Urbach

100 Jahre OGV Urbach: Was beim Lindenfest am Sonntag (4.9.) geboten ist

OGVUrbach
Von links: Jürgen Krapf, Armin Hickl, Phillip Wenger, Jürgen Schlotz, Dieter Nagel. © Ralph Steinemann Pressefoto

So ganz genau lassen sich die Anfänge des Urbacher Obst- und Gartenbauvereins nicht festmachen. „Wir haben keine Unterlagen mehr aus dieser Zeit“, erklärt der Vorsitzende Dieter Nagel. Weil der Urbacher Geschichtsverein sich aber einmal die Mühe gemacht habe, genauer zu recherchieren, kennt der Verein zumindest sein Gründungsjahr: 1922. An diesem Sonntag, 4. September, soll das 100-Jahr-Jubiläum mit dem ersten Lindenfest seit 2019 im Schlosspark ordentlich gefeiert werden.

Neues Essensangebot beim Lindenfest an diesem Sonntag

Los geht das Fest ab 11 Uhr, um 14.30 Uhr gibt es einen Festakt, bei dem auch Bürgermeisterin Martina Fehrlen sprechen wird. Dieter Nagel gibt zudem einen kleinen Einblick in die Vereinsgeschichte und es findet ein Kürbisverkauf statt. Begleitet wird das Fest über den Tag hinweg von der „Mostband“. Zu essen gibt es laut Phillip Wenger, der das Fest federführend organisiert hat, in diesem Jahr Altbewährtes wie Maultaschen mit Kartoffelsalat oder Schweinehals, aber auch neue Spezialitäten wie klassische und vegetarische Flammkuchen und einen Dessert-Flammkuchen mit Apfel, Nuss und Zimt. Ebenso werden Urbacher Rostbratwürste angeboten und um auch Familien anzusprechen, hat der OGV Pommes mit ins Programm aufgenommen. Neben den üblichen Getränken gibt es Most vom Fass und Cidre. Später am Abend werden dann Wurstsalat sowie Käse und Schmalzbrot gereicht.

Mit etwa 430 Mitgliedern, die meisten davon Stücklesbesitzer, ist der OGV wahrlich kein kleiner Verein in Urbach. Mitglied zu sein ist für viele auch ein bisschen Ehrensache, sagt Dieter Nagel. Nach dem Zweiten Weltkrieg startete der Verein erneut, in den folgenden Jahrzehnten prägten ihn Vorsitzende wie Gotthilf Hurlebaus, Karl Marx und Herrmann Schiek, bis Dieter Nagel dann vor 21 Jahren den Vorsitz übernahm. Zusammen mit anderen OGV-Mitgliedern spricht er darüber, was der Verein in den vergangenen Jahren geleistet hat.

Stückle und Weinberg

„2006 haben wir ein eigenes OGV-Stückle gekauft“, erinnert sich Nagel. Zwei Jahre später hat der Verein einen Weinberg angelegt. „Das läuft super“, so Nagel. Der Wein, den der Verein einmal gemacht habe, habe nicht sonderlich gut geschmeckt, dafür machen die Mitglieder jedes Jahr einen Weinbrand, den sie auch beim Weihnachtsmarkt verkaufen. Ab und an veranstaltet der Verein Ausflüge, zudem gibt es regelmäßig eine Mostpressaktion und nach dem Lindenfest immer auch ein Helferfest mit Wanderung und Einkehr.

Dem Verein ist es zudem wichtig, Traditionen zu pflegen. So bietet er immer wieder Schnittkurse und Sensen- und Dengel-Kurse an. Früher gab es auch Kurse zur traditionellen Kunst des Brot- und Salzkuchenbackens. „Hier fehlt uns aber die Nachfolge“, sagt Dieter Nagel. Wer Spaß und Expertise in dem Bereich hat und diese weitergeben möchte, könne sich gerne bei dem Verein melden. Jürgen Krapf ist im Verein der Mäh-Beauftragte - Vereinsmitglieder können dafür bezahlen, dass er ihr Stückle mit einem eigens dafür angeschafften Rasenmäher, der von der Gemeinde bezuschusst wurde, richtet - und Jürgen Schlotz und Armin Hickl sind Baumwarte für Obst- und Gartenbau.

Bio-Zertifizierung für Äpfel 

„In unserer Ära haben wir auch die Bio-Zertifizierung für Äpfel erreicht“, erzählt Dieter Nagel. OGV-Mitglieder können diese beantragen und bekommen mehr Geld für ihre zertifizierten Bio-Früchte als zuvor. „Das hat großen Anklang gefunden“, sagt Dieter Nagel. Teilweise habe es für die zertifizierten Äpfel fast doppelt so viel Geld gegeben, inzwischen sei das wieder rückläufig.

Zum diesjährigen Jubiläum verschenkt der OGV 100 Bäume an seine Mitglieder, die sie auf ihren eigenen Stückle pflanzen wollen. Auch bei Schulen und sozialen Einrichtungen sollen Bäume gepflanzt werden. Das hat einen ernsten Hintergrund: Viele der Obstbäume in der Gemeinde sind schon älter und überleben vielleicht nicht mehr lange. Deshalb ist es wichtig, dass viele nachgepflanzt werden, erklären die Vereinsmitglieder.

Südländische Fruchtsorten im Trend

In diesem Jahr sind die Äpfel wegen der großen Trockenheit der vergangenen Monate laut Dieter Nagel eher klein geblieben. Viele fallen schon jetzt ab. In Zukunft könnte es beim Pflanzen von neuen Bäumen auch ein Thema werden, wie hitzeresistent bestimmte Sorten sind. „Südländische Sorten wie Nektarinen werden beliebter“, stellt Armin Hickl fest. Vielleicht werden diese bei uns bald verstärkt Einzug halten.

So ganz genau lassen sich die Anfänge des Urbacher Obst- und Gartenbauvereins nicht festmachen. „Wir haben keine Unterlagen mehr aus dieser Zeit“, erklärt der Vorsitzende Dieter Nagel. Weil der Urbacher Geschichtsverein sich aber einmal die Mühe gemacht habe, genauer zu recherchieren, kennt der Verein zumindest sein Gründungsjahr: 1922. An diesem Sonntag, 4. September, soll das 100-Jahr-Jubiläum mit dem ersten Lindenfest seit 2019 im Schlosspark ordentlich gefeiert werden.

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