellt, aber vielleicht noch kein Testergebnis erhalten haben, dennoch ihre Kinder, vor allem jüngere Kinder, in die

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