Schwaikheim

Wie sich die Macher des preisgekrönten Schwaikheimer "GinSTR" durch die Coronakrise kämpfen

Ginstr
Alexander Franke im „GinSTR-Loft“ im Stuttgarter Römerkastell. © ALEXANDRA PALMIZI

Winfried Kretschmann, der Ministerpräsident höchstpersönlich, trinkt gerne Gin. Und zwar nicht irgendeinen, sondern den GinSTR, der auf dem Schwaikheimer Weingut Escher hergestellt wird. „Er verschenkt die Flaschen auch gerne bei politischen Anlässen“, erzählt Alexander Franke, der einer der beiden Geschäftsführer des Gin-Unternehmens ist. Auch Grünen-Politiker Cem Özdemir und die Tatortkommissare Richy Müller (Tatort Stuttgart) und Axel Prahl (Tatort Münster) gehören zur Kundschaft. „Seit Emiliano Insua vom VfB Stuttgart nach Los Angeles gewechselt ist, kommen auch von dort sehr viele Bestellungen. Er muss wohl all seinen Freunden davon erzählt haben“, sagt Franke.

Ohne Veranstaltungen fehlen die Plattformen zum Probieren

Der GinSTR aus Schwaikheim ist in. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Doch haben auch Franke und der zweite Geschäftsführer, Markus Escher vom gleichnamigen Weingut, trotz der Prominenz in ihrer Kundschaft gerade zu kämpfen. Wie fast in jeder Branche ist auch hier die Corona-Pandemie die Ursache. „Wir merken natürlich, dass Clubs und Bars gerade geschlossen sind und der Gin deshalb dort nicht verkauft wird“, sagt Franke. Auch viele gehobenere Restaurants hätten den Gin auf ihrer Karte. „Nun haben sie geschlossen. Im Lockdown verkaufen auch sie nichts mehr“, sagt Alexander Franke.

Ein weiteres Problem seien die Veranstaltungen, die nun nicht mehr stattfinden. „Wir sind bei VfB-Spielen, bei der DTM oder auf unterschiedlichen Konzerten präsent. Coronabedingt ist auch das alles weggebrochen. Das ist ein kleiner Totalausfall für uns. Natürlich verkaufen wir dadurch weniger Flaschen. Aber wir verlieren auch unsere Plattformen. Am besten überzeugt man die Leute vom Gin, wenn sie ihn probieren und merken, dass es schmeckt“, sagt Franke.

Seit Corona laufen 90 Prozent der Bestellungen über den Online-Shop

Seit Corona laufen 90 Prozent der Verkäufe über den Onlineshop. Ob Privatpersonen durch den Lockdown ihren Gin jetzt verstärkt zu Hause trinken? „Hier haben die Zahlen schon angezogen, aber das gleicht die abgesagten Veranstaltungen und geschlossenen Restaurants, Clubs und Bars nicht aus“, erklärt der Geschäftsführer. Die Leute würden sich freuen, wenn man ihnen zur Bestellung ein paar Cocktailrezepte lege, schließlich sei in diesen Zeiten der Wocheneinkauf quasi das einzige Highlight in der Woche. „Im ersten Lockdown gab es zu jeder Bestellung GinSTR-Hausschuhe dazu“, so Franke.

Wie läuft die Vorweihnachtszeit?

Gespannt sind die GinSTR-Macher, wie die Vorweihnachtszeit läuft. „Wir haben extra eine Geschenkbox entwickelt, in der auch unsere Gin-Gläser drin sind“, so Franke. Je nachdem wie das Geschäft sich in den nächsten Wochen entwickelt, steuern Alexander Franke und Markus Escher die Produktion im Schwaikheimer Weingut. „Zu den Anfangszeiten von GinSTR haben wir mit einem Brennkessel gearbeitet. Inzwischen sind es zwei“, erzählt Franke. Gebrannt wird momentan nur noch zwei- bis dreimal in der Woche. Vor Corona lief die Produktion quasi ohne Unterbrechung. „Wir waren sehr oft ausverkauft. Jetzt können wir wieder unsere Lieferzeiten einhalten“, sagt Franke.

Durch die Pandemie habe man einiges beim Brennprozess anpassen müssen. „Wir fahren einen Mehrschichtbetrieb. Die Abläufe sind nicht mehr so schnell wie früher“, sagt der 36-Jährige. Um bei einer möglichen Corona-Infektion im Kreise der Mitarbeiter weiterarbeiten zu können, hat sich das Team in zwei Gruppen aufgeteilt. Auch die beiden Geschäftsführer sehen sich seitdem nur noch über Videokonferenzen. „Notfalls kann das Team in unserem Loft am Römerkastell in Stuttgart auch die Produktion in Schwaikheim übernehmen und andersrum. Würden wir das nicht machen, würde bei einem möglichen Corona-Fall mindestens zwei Wochen gar nichts mehr gehen“, schildert Franke. In den Schichten arbeiten nie mehr als zwei bis drei Leute gleichzeitig. „Wir haben zehn feste Mitarbeiter. Im ersten Lockdown hatten wir Kurzarbeit, bis wir einiges umgestellt und uns auf die Situation angepasst haben“, schildert Franke.

Mitarbeiter, die sich zuvor um Veranstaltungen und Messen gekümmert haben, seien gewissermaßen umgeschult worden, so dass man sie nicht entlassen musste. Zwei davon kümmern sich jetzt zum Beispiel um Gastronomien. „Denen können wir gerade zwar nichts verkaufen, aber es ist wichtig, mit den Gastronomen zu sprechen und zu fragen, wie es ihnen geht. Wir sind kein Millionenunternehmen wie Bacardi. Aber wenn der Gastronom sagt, dass er sich die Miete nicht mehr leisten kann, dann können wir ihm mit einer Gratiskiste Gin aushelfen. Irgendwann bekommen wir das wieder zurück“, sagt Franke.

Das Unternehmen ist trotz der Krise stabil

Bis zur Pandemie ging der Weg von GinSTR steil bergauf. „Als blutiges Start-up haben wir uns in der Anfangszeit immer wieder selbst kleine Steine in den Weg gelegt. Das ist normal. Durch Corona sind wir jetzt in unserer ersten Krisensituation. Ein blaues Auge haben wir uns geholt, aber wir bewegen uns stabil.“

Winfried Kretschmann, der Ministerpräsident höchstpersönlich, trinkt gerne Gin. Und zwar nicht irgendeinen, sondern den GinSTR, der auf dem Schwaikheimer Weingut Escher hergestellt wird. „Er verschenkt die Flaschen auch gerne bei politischen Anlässen“, erzählt Alexander Franke, der einer der beiden Geschäftsführer des Gin-Unternehmens ist. Auch Grünen-Politiker Cem Özdemir und die Tatortkommissare Richy Müller (Tatort Stuttgart) und Axel Prahl (Tatort Münster) gehören zur Kundschaft. „Seit

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